So geht's: Saisonstart Tipps für den Start der Motorradsaison

Die Temperaturen kraxeln mutig das Thermometer empor. Auch Sie sollten sich nun schnellstens für die Motorradsaison aufwärmen. 2Räder heizt zum Saisonstart ein!

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Wer rastet, der rostet! Das gilt für Motorrad wie für Fahrer. Zugegebenermaßen pausiert man im Winter doch eher unfreiwillig. Die kalte Jahreszeit ist für viele Motorradfahrer eine Art aufgezwungene Fastenzeit nach welcher man, mehr denn je, nach der Sonnen-Ausfahrt verlangt. Wenn die ersten Vöglein singen und die Straßen wieder grau, statt Streusalzweiß in der erblühenden Landschaft liegen, muss die lang gehegte Sehnsucht gestillt werden. Wenn, ja wenn, da nicht ein paar kleine Hürden zwischen Ihnen und den ersten Kurven liegen würden. Die erste ist relativ simpel: Ihr Motorrad hat beim Fasten Strom verloren. Sie müssen es erst an das Batterieladegerät hängen. Wie war das nochmal? Rot an den Pluspol? Richtig! Jetzt nur warten, und los gehts. Doch jetzt bloß nicht übermütig werden: Selbst wenn Sie schon jahrelang Motorradfahren, müssen Sie sich nach einer Pause erst wieder an das Bike gewöhnen, zu lange haben Sie sich vermutlich nur autofahrend oder laufend bewegt.

Ein paar Aufwärm-Übungen bringen Sie schnell wieder in Ihr Element, schulen die Aufmerksamkeit und trainieren die Fahrtechnik. Zu diesem Zweck suchen Sie sich einen großen Parkplatz oder eine verkehrsfreie Asphaltfläche. Die erste Übung beginnt sehr langsam. Schnell fahren ist nämlich keine Kunst. Langsam fahren braucht viel mehr Geschicklichkeit, daran erinnern Sie sich sicher noch aus der Fahrschulzeit. Deswegen wird zum Aufwärmen auch mit Übungen zur Gleichgewichtskontrolle begonnen.

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Aufgaben, die kurze Stopps ohne Fußabsetzen schulen, mindern die Angst vor Umfallern und trainieren den Gleichgewichtssinn. Gleichsam kann das Spiel mit Gas und Kupplung geübt werden. Wichtig, wenn Sie bei der ersten Ausfahrt gleich durch die Stadt fahren. Hierfür lohnen sich auch Testaufgaben, bei denen Sie Wendemanöver oder das Schlängeln durch kleine Parcours üben. Einen Trainings-Slalom bauen Sie sich innerhalb weniger Minuten aus Dosen oder Plastikflaschen. Wenn Sie auf der Fläche genug Platz zur Verfügung haben, können Sie auch enge Haarnadelkurven simulieren. Es lohnt sich, ein wenig mit Gas und Kupplung zu experimentieren. Die wichtigsten - und im Notfall lebensrettenden - Übungen sind solche zum Bremsen. Wochenlang haben Sie keine Vollbremsung mehr mit einem Motorrad gemacht. Ungeübt birgt eine kräftige Verzögerung deswegen Gefahren.

Die Übungen mit Bremse werden aus einer ungefähren Geschwindigkeit von 50 km/h absolviert. Zuerst wird nur mit der Vorderradbremse verzögert. Im nächsten Schritt wird gleichzeitig mit Vorder-und Hinterradbremse gestoppt. Die richtige Körperhaltung ist hier von zentraler Bedeutung. Zum Schluss trainieren Sie eine Fahrkombination. Dabei wird zackig aus dem Stand beschleunigt und an einem vorher festgelegten Punkt bis zum Stand gebremst. Alle Reflexe warm? Dann kann die Saison kommen! Eine letzte Hürde bleibt allerdings: falls Sie nach dem Winter nicht mehr in die Kombi passen, kennen wir keine Übung, die Sie schnell Pfunde verlieren lässt. Dann müssen Sie Schneider oder Fachhändler um Rat bitten.

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Tipps und Übungen zum Fitmachen

Balancieren
Erinnern Sie sich an die Übung „Stop-and-Go aus der Fahrschule? Sie fahren langsam, halten, setzen dann abwechselnd den linken, dann den rechten Fuß ab. Danach fahren Sie sehr langsam und stabilisieren das Bike ohne zu fußeln, sondern nur mit dem Lenker.

Wendemanöver
Zwei Wendepunkte werden im Abstand von 30 bis 50 Metern zu einer Acht gekoppelt. Achten Sie auf die Blickführung, mit der man sich von einem zum anderen Scheitelpunkt ziehen lassen kann. Dabei werden Kopf und Oberkörper in Richtung Kurve gedreht. Beim Einlenken ist das Gas leicht geöffnet, mit Fußbremse regulieren und am Ausgang zum Beschleunigen die Fuß-bremse wieder lösen.

Spiel mit der Kupplung
 Eine hohe Sensibilität für Gas und Kupplung hilft besonders, um geschmeidig durch zähflüssigem Verkehr zu kommen. Die Balancier- oder Slalomübung taugt zum Training.

Bremsen
Der maximale Bremsdruck sollte innerhalb einer halben Sekunde aufgebaut sein. Wird der Hebel ruckartig gezogen, neigt das Vorderrad zum Blockieren. Zum Üben wird bei etwa 50 km/h wird erst mit der Vorderradbremse verzögert, dann mit Vorder- und Hinterradbremse.

Geschwindigkeit
Tasten Sie sich an das Tempo heran. Im Auto wirken Geschwindigkeiten anders, als auf dem Motorrad. Geben Sie sich ein
paar Stunden, um ein Tempogefühl zu bekommen, erst dann sollten Sie Autobahn- oder Schnellstraßenetappen in Betracht ziehen.

Immer vorausschauend fahren
Es sollte selbstverständlich sein, aber besser einmal zu viel erwähnt: Wer das erste Mal nach dem Winter auf dem Bike sitzt, fährt oft, der Freude wegen, mit einer Art rosaroten Brille. Unterschätzen Sie andere Verkehrsteilnehmer und Ihren Übungsrückstand nicht! Die Saison hat noch 200 Tage - keine Hektik aufkommen lassen.

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