Kettenschlösser Kettenschlösser

In den meisten Fällen ist es eine Mordsarbeit, eine Endloskette auszuwechseln: Hinterrad raus, Federbein(e) lösen, Schwinge weg, Kette raus, Kette rein und das Ganze in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammen.

In den meisten Fällen ist es eine Mordsarbeit, eine Endloskette auszuwechseln: Hinterrad raus, Federbein(e) lösen, Schwinge weg, Kette raus, Kette rein und das Ganze in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammen. Die Montage einer offenen Kette und einem Kettenschloß nimmt viel weniger Zeit in Anspruch, denn prinzipiell muß hier gar nichts abgeschraubt und wieder zusammengebaut werden. Und wenn die alte Kette eine endlose ist, wird sie halt einfach durchgeflext oder -gesägt.



Zum Schließen der offenen Kette gibt es Clip-, Schraub- oder Niet-Schlösser. Clip-Schlösser sollten vorsichtshalber nur an Motorrädern bis 34 PS montiert werden, während Schraub- und Niet-Schlösser auch ruhig deutlich mehr Leistung vertragen. Die patentierten Schraub-Schlösser gibt es übrigens nur bei Langenscheidt und Motorrad-Schüller. Bei den Niet-Schlössern wiederum unterscheidet man zwischen Hohlniet- und Vollniet-Schlössern: Die Hohlnieten werden mit einem Dorn gespreizt, die Vollnieten dagegen plattgeschlagen - für beides braucht man ein Spezial-Werkzeug.

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Clip-Schloß

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1. Zuerst die auf das Kettenrad aufgelegten Ketten-Enden verbinden. Dann mit der Zange die Lasche aufpressen - vorher die O-Ringe nicht vergessen.

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2. Wenn die Lasche weit genug aufgepreßt ist (Nuten werden sichtbar), Clip ansetzen - dabei unbedingt Laufrichtung der Kette beachten.

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3. Mit der Zange wird jetzt der Clip aufgeschoben. Die Zange sollte dabei von guter Qualität sein, sonst quetscht man sich leicht die Finger.

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4. So sitzt der Clip richtig: Daran zu erkennen, daß er links richtig schließt und beim Aufsetzen sauber eingerastet ist.

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Schraub-Schloß

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1. Beim Schraubschloß wird die Lasche nicht mittels Zange, sondern mit Achter-Muttern aufgepreßt. Auch hier nicht vergessen, die O-Ringe vorher aufzuschieben.

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2. Die Muttern werden angezogen, bis die Laschen fluchten, aber die O-Ringe noch nicht gequetscht werden - zwischendurch ab und zu kontrollieren.

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3. Nach dem gefühlvollen und gleichmäßigen Anziehen werden beide Gewinde an der Sollbruchstelle abgeknickt - hier nur an einem gezeigt.

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4. Zu guter Letzt kommt der kleine O-Ring als Schutz vor Schmutz in die verbleibende Nut. Am anderen Pin wird dann genauso verfahren.

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Hohlniet-Schloß

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1. Hier wird die Lasche mittels des Gericke-Werkzeugs für RK-Ketten (139 Mark, Stand: 1995) aufgepreßt. An die O-Ringe denken.

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2. Die Aufpreßplatte kommt weg, der Spreizdorn wird sichtbar. Damit wird in die Hohlniete gestochen. Das Werkzeug taugt übrigens auch zum Trennen.

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3. Durch das Stechen in die Niete wird diese aufgeweitet - eine minimale Weitung der Niete genügt schon für einen sicheren Sitz.

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4. Fertig: Der Unterschied zum nicht aufgeweiteten Zustand ist kaum sichtbar. Aber es hält, und der Umgang mit dem Gerät ist relativ einfach.

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