Kettenantrieb Kettenantrieb

Beim Sekundärantrieb erfolgt beim Motorrad entweder über eine Welle (Kardan), einen Zahnriemen oder eine Kette. Dabei sind drei grundsätzliche Kettenbauarten zu unterscheiden: die Hülsenkette, die Rollenkette, und, als Sonderform der Rollenkette, die O-Ring-Kette. Zahnketten kommen als Endantrieb nicht zum Einsatz.

Beim Sekundärantrieb erfolgt beim Motorrad entweder über eine Welle (Kardan), einen Zahnriemen oder eine Kette. Dabei sind drei grundsätzliche Kettenbauarten zu unterscheiden: die Hülsenkette, die Rollenkette, und, als Sonderform der Rollenkette, die O-Ring-Kette. Zahnketten kommen als Endantrieb nicht zum Einsatz.

Eine Kette besteht aus einzelnen Gliedern, die gelenkig miteinander verbunden sind. Jeweils zwei außenliegende Laschen sind durch zwei Bolzen miteinander vernietet. Die Verbindung zum nächsten Kettenglied schaffen zwei weitere Laschen, die zwischen den Außenlaschen liegen. Diese Innenlaschen sind mit Hülsen verpreßt, die sich auf den Bolzen drehen (knicken) können. Der maximale Knickwinkel (der den Verschleiß fördert) hängt vom Durchmesser des Ritzels ab.


Die Teilung der Kette muß mit derjenigen des Ritzels und des Kettenrads übereinstimmen. Sie wird in Zollbruchteilen angegeben. Die erste Zahl gibt den Bolzenabstand an, die zweite den Abstand zwischen den inneren Laschen, dieser muß zur Kettenblattbreite passen (beispielsweise 5/8 x 3/8). Neben der Dimensionierung hängt die Belastbarkeit einer Kette besonders von der verwendeten Stahlqualität und der weiteren Bearbeitung (Einsatzhärtung der Laschen) ab.


Beim maximalen Beschleunigen muß die Antriebskette eines 100-PS-Motorrads fast 10 000 N aushalten, vergleichbar einer Gewichtsbelastung von einer Tonne. Zusätzliche Belastungsspitzen entstehen durch das Auf- und Abschwingen (Peitschen) des unteren Kettentrums.


Hülsenketten werden heute nicht mehr verwendet. Auch für schwächere Modelle werden durchwegs Rollenketten eingesetzt. Hier ist jede Hülse von einer Rolle umgeben. Diese Rollen gleiten auf den Hülsen ebenso wie die Hülsen auf den Bolzen. Um lange Lebensdauer und geringe Verlustreibung sicherzustellen, muß die Kette stets gut geschmiert sein.


Als weitere Fortentwicklung haben sich daher sogenannte O-Ring-Ketten durchgesetzt. Hier ist der Raum zwischen Hülse und Bolzen mit Fett gefüllt, ein Dichtring verhindert den Austritt des Fetts und den Eintritt von Schmutz. Die Fettfüllung verringert den Verschleiß und die Reibungsverluste. Wenn die Kette nicht in einem mit Fett gefüllten Kettenkasten läuft, ist regelmäßiges Einfetten mit Kettenspray unumgänglich.

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Foto:

1: Innenlasche
2: Außenlasche
3: Nietbolzen
4: Fettfüllung
5: Hülse
6: Rolle
7: O-Ring

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