So geht's Umgang mit der Polizei

Allein der Anblick einer Kelle macht viele Motorradfahrer schon nervös. Mit dem richtigen Ton lässt sich die Situation aber leicht entkrampfen.

Foto: Archiv
Guten Tag. Sie wissen, warum wir Sie anhalten? Der Eröffnungssatz ist längst ein Klassiker, fast jeder hat ihn schon einmal gehört. Und sich nervös gefragt, was er am besten darauf antworten soll. Die Wahrheit ist da nicht immer die bessere Alternative. Je nach Schwere des Verstoßes (und der eigenen Bereitschaft, die drohenden Konsequenzen auf sich zu nehmen) ist es unter Umständen besser, hier keine – und keinesfalls eine unüberlegte – Aussage zu machen. Zwingend nötig sind lediglich Angaben zur eigenen Person, also sich mittels Personalausweis oder Führerschein auszuweisen. Andererseits ist klar im Vorteil, wer bei reinen Routinekontrollen oder Bagatellverstößen offen und auf Augenhöhe mit den Beamten umgeht, ehrlich und wahrheitsgemäß antwortet und die Polizisten als das behandelt, was sie auch sind: nicht Gegner, sondern Mitmenschen – unter welchen es freilich auch immer solche und solche gibt. Grundsätzlich gilt: Ein Polizist macht in einer Kontrolle einfach seinen Job und ist nicht daran interessiert,  jemandem persönlich eins auszuwischen. Schlechte Karten hat jedoch, wer dies von vornherein unterstellt und einem Polizisten gleich mit dem Anwalt oder einer Dienstaufsichtsbeschwerde droht. Dann schalten Beamte gern auf stur. Keine Aussage zu machen empfielt sich immer dann, wenn ein Fahrverbot als Konsequenz auf einen Verkehrsverstoß droht. In solchen Fällen wäre es ungeschickt, sich selbst zu belasten. Die Beweislast liegt bei der Polizei, und die Chance auf Mess- und Verfahrensfehler sowie „Verjährung” nach drei Monaten sollte man nicht leichtfertig verspielen.
Anzeige
Foto: Archiv

So sieht's der Polizist

"Routinekontrollen von Motorradfahrern funktionieren nach dem Zufallsprinzip: Wenn ich zum Beispiel drei Motorräder zur Auswahl habe, stoppe ich das auffälligste, das leuchtendste. Das ist simple Psychologie. Ebenfalls Psychologie ist, wie’s dann weitergeht: Wenn der angehaltene Fahrer von sich aus gleich den Helm abnimmt, gibt er mir zu verstehen, dass er nix zu verstecken hat. Außerdem ist das auch höflicher. Also: Wer den Helm abnimmt, hat schon fast nix mehr zu befürchten. Wenn einer den Helm aber auflässt, was selbstverständlich sein gutes Recht ist, dann werde ich misstrauisch. Ich habe schon oft erlebt, dass Motorradfahrer damit zu verhindern versuchen, dass ich ihre Alkoholfahne rieche. Ein zweites Kriterium ist, ob der Angehaltene mit einem spricht, oder ob er bloß verstockt ›Ja‹ und ›Nein‹ antwortet. Wenn einer offen ist, hat man eigentlich schon kaum mehr Ansatzpunkte. Weswegen sollte ich einen aufgeschlossenen, höflichen Menschen verdächtigen? Zur Routine gehört natürlich der Blick in Führerschein und Fahrzeugpapiere und aufs Kennzeichen, wann die Maschine HU-Termin hat."

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote