Kupplungsscheiben wechseln Kupplungsscheiben wechseln

Die meisten Motorräder werden heute mit Mehrscheiben-Ölbadkupplungen ausgerüstet, Getriebe und Kurbelwelle sind dann zusammen in einem Block.

Die meisten Motorräder werden heute mit Mehrscheiben-Ölbadkupplungen ausgerüstet, Getriebe und Kurbelwelle sind dann zusammen in einem Block untergebracht (bei BMW-Boxern, Guzzis oder Harley-Motoren sind Getriebe und Motorblock allerdings getrennt, die Kupplungen laufen in solchen Fällen meist trocken). Moderne Big Bikes übertragen mit bis zu vierzehn Reibscheiben die Kraft von bis zu 160 PS von der Kurbelwelle auf die Getriebeeinheit.

Dreht der Motor besonders an Steigungen hoch, ohne daß die Maschine an Geschwindigkeit zulegt, so kann das zwei Ursachen haben: Entweder ist das Spiel am Hebel zu gering, das läßt sich durch einfaches Justieren beheben (So weit sollte man es aber gar nicht erst kommen lassen). Oder Kupplung rutscht durch, weil die Reibbeläge verschlissen sind oder die Druckfedern, die sie zusammenhalten, erlahmt. In ganz seltenen Fällen kommt noch eine weitere Möglichkeit hinzu: Es wurde ein falsches Öl verwendet. So reagieren manche unterdimensionierten Kupplungen auf moderne Öle mit reibungsmindernden Additiven mit Rutschen.


Die Reparatur ist in den meisten Fällen nicht allzu schwierig. Erster Schritt: Öl ablassen (im Notfall reicht es auch, die Maschine auf die der Kupplung entgegengesetzte Seite zu legen. Nach dem Herausdrehen der Gehäuseschrauben auf keinen Fall einen Schraubendreher zwischen die Gehäuseflanken treiben, ein paar gefühlvoll auf steife Kanten plazierte Schläge mit dem Kunststoffhammer lockern den Deckel.


Das Zerlegen der Kupplung erfordert selten Spezialwerkzeug. Zum Öffnen der Druckplatten-Schrauben entweder einen Gang einlegen und die Hinterradbremse betätigen, oder einen Lappen zwischen die Zahnräder klemmen. Nach Abnehmen der Druckplatte können die Beläge und Mitnehmerscheiben aus dem Kupplungskorb herausgenommen werden. Wichtig ist in diesem Moment nur, sich die Reihenfolge der abwechselnd montierten Reib- und Stahlscheiben zu notieren. Mit einer Schieblehre können jetzt die Belagdicke und die freie Länge der Druckfedern auf das zulässige Maß überprüft werden. Auch verzogene oder überhitzte Stahlscheiben mit Wölbungen und Riefen müssen ausgewechselt werden.


Kupplungen, die hohe Laufleistung hinter sich haben, zeigen gelegentlich Verschleißspuren am Kupplungskorb, die Funktionsstörungen, zum Beispiel Kupplungsrupfen, verursachen können. Wenn die Mitnehmerflächen von den Belägen zerdrückt sind oder deutlich spürbare Vertiefungen aufweisen, sind diese Teile mit einer feinen Feile vorsichtig nachzuarbeiten. Vorsicht vor Metallspänen, vor dem Zusammenbau alles penibel säubern! Auch die Dichtflächen sind vorsichtig zu reinigen, möglichsteine neue Dichtung verwenden. Anschließend werden die Kupplungsscheiben in richtiger Reihenfolge in den Korb eingelegt und die Druckplatte mit den Federn wieder montiert. Ein Drehmomentschlüssel sollte bei der Montage nicht fehlen.

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Kupplungsschrauben öffnen: Gang einlegen und die Hinterradbremse blockieren.

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Bei Nacharbeiten am Kupplungskorb unbedingt einen Lappen als Späneschutz verwenden.

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