So geht's: Essen und Motorrad fahren Essen und Motorrad fahren

Ein voller Bauch navigiert nicht gern: 2Räder verrät Ihnen, was Ihr Körper auf langen Touren braucht.

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Einen Alpenpass hinauf kann so ein Schweine­braten mit Klößen und Soße ganz schön schwer im Magen liegen – da macht auch die sportliche Maschine nichts mehr wett. Während die Kollegen flockig den Berg hinaufpreschen, kämpfen Sie mit Sodbrennen und Seiten­stechen. Stunden später quält Sie ein tiefes Loch im Bauch und Konzentrationslosigkeit bis hin zum Sekundenschlaf. Denn schon in der Nacht zuvor hat Ihnen ein voller Bauch den Schlaf geraubt. Am liebsten wären Sie gar nicht erst aufs Motorrad gestiegen. 2Räder zeigt Ihnen in vier Tipps, wie Sie den Spaß an langen Touren dank richtiger Ernährung behalten, sich optimal auf intensive Etappen vor-bereiten und unterwegs fit halten. Dazu müssen Sie nicht einmal auf Schnitzel­brötchen und Bier verzichten.

Am Vorabend
Nicht nur Werkzeug und Kleidung müssen am Abend vor der Tour überlegt gepackt werden, auch die Verpflegung muss für Länge und Intensität der Ausfahrt reichen. Überlegen Sie sich im Vorfeld, wie lang die Etappen sein sollen. Am Vorabend verzichten Sie besser auf fettes Essen wie Schweinebraten und übermäßig viel Alkohol. Versuchen Sie, stattdessen auf wenig belastende, jedoch nährstoffreiche Nahrung umzustellen. Ersetzen Sie Weißmehlprodukte durch mehrfach gesättigte Kohlenhydrate, wie Sie in Vollkornprodukten enthalten sind. Auf Deftiges müssen Sie nicht zwangs-läufig verzichten; reduzieren Sie aber die Bratkartoffel-Bei­lage, und essen Sie dazu ein Stück Seelachsfilet und Gemüse. Auch gegen Fleisch spricht nichts, z. B. ein mariniertes Hühnerbrustfilet oder ein mageres Rindersteak mit Salat. Auf fette Soßen sollten Sie aber verzichten. So starten Sie frisch in den nächsten Tag.

Tourfrühstück
Um den Motor richtig vorzuheizen, benötigt der Körper die richtige Grundlage als Starthilfe. Ein ballaststoff- und vitaminreiches Frühstück gibt viel Energie, um in den Tag zu starten. Eiweiß hilft zusätzlich, Heißhungerattacken abzuwehren. So können frühe Stopps auf der Fahrt vermieden werden. Toast mit Honig belastet zwar den Körper wenig, schießt den Blutzuckerspiegel aber nur kurzfristig in die Höhe. Der rasche Abfall erzeugt ein erhöhtes Bedürfnis nach zuckerhaltigen Lebensmitteln. Die ideale Kombina­tion zum Frühstück ist eine Mischung aus vollwertigen Kohlenhydraten und Eiweiß. Frühstücken Sie zum Beispiel 30 bis 40 Gramm Vollkornmüsli mit Joghurt, Vollkorn- oder Dinkelbrot mit Rührei und Schnittlauch oder Quark und Marmelade, dazu ein Glas Orangensaft. Dieses Menü belastet den Körper nicht unnötig und versorgt ihn mit wichtigen Nährstoffen für den Tag.

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Auf der Strecke

Ohne Treibstoff läuft nichts. Diese Binsenweisheit gilt nicht nur fürs Motorrad, sondern auch für den menschlichen Körper. Und ganz egal, wieviel Spaß Motorradfahren macht: Es ist auch körperlich und geistig anstrengend. Denn schließlich muss der Körper die Maschine mehrere Stunden am Stück kontrollieren und den Fahrtwind aushalten; der Geist muss im Verkehr konzentriert bleiben und die Orientierung behalten. Die wichtigste Regel auf einer Tour ist zum Glück eine ganz einfache: Trinken, Trinken, Trinken – dieses Mantra ist so wichtig, dass man es sich ruhig auf den Tank kleben könnte. Sieht aber doof aus, deswegen sollte man es sich aber im Kopf immer wieder ins Gedächtnis rufen. Denn während einer langen Ausfahrt schwitzt man mehr, als man gemeinhin denkt; ganz besonders natürlich, wenn die Sonne auf den Asphalt brennt. An heißen Tagen gibt ein Mensch über die Schweißdrüsen bis zu einem halben Liter Flüssigkeit ab – und zwar pro Stunde. Mit dem Schweiß gehen dem Körper wichtige Mineralien verloren. Der Mangel kann sich in Magenproblemen, Konzentrationsbeschwerden, Kopfschmerzen und Muskelkrämpfen äußern. Zur Vorbeugung empfehlen sich mineralreiche Getränke wie Saftschorlen. Auch alkoholfreies Bier enthält eine Vielzahl an Mineralien und Vitaminen, die die Mineralstoffspeicher wieder auffüllen – aber bitte nicht überdosieren: Zu viel davon belastet nämlich auch den Magen. Es empfiehlt sich, in kleinen Mengen zu trinken, zum Beispiel jede Stunde etwa 0,2 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Wer das Trinken mit Essen verbinden will, der trinkt Fruchtbuttermilch. Die darin enthaltenen Proteine halten lange satt. Ungezuckerte Müsliriegel liefern Kohlen­hydrate. Auch Studentenfutter eignet sich prima als Snack für unterwegs. Die Nüsse enthalten gesunde Fette, und das Vitamin B erhält die Konzentrationsfähigkeit.

Nach der Tour
Erschöpft und hungrig kommen Sie am Abend an Ihrem Zielort an. Stürzen Sie sich jetzt nur nicht direkt aufs Buffet; trinken Sie lieber zuerst eine große Saftschorle oder ein isotonisches Getränk. So werden die leeren Kohlenhydratspeicher besonders schnell wieder aufgefüllt, und der erste Heißhunger ist gedämpft. Am Buffet dürfen Sie es sich dann gerne gut gehen lassen. Beginnen Sie mit Salaten und wählen Sie dann am besten mageres Fleisch und Fisch in Kombination mit kleinen Mengen Nudeln oder Reis. Gemüse und Obst hilft Ihnen dabei, Ihre geschwächte Immunabwehr wieder aufzupäppeln. Falls am nächsten Tag eine weitere anstrengende Etappe auf dem Plan steht, sollten Sie wiederum auf zu spätes Essen und zu fettige Speisen verzichten – siehe oben. Wenn Sie am nächsten Tag nur gemütlich durch die Gegend cruisen wollen, spricht nichts gegen das berühmte Schnitzelbrötchen – denn mal ehrlich: Das gehört zu einer ordent-lichen Ausfahrt auch dazu.

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