So geht´s Fahren bei Nässe und Glätte

Schlechte Straßenverhältnisse fordern nicht bloß erhöhte Aufmerksamkeit. Fahren bei Regen will gelernt sein. 2Räder gibt Tipps zum sicheren Umgang mit Nässe.

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Wenn’s nass ist, Tempo raus. Diese selbstverständliche Grundregel ist die halbe Miete für sicheres Fahren bei schlechter Witterung. Aber eben nur die halbe. Der Fahrstil, die Fahrerhaltung und ein geschärfter Blick für die Straße machen den Rest aus. Bei Nässe sollte man abrupte Manöver wie plötzliches Gasgeben oder heftige Bremsungen vermeiden - eigentlich auch klar. Was dagegen nicht jeder beherzigt: Nur eine lockere, entspannte Körperhaltung bietet bestmögliche Kontrolle übers Motorrad. Daher ist gute Fahrerausstattung nicht nur fürs persönliche Wohlbefinden wichtig, sondern auch für sicheres Fahren. Anders formuliert: Wer friert, fährt schlecht. Desselbe gilt, wenn man vom Kopf her verkrampft. Denn nur ein gelassener, angstfreier Fahrer bleibt in Grenzsituationen, wenn das Motorrad mal rutscht, locker und reagiert richtig. Diese Gelassenheit und die richtigen Reaktionen muss man lernen, bei Fahrsicher­heitstrainings etwa: www.actionteam.de und der ADAC bieten zum Beispiel welche an.
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10 Gebote für Regenfahrer

Du sollst die Stulpen der Handschuhe nicht über, sondern unter die Jackenärmel schieben. Und Hosenbeine gehören bei Regen über die Stiefel!

Du sollst alle Klettbänder im Stehen schließen, willst du Faltenwurf und damit Wassereinbruch vermeiden.

Du sollst Futter oder Innenjacke zum Trocknen herausnehmen. Denn wenn nasse Textilbekleidung trocknet, wandert Feuchtigkeit durch die Klimamembran nach innen.

Du sollst Funktionswäsche tragen, denn Fahrten bei Regen können schweißtreibend sein. Der Stoff muss die Feuchtigkeit rasch vom Körper ableiten, um Auskühlung zu verhindern.

Du sollst das Visier deines Helms justieren. Geht ganz einfach an der Aufhängung; die Scheibe muss bündig an der Dichtlippe anliegen.

Du sollst deine Lederkombi lieben wie dich selbst. Regelmäßiges Einfetten hält die zweite Haut jung und kurze Schauer ab.

Du sollst nicht alles glauben, was man dir verspricht. Egal, wie dicht Koffer oder Tankrucksack angepriesen werden: Versenke dein Hab und Gut nicht blauäugig, sondern pack’s zuvor in Plastiktüten. Ist immer noch der beste Nässeschutz.

Du sollst keine gummierten Überzieher über Handschuhen oder Stiefeln tragen. Sie verwässern den Kontakt zum Untersatz. Das Gefühl in Händen und Füßen schwindet dramatisch, was bei Regenfahrten gefährlich ist.

Du sollst nicht über deine undichte Regenkombi fluchen, wenn du beim Kauf nicht darauf geachtet hast, dass die Einzelteile der Pelle vernäht und die Nähte von innen verklebt sind.

Du sollst keinen Weichspüler benutzen, wenn deine Textilkombi gewaschen werden muss. Und sie muss, regelmäßig! Andernfalls können Dreckpartikel die Klimamembran zerstören. Weichmacher können das allerdings auch - außerdem setzen sie der Imprägnierung zu.
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Die größten Gefahrenquellen

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Bitumen auf der Fahrbahn ist bei Regen kaum zu erkennen und Rutschfalle Nummer 1. Daher Vorsicht bei schwarzen Streife.
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Auch auf den weißen Fahrbahnmarkierungen kann’s bei Nässe rutschig sein. Darum im stumpfen Winkel drüber.
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Straße immer im Blick: Nasses Laub kann in Kurven gefährlich werden.

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