Kondensatorzündanlage Kondensatorzündanlage

Kondensatorzündsysteme sind neben den herkömmlichen Spulenzündungen mit und ohne Transistorsteuerung die dritte Art von Batteriezündanlagen.

Kondensatorzündsysteme sind neben den herkömmlichen Spulenzündungen mit und ohne Transistorsteuerung die dritte Art von Batteriezündanlagen. Sie wurden für leistungsstarke Motoren entwickelt, denn gerade die brauchen einen kräftigen Zündfunken, der das Kraftstoffgemisch im Zylinder zum richtigen Zeitpunkt entzündet. Die benötigte hohe Energie liefert ein Kondensator, der diese Aufgabe besser erfüllen kann als die herkömmliche Zündspule.

Der Zündspule bleibt in einer solchen Schaltung lediglich die Funktion eines Transformators. Ein elektronisches Ladeteil versorgt den Kondensator und damit den Primärstromkreis mit einer hohen Spannung (zirka 400 Volt). Daher nennt man dieses Zündsystem auch korrekt Hochspannungs-Kondensatorzündung (HKZ).


Ein Thyristor übernimmt in einem solchen Aufbau die Schaltfunktion für das Be- und Entladen des Energiespeichers Kondensator. Thyristoren sind Halbleiter, die große elektrische Spannungen und Ströme und damit große elektrische Leistungen schalten können. Solche Bauteile lassen bei einer an ihrer Katode und Anode anliegenden Spannung Strom nur in einer Richtung fließen. Nur wenn der Pluspol der Spannungsquelle an der Anode und der Minuspol an der Kathode liegen, kann der Thyristor einen entsprechenden Strom passieren lassen. Den Stromdurchlaß des Halbleiters steuert ein dritter Anschluß, das Gate (Tor). Eine Steuerspannung am Gate zündet den Thyristor, das heißt, sie ermöglicht Stromfluß von der Kathode zur Anode.


Den Gate-Impuls kann ein Unterbrecherkontakt liefern. Völlig ohne Verschleiß arbeiten jedoch kontaktlose Systeme wie Induktions- und Hallgeber oder Lichtschranken. Ist der Thyristor einmal gezündet, kann sich die im Kondensator gespeicherte Spannung über die Primärseite der Zündspule entladen. Damit sinkt die Stromstärke im Thyristor unter einen gewissen Schwellenwert, und der Halbleiter sperrt den Stromfluß. Der Kondensator wird nun von neuem geladen.


Die stromdurchflossene Wicklung der Zündspule induziert unterdessen einen Hochspannungsstoß in der Sekundärwicklung, der als Zündfunke an den Elektroden der Kerze überspringt. Vorteile der Kondensatorzündung sind ein kräftiger, konstanter Zündfunke über den gesamten Drehzahlbereich und hohe Zündspannungsreserven. Daraus resultieren eine bessere Verbrennung und mehr Leistung. Nachteilig ist die extrem kurze Brenndauer des Zündfunkens. Nicht jeder Motor läßt sich daher nachträglich mit einer Kondensatorzündanlage ausrüsten.

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In der Kondensatorzündanlage wird die Zündenergie in einem Kondensator gespeichert. Dessen Entladung erfolgt über einen Thyristor

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