So geht's Motorradfahren im Herbst und im Winter

Lichtspiele, farbiges Laub und Nebelschwaden sind vielleicht romantisch. Und fordern Aufmerksamkeit. So fahren Sie richtig.

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Das Motorrad am 1. Oktober abmelden oder gleich ein Saisonkennzeichen buchen? Sparen Sie sich das. Denn gerade im Herbst können noch etliche Wochenenden mit Sonnenschein zu einer kleinen Ausfahrt locken. Genussvolles Touren durch goldgelbe Laubwälder und nebeldurchzogene Flusstäler bringt unvergleichliche Momente. Doch so schön das Vergnügen ist: Beim Motorradfahren durch die zweite Jahreshälfte ist immer ein vorsichtiger und besonders weit vorausschauender Blick gefragt.

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Gefahren können in jeder Kurve lauern.

Denn Herbstzeit ist Erntezeit. Rechnen Sie immer mit Landmaschinen, die plötzlich in langsamer Fahrt vor Ihnen auftauchen und reichlich Lehm und Dreck auf die Straße schaufeln. Dazu kommen Laub und Fallobst. Schnell verwandelt sich der griffige Asphalt in eine schmierige Rutschbahn. Jetzt ist Vorsicht, aber keine Panik angesagt: Gas wegnehmen, keine abrupten Lenkbewegungen machen, entspannt und unverkrampft über die Gefahrenstelle rollen lassen. Ganz besonders wichtig: Trainieren Sie das Bremsen mit dem Hinterrad. Der hintere Stopper lässt sich in solchen Situationen besser kontrollieren als der vordere. Denken Sie an ihre Fahrradkarriere, als Sie mit dem Hinterrad ohne Probleme schwarze Striche auf den Schulhof gezogen haben.

Setzen sie sich auch bei Regen aufs Motorrad?
Machen Sie es doch mal ganz bewusst an einem Wochenende und biegen dann auf einen leeren Parkplatz ab. Auch Industriegebiete bieten ein ideales Trainingsrevier. Bremsen Sie ein paar Mal gefühlvoll mit dem Vorderrad- und Hinterradstopper, fahren dazu entspannt einige Kreise: Entwickeln Sie einfach ein Gefühl dafür, wie sich Ihr Motorrad bei Nässe verhält. Wichtigste Grundregel: Fahren Sie geschmeidig und unverkrampft. Vermeiden Sie ruckartige Lenkbewegungen; ziehen Sie in gefährlichen Situationen die Kupplung, um den Kraftschluss zum Hinterrad zu unterbrechen. Ein plötzlicher Regenschauer gehört zu einer richtigen Herbstausfahrt immer dazu. Mit dem eigenen Perfektionstraining kontern Sie den aber ganz trocken aus.

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Wann haben sie das letzte Mal gegrüsst?

Lange ist es her, denn im Herbst sind deutlich weniger Motorradfahrer unterwegs. Steigende Unfallzahlen zeigen auch: Autofahrer rechnen nicht mehr mit Ihnen. Dazu droht gerade in der Dämmerung Gefahr durch Wildwechsel. Fahren Sie also noch vorausschauender, sorgen Sie mit einem kratzerfreien und beschlagfreien Visier für klare Sicht nach vorn. Mit dem richtigen Händchen am Gas werden Sie bereits im Frühjahr wieder goldenen Herbstausfahrten entgegenfiebern.

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Eiskalt erwischt
Und plötzlich ist der Winter da. Wer sich auch dann aufs Motorrad setzt, sollte der Technik einige Streicheleinheiten gönnen.

Herausforderung für Mensch und Maschine, diesen Grundsatz sollte jeder Ganzjahresfahrer beherzigen. Beim Starten eiskalter Motoren sind Höchstleistungen von der Batterie gefordert. Was im Sommer durch einen kurzen Druck auf den Startknopf bewerkstelligt war, kann im Winter in minutenlanger, erfolgloser Drehorgelei enden. Deshalb: Beim Wintercheck die Batterie ausbauen, bei nicht wartungsfreien Exemplaren den Säurestand kontrollieren und noch einmal nachladen. Schlappe Exemplare müssen rechtzeitig ausgetauscht werden. Fitte und voll geladene Batterien überstehen übrigens auch Tiefsttemperaturen, ohne Schaden zu nehmen.

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Den Winterdienst in allen Ehren, aber Streusalz ist besonders beim Motorrad materialmordend. Regelmäßiges Waschen ist Pflicht. Hochdruckreiniger sind effektiv, doch der Strahl darf nicht auf Lagerstellen und Dichtungen gerichtet werden. Auch die Kette sollte in dieser Zeit besonders regelmäßig gefettet werden. Wer sein Motorrad unter einer Plane überwintern lässt, sollte diese regelmäßig lüften, damit sich kein Kondenswasser bildet.

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