Kurbelwellen: Bauarten Kurbelwellen: Bauarten

Motorrad-Kurbelwellen werden heute auf zwei Arten hergestellt:

Motorrad-Kurbelwellen werden heute auf zwei Arten hergestellt:


- Schmieden, wobei der Rohling in einem Stück gesenk-geschmiedet wird;


- Zusammenbau von mehreren vorgefertigten Teilen, wobei unter hohen Kräften Hub- und Kurbelzapfen in die Kurbelwangen eingepreßt werden.

Die dritte Möglichkeit, das Verschrauben der einzelnen Teile, wird heute nicht mehr angewendet. Welcher Art von Kurbelwelle nun verwendet werden soll, hängt entscheidend davon ab, ob die Kurbelwellenhauptlager und die unteren Pleuellager als Wälz-oder als Gleitlagerung ausgeführt werden soll (siehe auch unter den Stichwörtern: Wälzlager, Gleitlager).


Sollen Wälzlager verwendet werden, muß die Welle teilbar sein, um die Haupt- und Pleuellager montieren zu können. An geschmiedeten einteiligen Kurbelwellen können nur Gleitlager mit teilbaren Lagerschalen verwendet werden. Vorteile der Gleitlager: Sie lassen die Kurbelwelle vibrationsärmer laufen, haben in der Regel eine längere Lebensdauer und sie sind billiger als Wälzlager. Diese wiederum haben den Gleitlagern einen geringeren Reibungswiderstand und einen geringen Schmierungsbedarf voraus.
Moderne Motoren haben in der Regel beidseitig eines Pleuels je ein Hauptlager. Vierzylinder-Kurbelwellen sind also fünffach im Motorgehäuse gelagert - sogar sechsfach, wenn zwischen den beiden mittleren Zylindern das Ritzel der Steuerkette liegt.

Ausnahmen bilden echte V-Motoren (sie haben nur einem gemeinsamen Hubzapfen), einige ältere britische Paralleltwins, unechte V-Motoren (mit zwei versetzten Hubzapfen) und Boxermotoren - bei den beiden Letztgenannten wird zugunsten einer kürzeren Baubreite und eines geringeren Zylinderversatzes auf ein Mittellager verzichtet (siehe auch "Kurbelwelle: Funktion").

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Foto:

Einteilige gleitgelagerte Kurbelwelle mit geteiltem Pleuel

1=Kolbenringe
2=Kolben
3=Kolbenbolzen
4=Pleuelstange
5=Kurbelwelle
6=Gleitlagerschale
7=Pleuellagerdeckel

Foto:

Wälzgelagerte Kurbelwelle eines Vierzylindermotors mit sechs Hauptlagern. Der Nockenwellenantrieb sitzt zwischen Zylinder zwei und drei, das Zahnrad des Primärantriebs zwischen Zylinder drei und vier.

Foto:

Aus Einzelteilen zusammengesetzte wälzgelagerte Kurbelwelle eines Zweizylindermotors (erster Zylinder zusammengebaut, zweiter Zylinder als Exposionszeichnung dargestellt)
1=Kurbelwelle
2=Kurbelwangen
3=Hubzapfen
4=Pleuellager

Foto:

Verschraubte Kurbelwelle eines Einzylinders mit Hirthverzahnung an Hubzapfen und Kurbelwangen zur Verdrehsicherung
1=Zugbolzen
2=Hubzapfen
3=Hirth-Verzahnung
4=Mutter
5=Kurbelwangen

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