So geht's nicht Typische Schraubersünden

Schrauben ist kein Hexenwerk, das lässt sich alles lernen. Aber man muss nicht jeden Fehler selbst machen, um zu kapieren, was man lieber nicht tun sollte.

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Einbau-Reihenfolge nicht beachten
Der Klassiker, und das auch bei geübten Schraubern. Entweder bleiben Teile nach dem Einbau übrig. Oder man erinnert sich nicht mehr daran, was wohin gehört - gern genommen beim Radausbau. Daher immer Papier und Schreiber für Notizen in der Nähe haben und alle Teile geordnet (und verrutschsicher) ablegen. Tipp: Mit Digitalkamera oder Fotohandy alle Ausbauschritte fotografieren.

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Falsche Ölkontrolle
Kein Öl im Schauglas zu sehen? Da füllen wir doch lieber nach. Falsch! Die Maschine steht auf dem Seitenständer, da bleibt das Schauglas immer leer. Motorrad daher immer gerade stellen. Ebenfalls beliebt: Zum falschen Zeitpunkt messen (warmer oder leicht abgekühlter Motor, das hängt vom Schmiersystem ab) oder den Peilstab falsch benutzen (eingeschraubt oder aufgelegt). Also unbedingt ins Fahrzeug-Handbuch schauen, denn zuviel Öl schadet dem Motor auch.

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Batterie nicht oder falsch abklemmen
Die rote Kappe leuchtet so schön, dann schraube ich das Kabel als erstes ab. Niemals! Vor allen Arbeiten an der Elektrik Batterie abklemmen. Damit es keinen Kurzschluss geben kann, immer erst den Minus-Pol (meist schwarzes oder braunes Kabel) abklemmen. Beim Wiedereinbau Minus zuletzt anschließen.

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Billig-Werkzeug benutzen
Das Bordwerkzeug taugt meist nur dazu, um festzustellen, für welche Schraubengrößen vernünftiges Werkzeug besorgt werden muss. Mieses Werkzeug ruiniert Schrauben, Muttern und schlimmstenfalls die Gesundheit, z. B. durch Abrutschen. Auch falsch: Zollgrößen mit metrischem Werkzeug quälen.

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Weitere Tipps

Keine Geduld haben
„Den Rostlöser habe ich doch schon vor einer Minute drauf gesprüht, und es bewegt sich immer noch nichts!“ Gemach. Wer keine Zeit hat, sollte lieber gar nicht erst mit Schrauben anfangen. Eine alte Schrauberweisheit lautet: „Wenn du schnell sein willst, arbeite langsam.“ Und wenn es mal irgendwie nicht  weitergeht, lieber eine Pause machen. Danach klappt’s meistens wieder.

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Aggressive Flüssigkeiten verschütten
Beim Umgang mit Bremsflüssigkeit (Foto) und Batteriesäure kann man nicht vorsichtig genug sein. Das Zeug ist hinterhältig, einfaches Aufwischen hilft nicht. Das merkt man gemeinerweise erst später, denn es zerstört Metall, Lack oder Stoff mit Verzögerung.

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Am falschen Ende sparen
Wozu einen Montageständer kaufen, wenn es die tollen Holzklötze als Aufbockhilfe beim Ketteschmieren auch tun? Weil ein neuer Tank das Vielfache eines Montageständers kostet. Und das ist nur ein Beispiel für gefährliches Schlampen. Handschuhe, Schutzbrille und ein Helfer, der beim Aufbocken/Rad Herausheben/Bremse Entlüften etc. hilft, sind kein Luxus. Der Kauf einer Reparaturanleitung ist es auch nicht.

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Schrauben zu fest anziehen
Für jede Schraube gibt es exakte Anzugswerte (meist als Nm-Angabe für „Newtonmeter“). Die sind oft deutlich niedriger, als es der Hobbyschrauber „im Gefühl“ hat. Wer Schrauben zu stark anknallt lernt schnell: „Nach fest kommt lose.“ Daher Reparaturhandbuch besorgen, Werte beachten und Drehmomentschlüssel (Foto) benutzen.

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Falsche Reifenfülldruck-Kontrolle
Runter von der Autobahn, Benzin tanken und noch schnell den Luftdruck in den Reifen kontrollieren? Lieber nicht! Der Reifen heizt sich beim Fahren auf, dadurch erhöht sich der Reifenfülldruck um bis zu 0,5 bar. Wer jetzt Luft ablässt, ist mit viel zu niedrigem Druck unterwegs und ruiniert die Reifen. Die Druckwerte in Bedienungsanleitungen und Reparaturhandbüchern gelten immer für kalte Reifen.

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Flüssigkeiten offen herumstehen lassen
Hier gilt Murphys Gesetz in abgewandelter Form. Merke: Alles, was umkippen kann, kippt auch garantiert um. Noch ärgerlicher und vor allem teurer: Verkleidungsteile, Seitendeckel o. ä. auf dem Boden liegen lassen. Jede Wette, dass irgendeine Schlafmütze (meist man selbst) darauf tritt. Also offene Behälter immer verschließen und alle abgebauten Teile hochlegen.

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