So geht´s Bremsanlagen optimieren

Beim Bremsen lassen sich entscheidende Meter gewinnen und Gefahren entschärfen. 2Räder sagt, wie Sie Ihre Bremsanlage optimieren.

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Das Zubehörangebot für die Bremsanlage ist gigantisch. Doch nicht alles, was als „rennerprobt” und „Profiware” angepriesen wird, ist für jedes Motorrad empfehlenswert. Gerade bei älteren Bikes ist die Umrüstung auf moderne Bremskomponenten nicht ratsam. Denn das Motorrad ist auf diese Art der Bremsentechnik nicht abgestimmt und würde den Fahrer schnell überfordern. Dennoch gibt es sinnvolles Zubehör, mit dem sich jede Bremse optimieren lässt. Außerdem verlangen viele Teile der Bremse nach aufmerksamer Kontrolle und regelmäßigen Wartungsarbeiten. Wem hier allerdings die Routine fehlt, sollte dies von einer Werkstatt erledigen lassen. 2Räder nimmt sich alle Komponenten der Bremsanlage vom Hebel bis zur Scheibe vor und sagt, wie Sie in Zukunft besser bremsen.

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Tipps für die richtigen Komponenten

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1. Bremsarmatur
Die Handbremsarmatur besteht aus Bremspumpe und Bremshebel. Wichtig ist, dass der Bremshebel stets schnell und sicher erreicht werden kann. Bei vielen neuen Motorrädern gehört deshalb ein einstellbarer Hebel (Foto) zur Serienausstattung, bei älteren Bikes kann dieser nachgerüstet werden. Kosten: rund 120 Euro. Wichtig: darauf achten, dass es ein Teilegutachten oder eine ABE gibt.

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2. Bremsleitung
Häufiges Problem: Die Bremsflüssigkeit in der Bremsleitung ist alt, das System kann keinen Druck mehr aufgebauen. Die Flüssigkeit sollte alle zwei Jahre gewechselt werden. Welcher Typ (DOT 3, 4 oder 5.1) eingefüllt werden darf, ist auf dem Deckel des Ausgleichsbehälters vermerkt. Dann ist Entlüften angesagt, wofür man spezielles Werkzeug und Routine braucht - eine Sache für die Werkstatt.

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3. Bremszange
Bremszangen müssen vor allem sehr steif konstruiert sein, damit der hohe Druck und die extremen Temperaturen (bis zu 600 Grad Celsius) sie beim Bremsen nicht aufspreizen. Wichtig ist, die Bremszange regelmäßig von festgebackenem Bremsstaub und Straßendreck zu reinigen. Achtung: Feuchte Stellen in der Zange zeigen an, dass Dichtungen beschädigt sind.

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4. Bremsbeläge
Neue Motorräder sind oft mit Sintermetall-Bremsbelägen ausgerüstet. Ihr Vorteil: Sie sprechen bereits in kaltem Zustand sehr gut an. Allerdings machen sie die Bremse sehr giftig - das kann bei Regen zum Problem werden. Für ältere Bremsanlagen sind meist organische Beläge die bessere Wahl. Wichtig ist die regelmäßige Verschleißkontrolle.

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5. Bremsscheibe
Bei vielen Bikes haben sich Bremsscheiben aus Chromstahl etabliert. Sie bremsen im Alltag in kaltem und heißem Zustand gut. Im Gegensatz zu schwimmend gelagerten Bremsscheiben können sich starr gelagerte Scheiben bei Überhitzung verziehen. Das merkt man daran, dass der Bremshebel beim Bremsen pulsiert. Ist die Bremsscheibe fleckig, passt der Bremsbelag nicht.

Bremstipps

Gutes Bremsen ist Übungssache. Ideal ist eine leere Straße im Industriegebiet am Wochenende.

Das Training langsam beginnen und in kleinen Schritten in Richtung Grenzbereich vortasten.

Wenn das Vorderrad blockiert, Bremse kurz lösen, um einen Sturz zu vermeiden.

Bei Notbremsungen auch mit dem Hinterrad kräftig mitbremsen.

Nasse Straßen verlangen nach sehr gefühlvollen Bremsmanövern. Auch das sollte geübt werden.

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