Schmiersysteme Schmiersysteme

Die verschiedenen Schmiersysteme im Motorenbau werden in Verlustschmierung und Umlaufschmierung eingeteilt.

Die verschiedenen Schmiersysteme im Motorenbau werden in Verlustschmierung und Umlaufschmierung eingeteilt.
Bauartbedingt haben Zweitaktmotoren grundsätzlich eine Verlustschmierung.


Die einfachste Form der Verlustschmierung ist die Mischungsschmierung. Das Schmieröl wird dem Kraftstoff nach Herstellerangabe im Verhältnis von 1:20 bis 1:100 beigemischt. Durch den Vergaser ins Kurbelgehäuse angesaugt, schmiert das Gemisch aus Benzin und Öl die Lagerstellen des Kurbeltriebs sowie Zylinder und Kolben. Das überschüssige Öl wird anschließend zum Teil mit dem Kraftstoff verbrannt und sorgt für die zweitakttypische blaue Fahne am Auspuff.

Bei moderne Zweitaktmotoren ist die Verlustschmierung als Getrenntschmierung ausgeführt: Eine Pumpe fördert den Schmierstoff aus einem Öltank zum Vergaser. Dort wird das Schmiermittel abhängig vom Lastzustand, also von der Gasgriffstellung, und der Drehzahl dem Benzin beigemischt. Wie bei der Mischungsschmierung verbrennt der Motor das Öl.


Dagegen bleibt das Öl in einem Viertakter im Motor, im günstigsten Fall, bis es gewechselt wird. Bei der einfachsten Art der Schmierung, der Tauch- oder Schleuderschmierung, schleudert eine im Öl panschende Kurbelwelle Spritzöl an die Lagerstellen des Motors. Diese Art von Schmierung findet im Motorenbau jedoch kaum noch Verwendung, weil die Versorgerung der einzelnen Lagerstellen mit Öl doch sehr vom Zufall abhängt.


Durchgesetzt hat sich bei Viertaktmotoren vor allem die Druckumlaufschmierung: Eine Pumpe saugt das Öl aus der Ölwanne und drückt es durch Kanäle zu sämtlichen Schmierstellen im Motor. Unter Druck tritt das Öl an den Schmierbohrungen aus, bildet einen Spalt zwischen den Lagerstellen und läuft anschließend in den Ölsumpf zurück.


Zwei Ölpumpen und einen separaten Öltank benötigt die Trockensumpfschmierung. Eine Druckpumpe befördert das Öl aus dem Ölbehälter zu den Schmierstellen im Motor. Von dort tropft es in den Ölsumpf und wird von einer Saugpumpe wieder in den Öltank zurückbefördert. Die Saugpumpe verfügt über eine höhere Förderleistung als die Druckpumpe, der Ölsumpf bleibt somit weitgehend "trocken". Die zwei Vorteile gegenüber der Naßsumpfschmierung sind die verringerte Bauhöhe des Motors durch den Wegfall der Ölwanne, zudem hat die Lage des Motorrads keinen Einfluß mehr auf die Ölverversorgung.

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Naßsumpfschmierung: Eine Pumpe saugt das Schmiermittel aus der Ölwanne und befördert es zu den Lagerstellen im Motor

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Trockensumpfschmierung: Zwei Pumpen sind notwendig, um das Öl in den Öltank und von dort zurück in den Motor zu fördern

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