So geht's: Wartung und Pflege Bremsenwartung

Regelmäßige penible Wartung und Pflege sämtlicher Bremskomponenten sichern eine zuverlässige Bremswirkung. 2Räder sagt Ihnen, worauf Sie achten sollten, damit Sie mit Ihrem Bike allzeit rechtzeitig zum Stehen kommen.

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Foto: Archiv

Beläge

Zur Kontrolle der Belagstärke reicht ein regelmäßiger Blick in die Bremszange. Weitere Indizien für den Wechsel: ein wandernder Druckpunkt und ein vergrößerter Hebelweg. Mit etwas Routine sind Bremsbeläge schnell gewechselt. Beim Einsetzen der neuen Beläge sollten diese auf der Rückseite dünn mit Kupferpaste bestrichen werden. Das beugt lästigem Bremsenquietschen vor. Aber Vorsicht: Die Paste darf keineswegs auf den Belag geraten. Anschließend sollten die Beläge nach Herstellervorgabe (steht meist auf der Packungsbeilage) eingefahren werden.

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Hebel

An den Lagerstellen des Handbremshebels entstehen hohe Reibungskräfte. Deshalb müssen Bolzen und Reibflächen am Bremszylinder stets gut geschmiert sein (hochdruckfestes Fett). Trockene Hebel lassen sich bei hohem Druck nur noch ruckartig bewegen. Die Bremsarmatur sollte so justiert sein, dass ausgestreckte Finger und Unterarm eine Linie bilden. Falsch montierte Klemmungen sind oft Ursache für ein teigiges Bremsgefühl. Beim Einstellen der Griffweite alle Positionen durchprobieren, um die optimale Stellung für eine gefühlvolle Bremsdosierung herauszufinden. Tipp: Zeige- und Mittelfinger sollten bei locker am Griff aufliegender Hand über den Hebel hinausreichen.

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Leitung

Häufigster Fehler im System ist zu alte Bremsflüssigkeit. Diese sollte spätestens alle zwei Jahre ersetzt werden, da sie hygroskopisch ist, also beim Altern Wasser aufnimmt. Dadurch sinkt der Siedepunkt der Flüssigkeit und die Leistungsfähigkeit lässt deutlich nach. Welcher DOT-Bremsflüssigkeitstyp eingefüllt werden kann, ist auf dem Deckel des Ausgleichsbehälters vermerkt, im Zweifel den Fachhändler fragen. Die glykol-basierten Typen DOT 3, 4 und 5.1 dürfen untereinander, nicht aber mit dem Typ DOT 5 gemischt werden, der silikonhaltig ist und somit eine ganz andere Zusammensetzung aufweist. Nach dem Austausch der Flüssigkeit ist ein penibles Entlüften des Systems angesagt. Dazu empfiehlt sich der Einsatz eines Entlüftungsgeräts (zirka 50 Euro), das die Flüssigkeit per Unterdruck absaugt. Bei der anschließenden Funktionskontrolle muss der Druckpunkt konstant bleiben.

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Scheibe

Ist der Außenring der Bremsscheibe fleckig, hat man eine ungünstige Reibpaarung erwischt und sollte auf andere Bremsbeläge wechseln. Nach dem Belagwechsel die Bremsscheibe mit Bremsenreiniger von altem Abrieb befreien und dabei auf mögliche Riefen achten. Pulsiert der Hebel beim Bremsen, ist die Scheibe verzogen. Lässt sich der Schaden nicht mehr durch Planen in einem Fachbetrieb beheben, muss die Bremsscheibe ausgetauscht werden. Das gilt auch, wenn die Scheibe an der Verschleißgrenze angekommen ist.

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Zange

Bei jedem Belagwechsel sollte man gleichzeitig die Zange reinigen. Festgebackener Bremsstaub und Straßenschmutz lassen sich mit einer Messing- oder Kupferbürste, reichlich Wasser und Spülmittel entfernen. Für die Reinigung der Bremskolben empfiehlt sich ein weicher Lappen oder eine Zahnbürste, um Riefen und Kratzer zu vermeiden. Vorsicht: Werden verdreckte Kolben in die Zange zurückgedrückt, können die Dichtungen beschädigt werden. Bei der ersten Sichtkontrolle unbedingt auf feuchte Stellen in der Bremszange achten - das könnte austretende Bremsflüssigkeit sein.

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