Damit David Ferner (32) an der Verteilerstation zusammenbringt, was zusammengehört, ...

MOTORRAD-Ölfibel: Motoröl-Produktion Saarländer Misch-Geschick

Öl kommt aus dem Boden und muss dann nur noch abgefüllt werden, oder? Falsch. Motoröl-Produktion ist sehr viel aufwendiger.

Wenn die Nachrichten mal wieder vermelden, dass der Rohölpreis am Rotterdamer Spotmarkt gefallen ist, spekuliert Otto Normalverbraucher womöglich darauf, beim nächsten Motorölkauf kräftig sparen zu können. Verständlich, aber leider grundfalsch; denn das, was in fernen Ländern aus der Erde sprudelt, hat mit dem, was hierzulande Motoren-Innereien gesund halten soll, nur noch sehr wenig zu tun. Die dazwischenliegenden Schritte sind arbeitsintensiv, und vor allem die Zugabe von sündhaft teuren Zusätzen, die dem Öl erst die gewünschten Eigenschaften verleihen – Stichwort Additive –, bestimmen maßgeblich den Endverbraucherpreis.

Etwas vereinfacht gesagt läuft die Motoröl-Produktion in drei Schritten ab. Wenig überraschend beginnt alles mit der Rohölförderung. Im zweiten Schritt wird aus dem Rohöl in der Raffinerie ein Grundöl. Dafür wird in riesigen Anlagen fleißig destilliert, raffiniert, entparaffiniert und noch so manches mehr. Ganz grob gesagt: Das Rohöl wird gereinigt und in seine Bestandteile (u. a. auch in welche, aus denen Kraftstoffe werden) zerlegt. Die Grundöle aus der Raffinerie landen dann an ihrer dritten und letzten Station, beim eigentlichen Ölhersteller.

Und genau bei dem entstand diese Geschichte, ganz konkret bei der Firma Meguin Mineralölwerke im saarländischen Saarlouis. Bereits seit über 160 Jahren kümmert man sich hier um Schmierstoffe, anfangs auf der grünen Wiese, heute inmitten der 35 000-Einwohner-Stadt, die sich mit ihrem Stadtteil Fraulautern um den gut 2,5 Hektar großen Standort breitmachte. Seit 2006 ist Meguin eine 100-prozentige Tochter von Liqui Moly, und rund 260 Mitarbeiter sorgen im Dreischichtbetrieb in Saarlouis dafür, dass das "Made in Germany" völlig zu Recht im Marketing fleißig betont werden kann.

Das eigentliche Geheimnis der Motoröl-Produktion ist die Rezeptur. Und damit sind nicht nur die bekannten Rohstoffe, also Grundöle und Additive, und deren Mengenverhältnisse gemeint. Wie beim Kochen oder Backen kommt es auch auf das Wann und Wie an. Rohstoffe zusammenschütten ist nicht alles. Zum Know-how gehören auch die richtige Reihenfolge, die genauen Temperaturen und noch einiges mehr. Dafür sind über 160 Jahre Misch-Geschick keine so ganz schlechte Basis.

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