Reifentest Enduroreifen 2004 Seite 2
 
 
 
 
   
   
 


Doch zunächst fühlte MOTORRAD auf einem großen Handlingkurs im Contidrom bei Hannover den Probanden bezüglich sämtlichen bei Trockenheit relevanten Kriterien auf die Zähne respektive Stollen. Besonders die extrem lang gezogenen Kurven der Teststrecke eigneten sich ausgezeichnet, um Kurvenhaftung und -stabilität sowie das Grenzbereichverhalten auszuloten. Trotz kontinuierlichen Herantastens an die Haftgrenze gab es keinen unplanmäßigen Abflug. Das spricht einerseits für die Erfahrung der Tester. Andererseits ermöglicht der im Vergleich zu Straßenreifen wesentlich breitere Grenzbereich dem Piloten auch größere Rutscher noch sicher abzufangen.


Kurvengeschwindigkeiten, Rundenzeiten und weitere Daten zu den jeweiligen Fahrzuständen zeichnete MOTORRAD mittels Datarecording auf. Nach jedem Turn wurden die Daten ausgelesen und mit den subjektiven Eindrücken verglichen. Bei Unstimmigkeiten ging’s gleich noch mal auf die Piste. Analog verlief der Nasstest. Allerdings fanden die Fahrten auf einem etwas engeren, permanent bewässerten Rundkurs des Contidroms statt, der stets gleich bleibende Testbedingungen garantiert. Zeigte ein Reifen Ausreißer bei den Fahreigenschaften, wurde er zur Kontrolle und Ergebnisbestätigung noch einmal von den Testern nachgefahren.

MOTORRAD versah die Reifensätze bei Trocken- und Nasstest mit dem vorgeschriebenen Reifendruck. Für die Offroad-Wertung in den italienischen Alpen wurde der Luftdruck dagegen bei allen Kandidaten auf 1,7 bar vorn und hinten abgelassen – eine gebräuchliche Maßnahme, um im Gelände für den richtigen Grip zu sorgen. Durch den geringeren Druck werden die Reifen weicher und können sich besser in den Untergrund krallen. Wer noch deutlich mehr Luft ablässt, läuft jedoch Gefahr, dass sich der Mantel auf der Felge dreht und dadurch das Schlauchventil abreißt. Um das zu verhindern, besitzen leichte Sportenduros so genannte Reifenhalter, die den Mantel auf der Felge fixieren. Bei schweren Enduros wie der XT 660 R ist das jedoch nicht üblich. Außerdem nutzt der beste Reifenhalter nichts, wenn der Druck im Reifen so gering ist, dass Kanten oder große Steine bis auf die Felge durchschlagen und diese samt Schlauch beschädigen. Die Offroad-Testrunde bestand aus einem 30 Kilometer langen Kurs, der sämtliche Bodenbeschaffenheiten aufwies: Schotter, Felsstufen und Waldboden (fest und weich). Ebenfalls zum Programm gehörte eine steile Hillclimb-Strecke, bei der die Hinterreifen zeigen mussten, wie gut sie baggern.

Fazit: Es gibt sie wirklich, die echten Allroundreifen, die den gesamten Einsatzbereich der Enduros abdecken. Sie sorgen sowohl auf der Straße, trocken oder nass, wie auch im Gelände jederzeit für eine
zuverlässige und sichere Verbindung mit dem Untergrund.

 
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