Ratgeber Recht Rechtsinfos zur Schrauberhilfe

In der kalten Jahreszeit brummt es in den Hobbywerkstätten. Allerdings kommen viele Motorrad-Heimwerker an ihre Grenzen und suchen sich Rat und Tat bei versierteren Schraubern. Oftmals gegen ein Entgeld.

Foto: mps-Fotostudio
Wie sieht es eigentlich rechtlich aus, wenn man dem unerfahrenen Kollegen gegen einen Obulus hilft? Ist das ein Nachbarschaftsdienst oder Schwarzarbeit?
Die Tätigkeit, in diesem Fall eine Werkleistung am Motorrad, muss nur dann bei den Behörden angemeldet werden, wenn sie nachhaltig auf Gewinn ausgerichtet ist (§ 1 Absatz 3 SchwarArbG). Wer also einem Kollegen hin und wieder für ein kleines Taschengeld hilft, muss sich keine Sorgen machen. Wer hingegen in seinem gesamten Bekanntenkreis Motorradreparaturen gegen Geld anbietet, dürfte die Grenze zur illegalen Schwarzarbeit sicherlich überschreiten. Eine konkrete Grenze hierfür nennt der Gesetzgeber nicht.

Also keine Probleme beim Hobby-Helfen?
Doch, nämlich dass man unter Umständen wie ein Unternehmer für Mängel der Werkleistung haftet. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in aktueller Rechtsprechung geschädigten Auftraggebern Gewährleistungsansprüche zuerkannt. Dabei geht es nicht nur um Ansprüche wegen eines Defekts, sondern auch um weitergehende Sach- und Personenschäden. Selbst bei unentgeldlichen Gefälligkeitsleistungen haftet ein Schrauber ohne ausreichende Kenntnisse, der fahrlässige Reparaturen ausführt – zum Beispiel an Bremsen oder anderen wich­tigen Bauteilen – nach § 823 BGB sowohl für Schäden am Motorrad als auch am Fahrer. Man müsste also den Bekannten vorher einen Haftungsausschluss unterschreiben lassen. Aber mal ehrlich: Wer macht das schon? Im Zweifel also lieber Finger weg von Freundschaftsdiensten an gefahrträchtigen Bauteilen!

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel