Vergleichstest Zubehör-Schalldämpfer für Kawasaki ZRX 1200 (MOTORRAD 26/2002)  
  Höh're Gewalt

Ob ein Sturzschaden behoben werden muss oder einfach nur etwas mehr Individualität gefragt ist – wer sein Motorrad mit einem Nachrüst-Schalldämpfer aus dem Zubehör-Angebot veredeln will, muss dafür mehr als ein Taschengeld investieren. Zwischen knapp 300 und deutlich über 400 Euro sind beispielsweise für den Alternativ-Auspufftopf einer Kawasaki ZRX 1200 fällig. Im Vergleich mit den 618 Euro, die Kawasaki für das Originalteil berechnet, sind das immer noch Schnäppchenpreise. Doch genug, um sich Gedanken über die Qualität der Neuanschaffung zu machen. MOTORRAD gibt in Ausgabe 26/2002 Hilfestellung und hat acht Ersatz-Endtöpfe miteinander und dem Original verglichen.

Auspuff-Geräuschmessung
Acht Nachrüstschalldämpfer für die Kawasaki ZRX 1200 mussten auf dem Leistungsprüfstand und bei der Geräuschmessung beweisen, was sie können – in einigen Fällen war es mehr, als die Polizei erlaubt.
Foto: fact

Qualität lässt sich im Fall von Schalldämpfern an Kriterien wie Material, Verarbeitung, Passform und die Auswirkung auf die Leistungskurve festmachen – und natürlich daran, was hinten rauskommt. Was für Biker begeisternder Sound ist, führen Gesetzeshüter unter der Rubrik Geräuschpegel, und der wird bei Überschreitung bestimmter Grenzwerte bisweilen zur Begründung drakonischer Strafen herangezogen. Die Geräuschmessung ist deshalb unverzichtbarer Bestandteil eines MOTORRAD-Auspuff-Vergleichs. Die Kawasaki ZRX 1200 musste an einem trüben Novembertag im Fahrerlager des Hockenheimring mit den acht Zubehör-Schalldämpfern und dem Originalbauteil Klangproben im Stand und während der Vorbeifahrt abliefern. Per Schalldruckpegelmesser wurden die Lautstärkewerte gemessen und notiert, per Digitalrekorder die akustischen Darbietungen aufgezeichnet, die den Kurzbeschreibungen der einzelnen Schalldämpfer als Hörproben beigefügt sind.

Auspuff-Geräuaufnahme
MOTORRAD-Service-Redakteur Uli Holzwarth (rechts) weist im Hockeneimer Fahrerlager Testfahrer Christian Vetter ein: »Für die Standgeräusch-Messung muss der Motor einige Sekunden auf halber Nenndrehzahl gehalten werden.«
Foto: abs


Wenn die Geräuschmessung ansteht, wird MOTORRAD-Service-Redakteur Uli Holzwarth immer besonders pingelig – das musste in Hockenheim Testpilot Christian Vetter erfahren. Während die Messung des Standgeräuschs noch eine vergleichsweise einfache Übung ist, bei der das Vierzylinder-Triebwerk der ZRX lediglich ein paar Sekunden auf halber Nenndrehzahl gehalten werden muss, gestaltet sich die Fahrgeräusch-Messung zum Geduldsspiel. Denn es hängt ganz entscheidend davon ab, wie exakt der Testfahrer am Beginn der 20 Meter langen Messtrecke den Gasgriff aufreißt und wie genau er ihn am Ende wieder schließt. Fährt Christian Vetter den Messberich etwas zu forsch an oder verpasst er das Ende nur um einen Sekundenbruchteil – schon weichen die Vergleichswerte zu stark voneinander ab, um als zuverlässiges Messergebnis akzeptiert zu werden.

So wird Vetter mehr als einmal zum Wiederholungstäter, bevor Holzwarth zufrieden ist. Die penible Messmethode ist notwendig, schließlich kann eine zu laute Auspuffanlage ziemlichen Ärger verursachen, wenn sie von Amts wegen als Krawalltüte identifiziert wird. Gerade an der Kawasaki ZRX 1200 ließen einige Schalldämpfer gewaltig von sich hören – alle Messwerte und die Leistungsdiagramme sind in MOTORRAD 26/2002 ab Seite 124 zu studieren.

 
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