Werkstatt: Kupplungswechsel, Teil 1 So wechseln Sie die Kupplung an Ihrem Motorrad

Erster Gang eingelegt, Kupplung kommen lassen, los gehts? Wenn der Motor laut heult und die Maschine trotzdem standhaft bleibt, ist mit Sicherheit die Kupplung hinüber. Ran an den Wechsel.

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Wie funktioniert eine Motorrad-Kupplung?

Bei den meisten Motorradmotoren wird die Motorkraft von der Kurbelwelle über einen Primärantrieb (Zahnräder oder Kette) auf den Kupplungskorb übertragen. Dieser ist drehbar auf der Getriebeeingangswelle gelagert. Die Kupplungsreibscheiben greifen mit ihrer Außenverzahnung in Nuten im Kupplungskorb ein. Zwischen den Reibscheiben befindet sich jeweils eine Stahlscheibe mit einer Innenverzahnung, die in Nuten auf der Kupplungsnabe eingreifen, welche fest mit der Getriebewelle verbunden ist.

Durch Federn wird eine Druckplatte an das aus Reib- und Stahlscheiben bestehende Kupplungsscheibenpaket gepresst, wodurch eine kraftschlüssige Verbindung entsteht. Wenn der Kupplungshebel betätigt wird, drückt die Kupplungsdruckstange gegen die Kupplungsdruckplatte und hebt diese gegen die Federkraft an: Reib- und Stahlscheiben lösen sich voneinander, Kupplungskorb und Kupplungsnabe drehen sich jetzt frei:
"die Kupplung ist entkoppelt". Die Kupplungsdruckstange wird durch den Ausrückhebel, der über einen Kupplungszug oder eine Hydraulikleitung mit dem Kupplungshebel am Lenker verbunden ist, betätigt.

 



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Kupplungsbauarten: Mehrscheibennass- und Mehrscheibentrockenkupplung

In den meisten Motorrädern ist eine Mehrscheibennasskupplung eingebaut. Sie läuft innerhalb des Motors bzw. Getriebes im Ölbad. Das Rasseln der Mehrscheibentrockenkupplung ist eines der charakteristischen Markenzeichen vieler Ducati-Motorräder. Im Aufbau gleicht die Mehrscheibentrockenkupplung einer Mehrscheibennasskupplung, nur dass sie außerhalb des Motors (bzw. Getriebes) läuft und damit auch nicht innerhalb des Motor- bzw. Getriebeöls. Daher ihr Name: Trockenkupplung.

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Das Kupplungsspiel

Am Kupplungshebel muss ein definiertes Sicherheitsspiel, der so genannte "Leerweg" eingestellt sein, damit der Kupplungszug weder in sich gespannt ist (dann besteht die Gefahr, dass die Kupplung schleift), noch dass das Spiel zu groß ist (dann trennt die Kupplung nicht richtig, und es kracht beim Schalten).

 



Wichtig: das Kupplungsspiel muss nur bei einer seilzugbetätigten Kupplung eingestellt werden; bei hydraulisch betätigten Kupplungen stellt es sich selbst ein. Das Kupplungsspiel beträgt im Allgemeinen 1 bis 3 mm zwischen Kupplungshebel und Widerlager an der Hebelhalterung, woraus sich 10 bis 15 mm außen am Hebel ergeben. Ist der Abstand größer oder kleiner, muss das Spiel neu eingestellt werden.

Kupplungsscheiben aus- und einbauen

Je nach Belastung der Kupplung und Alter der Maschine tritt mit der Zeit Verschleiß an den Reib- und Stahlscheiben auf - bei einem hauptsächlich in der Stadt gefahrenen Motorrad eher als bei einem Landstraßenräuber. Wenn die Kupplung keinen richtigen Kraftschluss aufbaut, ist folgendes Bild zu beobachen: Gasgeben wird nicht umgehend in Beschleunigung der Maschine umgesetzt, sondern der Motor "heult auf", weil die "Kupplung rutscht". Dann sind entweder die Kupplungsbeläge abgeschliffen, ausgebrochen oder anderweitig beschädigt, oder die Stahlscheiben sind krumm (oder beides); es können auch die Kupplungsfedern "lahm" geworden sein. In einem solchen Fall baut man neue Reib- und Stahlscheiben ein und tauscht bei der Gelegenheit auch die Federn.

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Kupplung ausbauen

Zum Ausbau der Kupplung Maschine auf den Hauptständer (sofern vorhanden) oder einen Heckmontageständer stellen. Hinweis: Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Kupplungsausrückmechanismen, nämlich "gezogene" oder "gedrückte". Beim gezogenen ist der Kupplungsausrücker in den Motorseitendeckel eingesetzt. Bei einer gedrückten Betätigung sitzt der Kupplungsausrückmechanismus auf der gegenüberliegenden Motorseite und betätigt eine Druckstange, die durch die hohlgebohrte Getriebewelle geführt ist. Beim Aus- und Einbau der Kupplung spielt die Kupplungsbetätigung eine untergeordnete Rolle.


Wichtig: Neue Reibscheiben müssen vor dem Einbau satt in frischem Motoröl gebadet werden. Werden sie trocken eingebaut, verbrennen sie bei der ersten Betätigung.

  • Motoröl ablassen. Kupplungszug am kurzen Hebel unten am Motor aushängen.   
  • Gehäusedeckelschrauben über Kreuz nacheinander lösen und ausdrehen.    Gehäusedeckel abnehmen. Bei älteren Maschinen ist der Deckel meist zusammen mit der
  • Dichtung auf dem Gehäuse verklebt: Mit dem Gummihammer ringsum leicht auf den Deckel klopfen, er löst sich dadurch.
  • Vorsicht: Deckel sowie die Kanten des Deckels und des Gehäuses nicht beschädigen!Deckel und Dichtung abnehmen. Auf die Passhülsen achten.Gezogene Kupplungsbetätigung: Während des Abnehmens des Deckels den Kupplungshebel etwas verdrehen, damit sich die Verzahnung vom Zugbolzen von der Zughebelwelle trennt.
  • Schrauben der Kupplungsdruckplatte schrittweise öffnen und über Kreuz ausdrehen, Kupplungsfedern herausnehmen, Druckplatte abnehmen.
  • Reib- und Stahlscheiben entnehmen: Wenn die Kupplungsscheiben wiederverwendet werden sollen, sollte man sie in der Reihenfolge des Ausbaus ablegen, damit sie später wieder wie zuvor eingebaut werden können und "zueinander passen".
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Kupplung prüfen und vermessen

    • Kupplungsdruckfedern messen: Verschleißgrenze der ungespannten Länge ist modellabhängig.
    • Faustformel: Eine gebrauchte Feder darf um bis zu 3 mm kürzer sein als eine neue Feder.
    • Mit sauberem Lappen Ölreste von allen Scheiben wischen. Dicke der Reibscheiben mit Messschieber an mindestens vier Messstellen messen. Das Verschleißmaß (minimale Dicke) ist modellabhängig.
    • Faustformel: Die gebrauchte Reibscheibe darf um bis zu 0,2 mm dünner sein als eine neue. Wenn gebrauchte Reibscheiben noch genügend Reibmaterial haben und nicht verzogen sind, kann man sie wieder einbauen.    
    • Stahlscheiben auf Richtplatte mit Fühlerlehre auf Verzug prüfen. Sind sie um mehr als 0,2 mm verzogen oder an ihren Oberflächen blau verfärbt, müssen die Stahl- und Reibscheiben komplett im Satz erneuert werden.
    • Wo die äußeren Klauen der Reibscheiben im Kupplungskorb und die inneren Klauen der Stahlscheiben in der Kupplungsnabe anliegen, sind Druckstellen zu sehen. Bis zu einer gewissen Tiefe sind das ganz normale Gebrauchsspuren.
    • Aufgeworfene Kanten an den Klauen der Reibscheiben können abgefeilt werden. Kanten nicht stark brechen, sonst wird die Anlagefläche zu schmal und die Klauen schlagen sich rasch im Kupplungskorb ein.
    • Fingerprobe des Lagers in Druckplatte bzw. im Druckpilz: Das Lager muss sich leicht drehen lassen, darf keine starken Geräusche von sich geben und "keine Luft" (also kein Spiel) haben.
    • Paketmaß: Bei einigen Maschinen gibt es ein sogenanntes "Paketmaß": Alle Reib- und Stahlscheiben sauber abputzen, in Einbaureihenfolge zusammensetzen, fest mit der Hand zusammenpressen und mit einer Schieblehre messen. 
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      Kupplungsscheibe einbauen

      Neue Reibscheiben müssen vor dem Einbau satt in frischem Motoröl gebadet werden. Werden sie trocken eingebaut, verbrennen sie bei der ersten Betätigung.   

      • Kupplungsscheiben in der Reihenfolge Reibscheibe – Stahlscheibe – Reibscheibe – usw. einsetzen.
      • Beachten: Wenn Federring und Federsitzring vorhanden sind, müssen sie so eingebaut werden wie in Bild F gezeigt. Kupplungsbetätigung. Gezogene Kupplungsbetätigung: Druckplatte mit eingesetztem Zugbolzen aufsetzen; Körnermarkierung auf Druckplatte auf Markierung auf Kupplungsnabe ausrichten.
      • Gedrückte Kupplungsbetätigung: Druckstange in Bohrung der Getriebewelle einführen.
      • Häufig ist auch eine Kugel eingebaut, sie sitzt in den meisten Fällen zwischen Kupplungsdruckstange und Druckpilz.
      • Kugel jetzt einführen, Druckpilz einführen, Druckplatte aufsetzen. Kupplungsfedern einsetzen.
      • Schrauben mit Scheiben bestücken und eindrehen. Ringsum gleichmäßig Schritt für Schritt festdrehen und dann endgültig mit 10 bis 12 Nm festziehen. Gehäusedeckel aufbauen: Dichtflächen an Motor und Deckel gut reinigen.
      • Passhülsen in Bohrungen im Motorgehäuse einsetzen.
      • Neue Gehäusedichtung auflegen.
      • Zugbolzen so drehen, dass seine Zähne gegen die Fahrtrichtung nach hinten weisen. Zähne des Zugbolzens dünn mit Molybdändisulfid-Fett einschmieren. Nur bei gezogener Kupplungsbetätigung: Beim Aufsetzen des Deckels den Kupplungshebel so drehen, dass die Verzahnung im Zugbolzen in die der Zughebelwelle eingreift.
      • Deckel aufsetzen, Schrauben eindrehen, über Kreuz nacheinander mit 10 Nm festziehen.
      • Kupplungsspiel fein einstellen. Öl einfüllen nicht vergessen!  

      Tipps und Tricks rund um die Kupplung

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      Kupplungsspiel: wird bei seilzugbetätigten Systemen am Hebel und unten am Motor eingestellt.

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      Kupplungsfedern sollten zusammen mit Reib- und Stahlscheiben getauscht werden

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      Ein sicherer Indikator für den Kupplungsverschleiß ist der Zustand der Klauen an den Reibscheiben.

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      Paketmaß: wird im zusammengebauten Zustand aller Scheiben gemessen.

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      Federsitzring und Federring in richtiger Reihenfolge aufschieben.

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