Richtig kaufen Protektorenkleidung

Um sich gegen Verletzungen zu schützen, ist Motorradbekleidung mit guten Protektoren unverzichtbar. 2Räder sagt, worauf man beim Kauf achten muss.

Foto: 2snap
Sicher auf zwei Rädern unterwegs: Seit zehn Jahren regelt eine Europanorm, was Protektoren in der Motorradbekleidung leisten müssen. Heutzutage wird kaum noch eine Jacke oder Hose angeboten, in der nicht ein CE-geprüfter Protektor angeboten wird. Doch Vorsicht: Es kommt immer wieder vor, dass sich der Protektor als billige China-Kopie entpuppt, die keinerlei Schutzwirkung hat. 2Räder hat hier zusammengestellt, wie Sie sich wirklich sicher einkleiden.
Anzeige

Darauf ist beim Protektorenkauf zu achten:

Anzeige
Foto: Archiv

Rückenprotektoren:
Protektoren müssen nach Vorschrift genau gekennzeichnet sein. Bei Rückenprotektoren ist Pflicht: die Angabe von Herstellername und Modellbezeichnung, das Piktogramm des Motorradfahrers, als Größenangabe der Schulter-Taillenabstand in Zentimetern, die Angabe  von Schutzklasse und Prüfnorm. Gut, aber nicht erforderlich: die Einbaulage.

Foto: Archiv

Gelenkprotektoren:
Sinnvoll, wenn auch nicht Pflicht ist, wenn  auf dem Gelenkprotektor die Einbaurichtung angegeben ist. Erforderlich ist allerdings: die Prüfnorm, der Produktname , der Protektorentyp (das Kürzel „E/K” steht für Ellbogen und Knie, daneben gibt es noch ein „S” für Schulter und „H” für Hüfte), die Größe der Schutzzone (Typ B ist für Erwachsene, Typ A für Kinder) und der Herstellername.

Foto: Archiv

Materialkunde:
Wie und aus welchen Materialien man Protektoren baut, ist Herstellersache. Protektoren mit offener Gitterstruktur erfüllen die Prüfnorm genauso wie solche aus Hartschaum , mit Aluwaben oder harter Kunststoffkappe.

Foto: Archiv

Protektoren richtig kaufen

Was hilft ein toller Protektor, wenn er beim Sturz nicht da sitzt, wo er hingehört? Deshalb sollte bei der Anprobe im Laden genau geprüft werden, ob die Protektoren optimal in die Leder- oder Textilkombi eingesetzt sind. Unsere Tipps für einen sicheren Einkauf:

  • Protektoren dürfen nicht lose ins Innenfutter eingehängt werden, sondern müssen fest mit der Außenhaut verbunden sein. Gut ist, wenn sich die Lage der Protektoren individuell einstellen lässt.
  • Bei der Anprobe die typische Fahrhaltung einnehmen und prüfen, ob sich die Protektoren wegdrehen oder verschieben lassen. 
  • In weit geschnittenen Textilkombinationen ist ein stabiler Protektorensitz kaum gewährleistet. Eine sinnvolle Alternative sind Protektorenwesten (Foto), die eng am Körper getragen werden.
  • Um sich vor falschen Protektoren zu schützen, unbedingt die Angaben auf Protektor und mitgelieferter Infobroschüre vergleichen. 
Grafik: Archiv

Unfallfolgen

Risiko Armverletzungen: 33 Prozent.
Schulter und Ellbogen müssen durch spezielle Gelenkprotektoren geschützt werden.

Risiko Wirbelsäulen- und Rückenverletzung: 7 Prozent.
Die Gefahr schwerer Verletzungen lässt sich durch Rückenprotektoren mindern.

Risiko Hüft- und Beckenverletzung: 22 Prozent.
Bei vielen Motorradhosen können spezielle Hüftprotektoren nachgerüstet werden.

Risiko Beinverletzung: 68 Prozent.

Eine besonders gefährdete Körperregion, am häufigsten sind die Knie und Unterschenkel betroffen (allein 53 Prozent). Hier helfen bis weit übers Schienbein reichende Knieprotektoren.

Unfallforscher sind sich einig:
Der Mensch hat biologische Grenzen, bei denen schließlich auch modernste Protektoren keinen Schutz mehr bieten. Dennoch können Protektoren, die an sinnvollen Stellen in die Motorradbekleidung eingesetzt werden, die Schwere der Verletzungen mindern: Aus komplizierten Frakturen werden einfache Brüche, zudem lassen sich schmerzhafte Langzeitfolgen vermeiden. Wichtig ist ein Mix aus harten und weichen Materialien, damit die Stoßkräfte beim Sturz optimal gedämpft werden.

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel