So geht's: Autogas LPG-Autogas für Motorräder

Tanken für die Hälfte – mit LPG (Liquified Petroleum Gas) geht das. Die Umrüstung auf Autogas ist mittlerweile auch für Motorrad-Vielfahrer interessant.

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Besitzer vergaserbestückter motorräder  brauchen nicht weiterlesen, sorry. Doch wer einspritzen lässt, kann in der Regel auch das günstige und nebenbei noch umweltfreundliche Gas tanken. Die dafür nötige Umrüstung ist bei  jedem Motorrad mit elektronischer Einspritzung  möglich. Erfolgreiche Umbauten gibt es beispielsweise vom BMW-Spezialisten Wunderlich, der unter anderem einer K 1200 Autogas in die Nüstern bläst. Auch Tuning-Experte Mizu packt LPG in den Tank und stattet u. a. Suzukis GSF 1250 Bandit und den Mega-Scooter Burgman 400 mit der  geld- beutelschonenden Verbrennungsanlage  aus.

Wie’s geht? Beim Auto wird der Gas-Zusatztank normalerweise platzsparend in der Reserverad-Mulde versteckt. Das klappt beim Motorrad leider nicht – also wohin damit? Autogas-Tanks müssen sehr druckfest sein und sind deshalb zylindrisch oder rund. Verschlungene Formen, die ins Rahmendreieck oder unter die Sitzbank passen, sind derzeit nicht möglich.

So bleibt nur die Lösung, einen Zylindertank entweder im Topcase, auf den Rahmenoberzügen oder – beim Roller – im Helmfach unterzubringen. Die erste Lösung ist nicht gerade elegant, die zweite verdrängt den normalen Benzintank, und die Reichweite schrumpft empfindlich zusammen. Allein die Helmfach-Lösung ermöglicht eine technisch saubere und formal unauffällige Variante, welche die Reichweite eines damit aufgerüsteten Fahrzeugs nahezu verdoppelt und die Unabhängigkeit vom LPG-Tankstellennetz erhält – schließlich bleibt der Benzintank und es kann auch mit normalem Sprit gefahren werden. Rund 4000 LPG-Zapfstellen gibt es mittlerweile bundesweit. Für eine individuelle Reiseplanung mit dem Motorrad oder Roller reicht diese Dichte aber bei weitem nicht aus. Es sei denn, es geht nach Italien, in die Türkei, in die Niederlande oder die ehemaligen GUS-Staaten, wo das  Autogas-Angebot schon zum  Standard beinahe jeder Zapfstation  gehört.

Eine echte Alternative sind autogasbetriebene Zweiräder in Ballungsräumen. Hier ist die Tankstellendichte hoch und der Spareffekt bei häufiger Nutzung groß. Auch die passenden Fahrzeuge sind günstig: Ein 50er- oder 125er-Scooter auf Basis chinesischer Benzhou-Roller kostet,  fix und fertig für LPG-(und Benzin-) Betrieb modifiziert , 1650 bis 1750 Euro. Die Nachrüstung eines LPG-Tanks, die je nach Fahrzeug zwischen 1500 und 2000 Euro verschlingt,  rechnet sich ab Jahresfahrleistungen von mindestens 3500 Kilometern – je mehr desto besser. Günstig wird’s, wenn die Nachfrage steigt – und das ist gar nicht so unwahrscheinlich. Dann kostet das Hobby beim Tanken nur noch die Hälfte, und der Umweltengel fährt auch noch mit. 2Räder bleibt am Thema dran.

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Discount-Angeot: Der 50er-Roller QT-10 für knapp 1700 Euro von AFE TEC fährt mit 6,5 Litern Benzin und fünf Litern LPG an Bord.

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Tank-Verstecke: Unter der Tankattrappe (oben) oder im Topcase (großes Foto).

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Elegante Lösung: Bi-Fuel-Roller Burgman 400 von Suzuki mit Zylindertank im Helmfach. Vorteil: Benzin bleibt an Bord.

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Immer auf dem Laufenden: LPG-Füllstands- und Funktionsanzeige im Cockpit.

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