Richtig kaufen Stiefel

Mit Hausschuhen ins Büro? Mit Schwimmflossen zum Einkaufen? Natürlich nicht, das Schuhwerk muss zum Einsatzzweck passen, damit man sich wohl fühlt. Auch und gerade auf dem Motorrad.

Foto: Künstle
Jeder kennt das Gefühl: In zu großen oder zu kleinen, zu luftigen oder zu geschlossenen Schuhen wird jeder Meter zur Qual. Wenn der Bodenkontakt nicht stimmt, kommt Unsicherheit auf. Die Fußarbeit auf dem Motorrad ist eine andere als beim Spaziergänger oder Skifahrer, doch auch Schalten, Bremsen und – bei einem sportlicheren Fahrstil – das Umsetzen („Turnen”) sind anspruchsvolle Tätigkeiten, bei denen die Schnittstelle zwischen Fahrer und Fahrzeug stimmen muss – Stichwort „Aktive Sicherheit”. Damit bei schrägster Schräglage die Zehen ungeschoren bleiben und im Falle des Falles Knöchel und Schienbein ihre Form behalten, muss ein Motorradstiefel auch im Kapitel „Passive Sicherheit” eine Menge leisten. Hohe Verschleißfestigkeit, bequeme Handhabung (Ein- und Ausstieg) und gegebenenfalls Wasserdichtigkeit stehen außerdem im Lastenheft.
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Foto: mps-Studio

Stiefelarten

Schnürstiefel
Minimal-Lösung. Ist immer noch besser als jeder normale Straßen- oder Turnschuh, da zumindest der Knöchel einigermaßen vernünftig abgedeckt und gepolstert ist und eine stabile Sohle sowie meist auch eine (Leder-)Schaltverstärkung vorhanden sind. Gibt’s auch mit Klettverschlüssen. Obermaterial ist fast immer ein robuster  Textil/Leder-Mix. Im Angebot ab 20 Euro, meist zwischen 30 und 40 Euro.

Springerstiefel
Kultig und bequem. Pflicht-Fußbekleidung in der Streetfighter-Szene. Vorteile wie beim normalen Schnürstiefel, Obermaterial aber etwas robuster, Lederpflege vorausgesetzt. Sohle manchmal mit Stahleinlage (Durchtrittsicherheit beim Ankicken), Innenausstattung teilweise mit bequemem Fußbett. Gibt’s in kurzer (Foto) und etwas höherer Ausführung ab zirka 40 Euro.

Kurzstiefel
Kurz und gut. Vereint die Vorteile normaler halbhoher Stiefel mit denen spezieller Motor-radstiefel. Fixierung, Schalt-/Bremsgefühl sowie Zehen- und Knöchelschutz sind besser als bei den vorgenannten Modellen, Schienbeinschutz aber auch mäßig. Marken-Modelle ab 100 Euro.

Tourenstiefel  wasserdicht  
Klassiker für Otto Normalfahrer. Meist aus Rindleder, oft mit atmungsaktiver und wasserdichter Klimamembran bestückt. Schaltverstärkungen sowie guter Schienbein- und Knöchelschutz sind selbstverständlich. Erlauben auch Fußgängerbetrieb. Qualität ab 120 Bikerboots
Uriges Show-Teil. Die kernigen Treter bieten viel Leder – und ansonsten meist keine weitere Ausstattung. Bei Chopper- und Cruiserfahrern trotzdem beliebt. An- und Ausziehen oft mühsam, Unfallschutz nicht sehr viel besser als bei Kurzstiefeln. Im Angebot ab 50 Euro.

Sportstiefel  
Für Heizer und Schleifer. Viel schlanker als Tourenstiefel. Wasserdichtigkeit und Fußgängertauglichkeit sind zweitrangig, gutes Gefühl für Rasten, Hebel und Fahrbahn („Schräglagenfühler”) ist alles. Die Schleifkanten lassen sich auswechseln. Ab 160 Euro.

Rennstiefel mit Innenschuh
Maximaler Schutz. Muss ein Rennen lang optimal schützen und besten Kontakt zur Maschine bieten. Ob der Stiefel auf Dauer und auch abseits des Motorrads bequem ist, interessiert niemanden. Teilweise mit extra Hartschalen-Innenschuh bestückt. Ab 350 Euro.

Enduro-/  Crossstiefel

Ab durch den Dreck. Mit auswechselbaren Stahlkappen, robusten Schnellverschluss-Schnallen, großformatigem Schienbeinschutz und wasserabweisend behandeltem Leder plus Kunststoffbesatz. Markenqualität ab 200 Euro.

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