So geht's Alles über Batterien

Ohne funktionierende Batterie geht gar nichts. Darum sollte man dem Kraftspender stets besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung widmen.

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Herkömmliche Akkus halten rund sechs Jahre, bevor sie getauscht werden müssen. Zu Lebzeiten verlangen sie Pflege wie die regelmäßige Kontrolle, ob die Säure auch stets die Platten im Inneren bedeckt. Wenn nicht, destilliertes Wasser nachfüllen, keine Säure! Wird die Batterie länger nicht genutzt, sollte sie abgeklemmt, kühl gelagert und regelmäßig nachgeladen werden. Ein gutes Ladegerät speziell für Motorradbatterien mit Überladeschutz (ab ca. 40 Euro im Fachhandel) zahlt sich schnell aus.
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Foto: Varta

Aus was besteht eine Batterie

Verschlussleiste
Nach der Erstbefüllung werden bei diesem Typ die Zellstopfen dauerhaft versiegelt

Batteriezelle
Kleinste Einheit einer Batterie. Ihre einzelnen Bauteile werden durch den Zellverbinder miteinander verbunden

Gitter
Grundbausteine einer Bleiplatte (Elektrode), die mit wechselnder Polarität (positiv und negativ) zu einem Plattenblock zusammengefügt werden

Paste
Wird in verschiedenen Mischungen auf die positiven und negativen Gitter einer Batterie gestrichen

Separator
Bauteil aus Vlies- oder Folienmaterial zur physikalischen Trennung und elektrischen Isolierung zwischen den Platten entgegengesetzter Polarität

Der Kälteprüfstrom

ist ein Entladestrom in Ampere (A), der bei minus 18 Grad Celsius für die Dauer von zehn Sekunden gemessen wurde. Das Prüfverfahren ist in Normen (DIN, EN) geregelt. Mit diesem Wert lässt sich viel eher eine Aussage über die Qualität einer Motorradbatterie treffen als anhand der Kapazität in Ah. Gute Exemplare leisten 100 bis 120 Ampere.

Die Kapazität
bezeichnet lediglich die verfügbare Elektrizitätsmenge einer Batterie, gemessen in Amperestunden (Ah). Ein hoher Ah-Wert ist kein Indikator für die Qualität einer Starterbatterie. Viel wichtiger ist das Startstromverhalten: Stimmt das, können auch Batterien mit viel kleineren Kapazitäten verwendet werden.

Die Nennspannung
in Volt (V) wird während der Entladung mit einer niedrigen Stromstärke gemessen. Bei Zwölf-Volt-Motorradbatterien handelt es sich um sechs in Reihe geschaltete Bleiakkumulatorzellen. Voll geladen ergibt sich rechnerisch ein Wert von 12,72 Volt, da jede Zelle eine Potenzialdifferenz von 2,12 Volt hat.

Batteriegehäuse
Wartungsfreie Batterien sind fest verschlossen. Bei zu hohem Innendruck kann Gas durch ein Sicherheitsventil entweichen

Anschlusspol
Wichtig ist eine gute Leitfähigkeit. Neben Blei kommt auch Messing zum Einsatz

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Auf was man bei Batterien achten sollte

Batterien...

...sollten vor dem Anschließen an den Klemmen satt mit Polfett bestrichen werden.
Falsch: Polfett ist nicht leitend. Wird es auf den Kontaktflächen aufgebracht, verschlechtert sich der Stromfluss. Polfett bietet einen sinnvollen Schutz gegen Säuredämpfe, Korrosion und Salznebel und sollte erst nach dem Anschließen der Batterie dünn aufgetragen werden.

...darf man tiefkühlen.
Richtig: Bei gut gepflegten und geladenen Batterien gefriert der Elektrolyt erst bei minus 68 Grad Celsius. Da bei steigender Temperatur die Selbstentladung zunimmt, ist ein kalter
Ort gerade zum Überwintern optimal.

...sollten vor dem Laden immer vollständig entladen werden.
Falsch: Eine Motorradbatterie hat keinen „Memory-Effekt“, wie er von Laptop- oder Handy-Akkus bekannt ist. Im Gegenteil: Durch Tiefentladen nehmen Starterbatterien Schaden.

...können auch mal geschüttelt werden.
Richtig: Beim Startvorgang entsteht Wasser, das sich an den Platten sammelt und dann wie ein Isolator wirkt. Diese Blockade lässt sich durch kräftiges Klopfen oder kurzes Schütteln aufheben.

...dürfen beim Laden auch mal „kochen“.
Falsch: Gerade bei den mittlerweile sehr beliebten Schnellladevorgängen ist darauf zu achten, dass die Zellentemperatur unterhalb von 40 Grad Celsius bleibt. Das sogenannte Kochen oder Gasen setzt den Batterieplatten kräftig zu, die Batterie verschleißt, die Haltbarkeit sinkt.

...gehen im Kurzstreckenbetrieb schneller kaputt.
Richtig: Beim Starten entsteht in der Batterie Bleisulfat, das beim nicht vollständigen Ladevorgang (beispielsweise durch häufigen Kurzstreckenbetrieb) auskristallisieren kann (Sulfatierung). Als Folge nimmt die Batterie immer weniger Ladestrom an und wird zunehmend schwächer.

...können durch ein Körnchen Salz zerstört werden.
Richtig: Gelangt beim Auffüllen des Säurestands beispielsweise Streusalz in die Zelle, steigt die Selbstentladung auf den zehnfachen Wert. Die Zelle und damit die komplette Batterie sind dann kaputt.

...lassen sich durch Messen der Spannung prüfen.
Falsch: Selbst leere Batterien zeigen beim Check zwölf bis 13 Volt an. Erst beim Prüfen unter Last (Zündkabel abziehen, Verbraucher einschalten, fünf bis acht Sekunden orgeln) sind Aussagen möglich. Bei guten Batterien sinkt der Wert nicht tiefer als neun, bei defekten auf vier bis sechs Volt.

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