So geht´s Einmotten

Vermeintliche Experten machen aus der Winterpause-Vorbereitung eine Wissenschaft. Vergessen Sie es! Einmotten ist nämlich ganz einfach.

Foto: Bilski

Wer beabsichtigt, sein Motorrad für die nächsten zehn Jahre stillzulegen, sollte schon etwas Aufwand treiben, um typische Standschäden zu vermeiden. Wer allerdings nur vorhat, die kommenden fünf, sechs Monate motorradfrei zu sein, kann die meisten der klassischen Einmott-Tipps getrost vergessen. Batterie ausbauen und frisch halten, Vergaser leeren, Tank gegebenenfalls randvoll füllen – das ist es eigentlich auch schon, was man machen sollte, damit es im nächsten Frühjahr wieder sofort losgehen kann. Wer unbedingt mehr machen will: Bitte schön, es schadet (meistens) nicht.

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Einmotten in 9 Schritten

Züge schmieren
Gut gemeint, aber nicht immer sinnvoll. Bei manchen Motorrädern sind Züge mit Teflon-Innereien verbaut, die das Öl ruiniert. Daher unbedingt die Wartungstipps der Betriebsanleitung beachten. Im Zweifelsfall: Lieber Finger weg!

Tank füllen

Bei unversiegelten Stahlblechtanks ist es durchaus sinnvoll, den Tank randvoll zu füllen, damit im Inneren nichts rosten kann. Aber: Nicht wenige Motorräder haben Kunststofftanks (z. B. viele Enduros, einige Triumph) oder Alu-Spritfässer. Diese Tanks können gar nicht rosten und überwintern am besten ohne Sprit, denn der wird durchs lange Lagern nicht besser. Ganz im Gegenteil.

Batterie ausbauen
Der wichtigste Einmott-Tipp. Akkus sterben nicht im Betrieb, sondern durchs Stehen. Also ausbauen und laden. Flüssigkeit ggf. auffüllen – aber erst nach dem Laden. Achtung: Dauerladegeräte sind für Blei/Säure-Akkus okay, für manche Hightech-Akkus aber Gift (Bedienungsanleitung!)

Vergaser leeren

Wer die Schwimmerkammern gefüllt lässt, hat im Frühjahr zugesetzte Vergaserdüsen – und womöglich massive Startprobleme. Schwimmerkammer also leeren (Ablassschraube). Noch einfacher: Benzinhahn schließen und Motor laufen lassen, bis er ganz von allein ausgeht.

Motorrad waschen

Ein sauberes Motorrad ist immer besser. Aber: Wer vor der Winterpause mit dem Hochdruckreiniger auf Lager und Reifen hält und/oder Reinigerreste nicht vollständig entfernt, macht mehr kaputt, als dass es nützt. Viel wichtiger: Luft muss ans Motorrad, damit sich kein Kondenswasser bilden kann.

Öl ins Kerzenloch

War bei Opas Boxer-BMW noch leicht zu machen und schadete nicht. Heute wär’s Fummelarbeit – und total überflüssig. Genauso wie „regelmäßig Motor durchdrehen”. In sechs Monaten backt innen nichts fest.

Öl wechseln
Die Additive (Zusätze) in modernen Motorradölen sorgen dafür, dass aggressive Stoffe den Motorinnereien nichts anhaben können. Ein Extra-Ölwechsel außerhalb der Service-Intervalle ist daher nicht wirklich erforderlich.

Reifen entlasten
Generationen von Motorradfahrern experimentierten mit Holzklötzchen, Wagenhebern o. ä., damit die Reifen keinen Bodenkontakt haben (wegen „Standplatten”). Wenn die Reifen vor der Winterpause den korrekten Maximal-Füllwert (Sozius plus Gepäck) haben, steht sich aber auch ohne Aufbocken nichts platt. Fazit: überflüssig.

Kette reinigen
Generationen von Motorradfahrern experimentierten mit Holzklötzchen, Wagenhebern o. ä., damit die Reifen keinen Bodenkontakt haben (wegen „Standplatten”). Wenn die Reifen vor der Winterpause den korrekten Maximal-Füllwert (Sozius plus Gepäck) haben, steht sich aber auch ohne Aufbocken nichts platt. Fazit: überflüssig.

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