Ratgeber: Recht Motorradkauf vom insolventen Händler

Wie sieht die Rechtslage beim Motorradkauf von einem insolventen Händler aus?

Foto: Archiv

Manchmal verlangen Händler bei der Bestellung eines Neu-Motorrads eine Anzahlung. Wenn der Händler dann jedoch vor Lieferung der Maschine Pleite geht, ist das Geld meist verloren. Prinzipiell gilt: Per Gesetz hat der Händler kein Recht auf Vorkasse oder Anzahlung des Kaufpreises. Ist das Kind aber in den Brunnen gefallen, entscheidet der Insolvenzverwalter, wie es weitergeht. Lehnt der Verwalter die Erfüllung des Vertrages (also die Lieferung des Motorrads) ab, kann der Käufer die Anzahlung nur als Insolvenzgläubiger geltend machen. Und steht damit meist ziemlich weit am Ende einer Reihe von Gläubigern, die aus der Insolvenzmasse befriedigt werden wollen, um am Ende -  wenn überhaupt - nur einen Bruchteil ihres Geldes wieder zu sehen.

Es kann sogar noch dicker kommen: Ein in Zahlung gegebenes Motorrad gehört ebenfalls zur Insolvenzmasse, und der Insolvenzverwalter kann die Herausgabe verweigern. Wenn‘s dumm läuft, gilt: Anzahlung weg, Motorrad weg. Vertragspartner ist immer nur der Händler; Hersteller oder Importeure müssen daher nicht haften.

Anzeige
Foto: mps-Fotostudio

Wenn ein Händler auf Vorkasse besteht, sollte man sich genau über dessen Bonität erkundigen - und im Zweifelsfall die Finger von dem Kauf lassen. Eine Möglichkeit gibt es aber dennoch, damit beide Seiten mit einem Vorkasse-Deal leben können: Das Geld auf ein Treuhandkonto zu überweisen (Abwicklung z. B. über einen Anwalt oder Notar). In diesem Fall wird das Geld an den Händler erst mit Lieferung des Motorrads ausgezahlt, ein Insolvenzverwalter hat darauf keinen Zugriff. Eine solche Abwicklung ist sicher, kostet allerdings Gebühren. Daher ist am besten: Gezahlt wird erst bei Übergabe des Motorrads.

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel