Neue internationale Motorrad-Ausstellung (Archivversion)

Münchner G´schichten

Industrie-Verband Motorrad Deutschland e.V. (IVM) und Messe München GmbH (MMG) starten im September 1998 eine internationale Motorrad-Ausstellung auf dem neuen Messegelände Riem. Der K.o. für die IFMA?

Auf die Notiz in MOTORRAD Heft 8/1997 reagierte eine Sprecherin der KölnMesse gegenüber Journalisten gelassen: »Über eine Trennung von Fahrrad und Motorrad wird bei der IFMA schon sehr lange geredet. Wir wissen von nichts.« Am 14. April war´s dann amtlich: Ab September 1998 wird im Zwei-Jahres-Rhythmus eine neue internationale Motorrad-Ausstellung in München inszeniert. Da sie vom IVM mitgetragen wird, in dem alle großen Motorrad-Hersteller und -Importeuren sowie die großen Zubehör-, Bekleidungs- und Reifenfirmen organisiert sind, dürften in Köln mittelfristig die IFMA-Lichter ausgehen. Trotz der Durchhalteparolen der KölnMesse und des Verbandes der Fahrrad- und Motorrad-Industrie (VFM) vom 15. April: »Die IFMA findet mit ihren beiden Schwerpunkten als Internationale Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung vom 30. September bis 4. Oktober 1998 in Köln statt.«Bei motorisierten Zweirädern aller Klassen, Fahrerausrüstung sowie entsprechendem Zubehör wird deshalb schon 1998 am Rhein Ebbe herrschen. »Es wird keine Aufsplitterung geben, schließlich herrscht nicht nur unter den IVM-Mitgliedern engster Schulterschluß«, betont Hauptgeschäftsführer Dr. Hubert Koch, »wir setzten auf eine Sogwirkung und haben deutliche Signale, daß Entscheidungen für München oder Köln nicht zwangsläufig mit der Verbandszugehörigkeit deckungsgleich sind.«Was für manche als Bombe platzte, war für den IVM laut Koch eine wahre Geheimaktion: »Wir arbeiten bereits seit einigen Jahren an der Neuordnung der Messelandschaft. Für mich sind zwei Dinge höchst beeindruckend gewesen: der einstimmige Beschluß für eine eigenständige Motorrad-Ausstellung und für den Standort München sowie die Tatsache, daß so lange nichts an die Öffentlichkeit drang.« Daß die Kombination von Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung in Köln schon seit längerem Grund kleinerer und größerer Ärgernisse war und trotz einiger »Tuningmaßnahmen« die mangelnde Beweglichkeit des Veranstalters langfristig keine Perspektive für eine Messe zwei auseinanderdriftender Zielgruppen ist, bringt Dr. Koch auf den Punkt: »Unsere Vorstellungen von einer modernen, erlebnis- und eventorientierten Motorradausstellung war in Köln auf allen Ebenen nicht realisierbar.« Trotz intensiver Prüfung offensichtlich auch in Düsseldorf nicht. »Düsseldorf war aufgrund des Zuschauerpotentials im Rhein/Ruhr-Raum tatsächlich in der engeren Wahl. Aufgrund von längerfristigen Termin- und Hallenengpässsen im September haben wir uns wegen der günstigeren Perspektive für München entschieden«, begründet der IVM-Hauptgeschäftsführer.München als Stammsitz des größten deutschen Motorradherstellers habe dabei keine Rolle gespielt. Entscheidend sei vielmehr die moderne Infrastruktur der neuen Messe auf dem ehemaligen Flughafen München-Riem gewesen. Bis zur Fertigstellung im Februar 1998 soll einiges von den 2,3 Milliarden Mark in modernste Info- und Telekommunikationstechnik in den Hallen, im großzügigen Freigelände sowie im Internationalen Congress Center investiert sein. Schließlich soll die Münchner Motorrad-Messe aus dem Stand zur besten werden und die wohl auch aufgrund der IFMA-Schwäche aufrüstende Konkurrenz von Mailand und Paris in Schach halten.Daß einiges für die Motorradfahrer geboten sein wird, verspricht der IVM-Funktionär, ohne Einzelheiten zu nennen: »Mehr als die Tatsache, daß wir ein tolles Programm für drinnen und draußen planen sowie einen optimalen Service für Motorradfahrer vom Parkplatz an der Halle bis zur Spezialgarderobe bieten, wird noch nicht verraten.«Wie hoch der Obolus für den Eintritt in die dann phantastische Erlebniswelt Motorrad ausfallen wird, steht noch nicht fest, aber die Hausnummer:»Nicht teurer als in Köln.« Kalkulationsgrundlage ist eine angepeilte Zuschauerzahl von 140 000 plus x. Koch: »Zur IFMA kamen zuletzt 230 000 Besucher. Rund 60 Prozent davon waren laut Untersuchungen Motorradfans. Das wollen wir übertreffen.«Übrigens: Wie die neue Ausstellung schlußendlich heißen wird, ist vorerst noch geheim. Ganz sicher nicht IMA - auch dieses Kürzel für Internationale Motorrad-Ausstellung hat die KölnMesse schon vor fünf Jahren schützen lassen. Übrigens einige Tage vor den Veranstaltern der heutigen IMOT in München. IMOT-Geschäftsführerin Felicitas Laufer kommentierte das Nebeneinander der bestens eingeführten Frühjahrsmesse und der Motorrad-Weltausstellung ganz im Stil eines bekannten Münchners: »Schau´n mer mal.“
Anzeige

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote