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BMW K 100: rein optisch noch topfit. Mehr verrät der Blick ins Innenleben.

BMW K 100: Scheunenfund Restaurierung eines Motorrad-Klassikers

Außen hui, innen pfui? Optisch hat die BMW K 100 die Standzeit ja gut überstanden. Gilt das auch für die Technik? Der Einsatz des Endoskops bringt Gewissheit.

Vorsichtig schiebt DEKRA-Gutachter Günther Schiele sein Endoskop durchs Kerzenloch immer tiefer in die Eingeweide des "Fliegenden Backsteins". Über den angeschlossenen Laptop-Bildschirm koordiniert er seine Bewegungen. Noch ein paar Millimeter weiter, dann erscheint auf dem Monitor der dunkel glänzende Kolbenboden. Ein Anblick, der Hoffnung macht. Hat der verstorbene Erstbesitzer die Technik der K 100 vielleicht doch fachgerecht mit Öl konserviert?

Oder haben sich die Entdecker der BMW erst jüngst am Bayern-Vierer zu schaffen gemacht? Eine Antwort darauf kann auch der DEKRA-Spezialist nicht geben. Dafür Entwarnung: Technisch ist der komplette Antriebsstrang topfit. Ventile und Kolben tragen keinerlei Ölablagerungen, der Kardanantrieb sieht aus wie neu. Und in den Zylindern finden sich nur minimale "Schatten" an jenen Stellen, an denen die Kolben während der vergangenen zwei Jahrzehnte unbeweglich verharren mussten.

Dabei handelt es sich um völlig unbedenkliche Spuren, alle Zylinderwände zeigen noch die frischen Honspuren eines gerade erst eingefahrenen Motors. Prima, jetzt können wir mit gutem Gewissen an die Instandsetzungsarbeiten der K gehen, die Antriebstechnik sollte uns keine Probleme bereiten. Einen Dämpfer erleben wir jedoch bei der anschließenden Demontage der Tank-Innereien: Sämtliche Gummiteile befinden sich in einem weit fortgeschrittenen Auflösungsprozess, dessen Ausmaß erst jetzt offensichtlich wird.

Der Schlauch zwischen Benzinpumpe und -filter sowie der vibrationshemmende Gummidämpfer an der Benzinpumpen-Halterung ziehen schon bei der ersten Berührung Fäden, kleben wie Kaugummi an den Fingern. Schlimmer noch: Die Überreste dieser Gummiteile pappen als zähe, klebrige Masse im Tank, leider auch an schlecht zugänglichen Stellen. Wenn überhaupt, wird sich diese nur in mühevollster Sisyphus-Arbeit wieder entfernen lassen. Möglicherweise kommen wir sogar um eine Tanksanierung nicht umhin - ärgerlich, denn gerade bei einem Alu-Tank wähnten wir uns sicher vor solch unvorhergesehenen Investitionen.

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Kostenübersicht

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Kostenübersicht
Kaufpreis: 1000 Euro
Spritkosten für Transport: 80 Euro
Neue Batterie: 100 Euro
Austausch aller Flüssigkeiten mit Filter und Kleinteilen: 100 Euro

Die Nächsten Schritte
Tank von klebriger Masse befreien
Kraftstoff-System (Benzinpumpe, Einspritzung) auf Funktionsfähigkeit testen

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