Reifentest Tourensportreifen 2004 Seite 1
 
 
 
 
   
   
 

Tourenfahrer und Wochenendausflügler wollen auf Kurvenspaß nicht verzichten. Deshalb müssen sieben aktuelle Reifenpärchen im Härtetest auf trockenem und nassem Asphalt beweisen, was Sache ist.

Sie gehören zu der Gattung Reifen, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen: Tourensportler. Was steht im Vordergrund? Die Laufleistung? Oder ein sturer Geradeauslauf? Wohl kaum, wie die Bezeichnung Sport im Namen nahe legt. Wer tagelang in den Alpen oder Mittelgebirgen herumkurvt, genießt nicht nur die schöne Aussicht, sondern sucht auch den ultimativen Kurvenkick. Nicht unbedingt auf der letzten Rille, aber immer flott und schräg unterwegs. Gönnt man sich an den Alpenpässen ein Stündchen Ruhe, kann man sich daran erfreuen, wenn das reisende Volk mit vollverschalten Tourern oder nackten Kanonen in eleganten Linien und mit herzhaften Schräglagen die Gipfel stürmt. Routinierte Vielfahrer eben.

Diesem Anspruch versucht MOTORRAD Rechnung zu tragen und teilte den Reifentest in mehrere Versuchs-fahrten mit zwei unterschiedlichen Maschinen auf. Stellvertretend für die beliebte Gattung tourentauglicher Big Bikes steht die Kawasaki ZRX 1200 R. Daneben stand zur besseren Beurteilung bestimmter Testkriterien eine Suzuki GSX-R 750 parat. Beide Modelle mit den gängigen Reifenformaten 120/70 ZR 17 und 180/55 ZR 17, montiert auf 3,50 und 5,50 Zoll breiten Felgen.

Die Wahl der Bereifung wurde in erster Linie auf die schwerere Kawasaki ausgerichtet, weshalb sich bei einigen Reifentypen Sonderkennungen finden. So ist beispielsweise der Michelin Pilot Road hinten als K-Version mit etwas verstärkter Karkasse ausgeführt, während beim Metzeler Roadtec vorn eine B-Version eingesetzt wird. Der altbekannte Bridgestone-BT-020-Hinterreifen wurde durch die mit „U“ spezifizierte Version ersetzt, die in Kürze als dessen Nachfolger in den Handel kommt. Alle anderen Probanden entsprechen den Standardausführungen, besitzen also keine eingeprägte Kennung am Ende der Typenbezeichnung.

Teil 1: die Suche nach der ultimativen Haftung und dem Ritt auf Messers Schneide. Das Problem dabei: der griffige Belag und optimale äußere Bedingungen auf der Teststrecke im südfranzösischen Lédenon – Voraussetzungen, die so gut wie jedem Naked Bike und jedem Tourer vor Erreichen der Haftgrenze Rasten, Ständer oder gar das Motorgehäuse im Funkenregen zerspanen. Ein Umstand, der es den Testfahrern bei aufsetzenden Bauteilen nur schwerlich erlaubt, exakte Aussagen zur tatsächlichen Reifenhaftung zu machen.

 
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