So geht's Wartungs- und Reparaturaufträge erteilen

Wenn zwischen der Werkstatt und dem Kunden klare Verhältnisse herrschen, sind am Ende wahrscheinlich beide Seiten zufrieden.

Foto: fact
Der Werkstattaufenthalt ist zuerst einmal ärgerlich. Im Normalfall gibt man morgens sein Fahrzeug ab und bekommt es abends äußerlich unverändert wieder, muss dafür aber sehr viel Geld bezahlen. Die Euros beim Helm- oder Lederkombikauf zu lassen, macht mehr Spaß. Doch in der Garantiezeit, wenn Spezialwerkzeug und -kenntnisse benötigt werden oder wenn man keine Zeit zum/Lust fürs/Ahnung vom Schrauben hat, kommt man um den Werkstattbesuch kaum herum. Wer gelassen an die Sache herangeht und den Meister nicht als potenziell geldgierigen Abzocker, sondern als Dienstleister betrachtet, der für gute Arbeit auch gutes Geld verlangen darf, spart bereits bei der Auftrags­erteilung Nerven. Und nimmt sich die Zeit, mit eben diesem Dienstleister genau zu besprechen, was gemacht werden soll. Wer sich als Kunde etwas in die Arbeitsabläufe einer Motorradwerkstatt eindenkt, geht die Sache noch besser an. Soll heißen: Zu Saison- und Ferienbeginnbeginn, vor Feiertagen und langen Wochenenden brummt bei allen Schraubern der Laden. Wer kann, sollte diese hektischen Termine meiden. Wer seinem Schrauber zudem noch ein Zeitpolster lässt (die für die Wochenendtour benötigte Maschine also nicht erst am Donnerstag, sondern bereits am Dienstag vorbeibringt) , wird vermutlich mit noch besserer und genauerer Arbeit belohnt. Ganz wichtig: Wenn es dann doch mal zu Missverständnissen oder Ärger kommt, hilft die frühzeitige Drohung mit dem Anwalt garantiert nicht. Die Gegenseite schaltet auf stur, die Sache kostet nur Zeit, Nerven und Geld. Auch hier gilt: Sachlich miteinander reden, denn zu richtig guten Geschäften gehören immer zwei zufriedene Seiten.
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10 Gebote für Aufträge

1.        Keinen Pauschalauftrag erteilen („TÜV-fertig machen”), Auftrag schriftlich festhalten, das gibt beiden Seiten Sicherheit.                    

2.    Wenn möglich, einen Festpreis oder eine Preis-Obergrenze vereinbaren. Unbedingt (erreichbare!)Telefonnummer hinterlassen.

3.     Vereinbaren, dass Altteile aufbewahrt werden. Das erspart Diskussionen über die Notwendigkeit eines Austausches (z. B. Bremsbeläge).  

4.    Als Werkstatttermin den Montag, den Freitag sowie Termine vor Feiertagen, langen Wochenenden und Ferienbeginn meiden.

5.    Fahrzeugschein (bzw. „Zulassungsbescheinigung Teil I”) dabei­haben, das vermeidet Missverständnisse bei der Teilebeschaffung.                         

6.    Wenn möglich, ein sauberes Motorrad abgeben. Die Monteurs-Motivation tendiert bei einer Dreckhöhle nämlich gegen Null.

7.    Vorher danach fragen, welches Öl die Werkstatt verwenden will. Es muss nicht immer das teuerste vollsynthetische sein.                    

8.    Wer etwas dazu lernen will (z. B. Kette justieren) fragt, ob er dem Monteur über die Schulter schauen darf (siehe Punkt 10).

9.    Der Werkstatt Zeit lassen. Nicht ständig telefonisch nerven, nicht nervös vor der Werkstatt hin- und herlaufen. Locker bleiben.             

10.    Sehr gute Arbeit belohnen. Eine Spende in die Kaffeekasse oder ein Trinkgeld für den Monteur wirken beim nächsten Termin Wunder. Richtig reklamieren

Wenn dann doch mal etwas schief läuft, gilt als wichtigste Regel: ruhig, sachlich und verbindlich bleiben. Immer zuerst mit dem direkt Verantwortlichen (Monteur oder Meister) sprechen, erst im zweiten Schritt nach dem Chef verlangen. Nach gängiger Rechtsprechung hat die Werkstatt zwei Nachbesserungsversuche, erst dann sind weitere rechtliche Schritte möglich. Vor dem Gang zum Anwalt hilft ggf. die (kostenlose) Klärung bei der „Schiedsstelle für das Kfz-Handwerk”, wenn die Werkstatt Mitglied der Kfz-Innung ist. Weitere Werkstatt-Tipps: www.adac.de.

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