Richtig kaufen Gefälschte Verkaufs-Annoncen

Gebrauchtbörsen stecken voller Angebote, die zu schön sind, um wahr zu sein. Daran erkennen Gebrauchtkäufer einen Betrugsversuch.

Foto: mps-Fotostudio, Hersteller
Lang schon warnt die Polizei davor, doch immer noch fallen Gutgläubige auf die Masche herein: Gnadenlos nutzen Betrüger die Schnäppchenlust von Motorradkäufern, die in einer Internetbörse auf ein vermeintlich tolles, weil extrem günstiges Gebrauchtangebot gestoßen sind. Etwa das einer top gepflegten Benelli TnT 1130: keine vier Jahre alt, nur 11000 km, für sensationelle 3000 Euro. Marktwert: über das Doppelte! 2Räder ging zum Schein auf dieses und andere Angebote ein, bekundete per E-Mail Kaufinteresse und zeigt hier die gängigsten Methoden. So antwortete auf die Benelli-Anfrage als Verkäufer ein angeblicher „Jochen Staubitz“, der in seinen E-Mails auf Englisch behauptete, beruflich in Mailand zu sein und anbot, das Motorrad „auf eigene Kosten“ via Spedition zum Käufer nach Deutschland transportieren (und bei Nichtgefallen sogar wieder abholen) zu lassen. Der Käufer müsse lediglich den Kaufpreis von 3000 Euro vorab an die Spedition überweisen, die die Kauf­- summe quasi treuhänderisch verwalten würde. Erst nach Ankunft der Benelli beim Käufer und dessen abschließender Zustimmung bekäme er, „Jochen Staubitz“ in Mailand, das Geld. Ein nettes Märchen. Und der echte Jochen Staubitz, dessen Annonce möglicherweise nur kopiert und mit einem neuen Preis versehen wurde, ahnt von diesem Phantasieangebot nichts. Genauso wenig wie die angegebene Spedition existiert. Tatsächlich gibt’s von ihr lediglich eine auf den ersten Blick seriös wirkende Website – und natürlich ein ganz reales Bankkonto. Doch wer darauf überweist, sieht weder je ein Motorrad, noch sein Geld wieder.
Motoscout24.de und mobile.de warnen auf ihren Websites ausdrücklich vor solchen und ähnlichen Betrugspraktiken. Außerdem bieten beide Börsen die Möglichkeit, verdächtige Angebote mittels Mouseklick zu melden. Diese werden dann geprüft und ge­-­gebe­nen­falls vom Netz genommen – laut einer Mitarbeiterin des Unternehmens allein bei mobile.de „täglich fünf bis zehn. Und wenn die Motorradsaison jetzt los geht noch viel mehr.“
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Foto: mps-Fotostudio

Darauf müssen Sie achten

Äusserste Vorsicht ist geboten wenn:

Das Angebot unter Marktwert liegt.
Motorradtyp und Daten offensichtliche Fehler aufweisen (z. B. Honda CBR 1000 RR mit „Automatikgetriebe”).

Finger weg wenn:
Das Angebot weit unter Marktwert liegt.
Der Anbieter überraschend aus dem Ausland antwortet.
Das angebotene Motorrad sich im Ausland befinden soll.
Der Anbieter die Abwicklung über Spedition und (an­geblichen) Treuhandservice vorschlägt.
Der Anbieter Vorkasse verlangt.
Die Zahlung über Geldtransfer-Institute wie Western Union oder MoneyGram erfolgen soll.
Eine Besichtigung vor Ort nicht möglich ist. (Achtung: Eingescannte und zugemailte Fahrzeugpapiere sind oft gefälscht.)
Keine deutsche Zulassung vorliegt.

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