Hoch die Tassen: Der spielerische Umgang prägt immer noch den Charakter des Einzylinder- Feuerzeugs.

Der Stuttgarter Rechtsanwalt Ingo Ralf Becker berät Motorradfahrer Motorrad-Recht und -Rat: Probefahrten

Wer haftet eigentlich bei Probefahrten von privaten Gebrauchtmaschinen, zum Beispiel, wenn das Motorrad während der Fahrt einen kapitalen Motorschaden erleidet?

Foto: jkuenstle.de
Hoch die Tassen: Der spielerische Umgang prägt immer noch den Charakter des Einzylinder- Feuerzeugs.
Hoch die Tassen: Der spielerische Umgang prägt immer noch den Charakter des Einzylinder- Feuerzeugs.

Bei Schäden im Rahmen einer Probefahrt haftet bei Privatpersonen der Kaufinteressent, wenn der Probefahrer vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat. Eine solche Fahrlässigkeit kann beispielsweise wegen „Drehzahlorgien“ angenommen werden. Jedoch muss der Verkäufer sowohl das vorwerfbare Verhalten - also die Pflichtverletzung - als auch die Ursächlichkeit dieser Pflichtverletzung für den Schaden beweisen. Dies kann gerade bei einem Motorschaden schwierig werden. Bei Privatverkäufen sollten Kaufinteressenten also besser schriftlich vereinbaren, dass für Schäden an dem Motorrad infolge leichter Fahrlässigkeit nicht gehaftet wird. Der Verkäufer indes sollte sich Personalausweis und Führerschein des Probefahrers zeigen lassen. Bei einem Diebstahl oder auch bei einem Unfall wird die Kaskoversicherung ansonsten wegen grob fahrlässigen Verhaltens des Verkäufers keinen Versicherungsschutz gewähren.

Auf Probefahrt beim Händler besteht in der Regel kaum Gefahr, für Schäden am Motorrad in Anspruch genommen zu werden, wenn nur leichte Fahrlässigkeit zur Last gelegt werden kann. Hier setzt die Rechtsprechung nämlich andere Maßstäbe. Der Kaufinteressent haftet nur für vorsätzliches und grob fahrlässiges Verhalten, sofern man sich nicht verpflichtet hat, auch bei leichter Fahrlässigkeit für Schäden aufzukommen. Die Gerichte gehen davon aus, dass im Rahmen einer solchen Probefahrt ein stillschweigender Haftungsausschluss für leichte Fahrlässigkeit vereinbart wurde. So hat auch das Oberlandesgericht Koblenz mit Urteil vom 13. Januar 2003 (Aktenzeichen: 12 U 1360/01) entschieden. Ein Kaufinteressent war bei der Probefahrt von der Kupplung abgerutscht und verursachte an dem verunfallten Trike einen erheblichen Sachschaden, musste aber keinen Schadenersatz leisten.

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