Richtig kaufen Navigationssysteme für Motorräder

Bislang sind GPS-Navi-Geräte am Motorrad eher selten. Es gibt noch nicht viele Geräte, und die sind ziemlich teuer. Aber das ändert sich gerade. 2Räder zeigt das aktuelle Angebot und sagt, wie’s funktioniert.

Foto: fact
Navigeräte sind im Auto schon lang schwer in Mode. Wer sich je in einer fremden Großstadt via GPS (siehe nächste Doppelseite) bis vor die gewünschte Haustür hat lotsen lassen, will nicht mehr darauf verzichten. Die nette Frauenstimme weiß bei entsprechendem digitalen Kartenmaterial fast überall in Europa, wo’s langgeht, bis hinein in kleinste Sträßchen, kann vor Staus auf der Strecke im Voraus warnen, Umfahrungen vorschlagen, hat stets exakt die gefahrene Geschwindigkeit, die aktuelle Höhe über N. N. und die Entfernung zum Ziel parat. Erhältlich fast überall schon für unter 200 Euro. Für Motorradfahrer sind noch nur zwei Geräte attraktiv (oben), aber alle Hersteller arbeiten an Bike-tauglichen Systemen. Spätestens 2008 sollte sich das Angebot vervielfacht haben und damit preisgünstiger sein. Die aktuellen Motorrad-Geräte sind auch fürs Auto verwendbar, eine doppelte Anschaffung wird also nicht nötig. Umgekehrt funktioniert das aber nur bedingt: Wer fürs Auto bereits ein Navi-Gerät hat, kann dies allenfalls gelegentlich auf dem Motorrad verwenden. Der Akku muss voll geladen sein (moderne Akkus halten drei bis fünf Stunden), das Gerät stoß-, wasser- und sonnensicher verpackt, z. B. im Kartenfach des Tankrucksacks. Will man sich dann etwa von Düsseldorf aus zu einer bestimmten Adresse in Frankfurt navigieren lassen, das Navi erst kurz vor Erreichen des Raums Frankfurt einschalten - der Weg auf der Autobahn sollte bekannt sein. Für den Weg vom Stadtrand ans Ziel reicht der Akku in jedem Fall. Tipp: Zur Navigation auf dem Motorrad sollte das Gerät eine möglichst auf den ersten Blick zu erfassende, große Piktogramm-Darstellung haben, die die Richtung mittels Pfeilen anzeigt (Kartendarstellung ist fürs Motorrad oft zu klein).
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Navis und ihre Funktion

Garmin Zumo 400
Wasserdicht, stoßfest und auch bei Sonne gut ablesbar, ist das neue Zumo mit Handschuhen per Touchscreen bedienbar, hat die Karten der deutschsprachigen Länder plus Tschechien geladen, einen MP3-Player integriert. Bildschirmdiagonale: knapp 9 cm. Funkübertragung (Bluetooth) auf Ohrstöpsel (120 Euro extra) möglich. Bordnetzanschluss.

Neu für 599 Euro: Garmin Zumo 400. per SD-Karte um Neues Kartenmaterial erweiterbar.


TomTom Rider

Mit Universal-Lenkerhalterung und Bordnetzanschluss geliefert, wahlweise Kartenmaterial für Deutschland, Österreich, Schweiz (399 Euro) oder Mittel- und Teilen von Südeuropa (499 Euro) geladen. Sehr einfache Bedienung via Bildschirm auch mit Handschuhen, Sprachsignal drahtlos auf mitgelieferte Ohrstöpsel unterm Helm übertragen.

Noch Marktführer, wird das Tomtom Rider (ab 399 Euro) bald durch ein Nachfolgemodell ersetzt.
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So funktioniert GPS

24 Satelliten der US-Army weisen uns tagtäglich den richtigen Weg. Zumindest solange das Pentagon das will. Deswegen arbeitet Europa bereits fieberhaft daran, sein eigenes Lotsensystem ins All zu schicken.

GPS steht für „Global Positioning System“ und ist ein satellitengestütztes Navigationssystem, einst entwickelt im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums. GPS wurde am 17. Juli 1995 offiziell in Betrieb genommen, ist aber erst seit dem 1. Mai 2000 zivil sinnvoll nutzbar, da die Army zuvor eine künstliche Ungenauigkeit für Nicht-Army-Nutzer eingebaut hatte. Allerdings behält sich das Pentagon immer noch vor, GPS im Krisenfall zu stören oder gar ganz abzuschalten, was eine gewisse Unsicherheit für die Zivilnutzung bringt.

Die Genauigkeit der Positionsbestimmung liegt im Normalfall bei deutlich unter zehn Metern. GPS nutzt die Signale von mindestens 24 aktiven Satelliten (bis zu 31 GPS-Satelliten sind insgesamt unterwegs), die die Erde zwei Mal pro Tag in einer Höhe von 20 183 Kilometern umkreisen. Ein GPS-Empfänger benötigt „Sichtkontakt“ zu mindestens vier Satelliten gleichzeitig, um aus der Signallaufzeit seine genaue Position und seine Geschwindigkeit errechnen zu können. Unter günstigsten Bedingungen hat der GPS-Empfänger Kontakt mit bis zu zwölf Satelliten gleichzeitig. In Tunneln, Häuserschluchten und dichten Wäldern funktioniert GPS nur bedingt oder gar nicht. Der GPS-Empfänger selbst ist ein passives Gerät, sendet also keine eigenen Signale aus und kann daher auch nicht - anders als etwa ein Handy - geortet werden.

Zusätzlich zum US-eigenen GPS plant auch Europa ein satellitengestütztes Navigationssystem. Das EU-Projekt trägt den Titel Galileo, soll präziser als GPS sein, befindet sich derzeit aber noch in der Entwicklungsphase. Seine Dienste soll Galileo ab 2012 anbieten, die verwendeten Signale sollen mit denen des GPS kompatibel sein - sprich: keine neue Gerätegeneration erfordern.

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