Kolbenringe Kolbenringe

Kolben von Motorradmotoren besitzen einen, zwei oder drei Kolbenringe. Sie werden in Kompressions- und Ölabstreifringe eingeteilt. Die Hauptaufgaben der Kolbenringe sind:

Kolben von Motorradmotoren besitzen einen, zwei oder drei Kolbenringe. Sie werden in Kompressions- und Ölabstreifringe eingeteilt. Die Hauptaufgaben der Kolbenringe sind:


- Abdichten des Brennraums gegen den Kurbelraum
- Ableitung der vom Kolben aufgenommenen Wärme an die Zylinderwand
- Abstreifen und Rückführen des Schmieröls von der Zylinderwand beim Viertakter.

Kolbenringe werden aus feinkörnigen Gußeisenlegierungen oder aus hochfesten Stählen gefertigt. Die Ringmaterialien müssen gute Notlaufeigenschaften besitzen, dürfen nicht schnell verschleißen und müssen über einen weiten Temperaturbereich einsatzfähig sein. Die Form des entspannten Rings wird von den Herstellern so ausgewählt, daß sich im eingebauten Zustand eine möglichst gleichmäßige Anpreßkraft einstellt. Wichtig für die Funktion von Kolbenringen ist ein hohes Formfüllungsvermögen, damit auch im Betrieb verzogene Zylinderlaufbahnen keine Abdichtungsprobleme hervorrufen.


Zur Verbesserung des Einlauf- und Verschleißverhaltens werden Kolbenringe vielfach an der Lauffläche mit Hartchrom, Molybdän oder anderen Werkstoffen beschichtet. Die am besten geeigneten Ringmaterialien und Ausführungen ermittelt der Motorenhersteller in Prüfstandtests.


Die am häufigsten verwendeten Bauformen von Kompressionsringen sind:


Rechteckring
Er ist der einfachste Ring und tut in vielen Motoren hervorragend seinen Dienst. Er wird in der obersten und in der zweiten Ringnut verwendet.


Minutenring

Dieser Ring ist an der Ringflanke leicht konisch ausgebildet (Winkel zirka 45 Minuten). Im Neuzustand trägt der Kobenring nur an der Unterkante. Mit zunehmender Laufzeit verbreitert sich die Kontaktfläche. Minutenringe müssen unbedingt in der richtigen Lage eingebaut werden.


Rechteckring mit Innenfase
Dieser Ring verkeilt sich im eingebauten Zustand. Ähnlich wie beim Minutenring liegt auch hier die Ringunterkante verstärkt an der Zylinderwand an. Das ergibt einen gewissen Ölabstreifeffekt. Auch hier ist auf die Einbaulage zu achten.


L-Ring
Dieser Ring hat nur eine geringe Eigenspannung. Die Verbrennungsgase können hinter den Ring dringen. Dadurch wird ein hoher Anpreßdruck an die Zylinderwand erreicht. Der L-Ring wird bevorzugt in Zweitakt-Motoren verwendet.


Die am häufigsten verwendeten Bauformen von Ölabstreifringen sind:


Ölschlitzring
Ein einfacher Ölabstreifring, der eine Nut zur Abführung des Öls besitzt.


Gleichfasen-Schlauchfederring

Dieser Ölabstreifring besitzt durch seine scharfen Laufflächenunterkanten und die dahinter liegende Schlauchfeder eine starke Ölabstreifwirkung.


Stahlflexring

Diese Ringe sind meist dreiteilig und sehr filigran. Dank dünner Materialquerschnitte besitzen sie eine geringe Höhe und viel freien Querschnitt zum Abfluß des Öls.

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Foto:

Bauformen von Kompressionsringen:
1. Rechteckring
2. Minutenring
3. Rechteckring mit Innenfase
4. L-Ring

Foto:

Bauformen von Ölabstreifringen:
1. Ölschlitzring
2. U-Flexring
3. Schlauchfederring

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