So geht's Luftfilter reinigen/wechseln

Wenn der Motor unrund läuft oder zuviel Sprit verbraucht, kann’s am verschmutzten Luftfilter liegen.

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Freies atmen, also ordentlicher Durchzug, ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass ein Verbrennungsmotor vernünftig arbeiten kann. Wenn ein Kilogramm Benzin mit 14,7 Kilogramm Luft kombiniert wird, herrscht ein optimales Verbrennungsluftverhältnis („Lambda 1”). Um die korrekte Mischung kümmern sich Vergaser bzw. Einspritzanlage. Doch völlig freies Atmen kann in der staubigen Praxis ziemlich schädlich sein. Nämlich dann, wenn mit der Ansaugluft Fremdkörper ins Motorinnere geraten. Die Hauptaufgabe von Luftfiltern ist, genau das zu verhindern. Der Prüfpunkt „Luftfilterkontrolle” bzw. der Tausch ist Bestandteil jeder großen Inspektion.

1. Zum Ausbau des Luftfiltereinsatzes müssen meist Sitzbank und Tank weichen. Beim Abnehmen des Tanks nicht vergessen, den Benzinhahn zu schließen. Nur bei einem Membran-Benzinhahn ist dies unnötig. Nun den Deckel des Luftfilterkastens abschrauben und Luftfiltereinsatz herausnehmen. Manche Luftfilter sind von der Seite zugänglich.

2. Bei dem abgebildeten Modell ist ein Schutzgitter vor dem Ansaugkanal montiert. Meist aber liegen die Ansaugkanäle frei und sollten nach Herausnehmen des Luftfilterkastens mit einem sauberen Lappen abgedichtet werden, damit nicht Schmutz, Schrauben oder sonstige Kleinteile in den Ansaugkanal gelangen. Lappen später nicht vergessen!


3. Den Trockenluftfilter immer von innen nach außen reinigen. Am besten geht dies mit Druckluft – gibt’s an der nächsten Tankstelle oder aus dem heimischen Kompressor. Ansonsten den Luftfiltereinsatz mit der Außenseite nach unten an einer Tischkante ausklopfen. Allerdings lässt sich so nur der grobe Schmutz entfernen. Alte, völlig verdreckte Filter tauschen.

4. Das Luftfiltergehäuse mit einem ölbenetzten Lappen ausreiben, damit später an der Gehäusewand zusätzlich Schmutzpartikel hängen bleiben. Vor dem Zusammenbau unbedingt die eventuell zugestopften Ansaugkanäle wieder frei machen. Außerdem darauf achten, dass alle Dichtungen am Luftfiltergehäuse und am Deckel richtig sitzen.

5. Beim Einsetzen des gereinigten oder neuen Luftfilters unbedingt die Einbaurichtung beachten. Ist das Luftfiltergehäuse wieder zusammengebaut, gleich noch die Ansaugstutzen auf richtigen Sitz oder eventuelle Risse überprüfen. Wenn der Motor Nebenluft zieht, hat das eine Abmagerung des Gemischs zur Folge und kann zu Motorschäden führen.


6. Der oft gering bemessene Platz unter der Sitzbank für zusätzliches Werkzeug oder Lappen verleitet dazu, jeden noch so kleinen Stauraum zu nutzen. Was nicht selten zu verstopften Ansaugkanälen und zu einer verzweifelten Fehlersuche führt. Zu wenig Ansaugluft sorgt für eine „Überfettung“. Folge: hoher Benzinverbrauch, unwillige Gasannahme.
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Dauerluftfilter

Serienmäßige Luftfilter normaler Straßenmaschinen sind meistens „Wegwerfartikel”. Sie bestehen aus imprägniertem und gefaltetem Filterpapier, das mit einer PU-Dichtung (Polyurethan) kombiniert ist. Ausklopfen und Ausblasen helfen nicht ewig, eines Tages gehört das Filterelement auf den Müll. Die Alternative heißt Dauerluftfilter. Bekanntester Anbieter ist K&N aus Kalifornien (u. a. bei Louis und Polo). K&N verwendet ölimprägniertes Baumwollgewebe, das bei normalem Straßenbetrieb nur alle 80000 Kilometer gereinigt werden muss. Der Hersteller verspricht einen um bis zu 40 Prozent verbesserten Luftdurchsatz. Bei einigen Modellen (z.B. den ersten BMW K 100-Vierventilern) ist tatsächlich eine bessere Gasannahme spürbar. Die Dauerluftfilter kosten im Schnitt das Vierfache normaler Ersatzfilter und sind eintragungsfrei. Info: www.knluftfilter.com.
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Das braucht der Schrauber

Welches Werkzeug zum Ausbau des Luftfilters benötigt wird, ist je nach Motorrad unterschiedlich. Bei manchen Modellen geht es ganz ohne Werkzeug, bei anderen muss viel geschraubt werden. Ist das Bordwerkzeug komplett, können damit alle Teile wie etwa Tank und Seitendeckel abgebaut werden, um an den Luftfilterkasten heranzukommen. Das zum Säubern des Luftfilterkastens verwendete Sprühöl kann auch zur Schmierung von Zügen oder zum Lösen festsitzender Schrauben benutzt werden.

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