11 Paar Stiefel im Test Test Motorradstiefel für Schottertouren

Robuste Motorradstiefel für die große Tour über Asphaltstraßen und Schotterwege, sogenannte Adventure-Boots, sollen hohen und vielfältigen Ansprüchen genügen. MOTORRAD hat elf Paar mit unterschiedlichen Konzepten zwischen 140 und 420 Euro getestet, bewertet und miteinander verglichen: Alpinestars Belize Oiled, Büse Open Road, Daytona Trans Open GTX, Difi Negev, Hein Gericke Touareg Enduro Boots, Held Shiroc, Modeka Rough Terrain, Rev'it Discovery, Stylmartin Delta RS, Touratech Destino und Vanucci VTB 9.

Nicht der Motorradstiefel, sondern vor allem der Fahrer bestimmt, was ein Motorradabenteuer ist. Ob der Begriff eine Flussdurchfahrt in Madagaskar meint oder den Mailänder Feierabendvekehr, ist für diesen Motorradstiefel-Test nicht entscheidend: fester Stand, robuste Schale und Feingefühl für die Pedale sind in beiden Umgebungen gefordert.

Für die Bewertung der getesteten 11 Paar Motorradstiefel haben wir folgendes Anwendungsprofil erstellt, das einen Adventure-Stiefel ausmachen sollte: Wetterschutz durch Klimamembran, hoher Tragekomfort, also volle Tourentauglichkeit, ausreichender Schutz und Trittsicherheit fürs Offroaden. Motorradfahrer, die eine reine Offroad-Tour planen, werden diese vermutlich mit echten Endurostiefeln angehen. Wer auf einer Reise nur selten den Asphalt verlässt, wird auch mit einem herkömmlichen Tourenstiefel klarkommen.

Die Hersteller hatten wir bei den Anfragen nach Testmustern entsprechend informiert und es ihnen überlassen, welches Paar Motorradstiefel am Vergleich teilnehmen sollte; ein Preislimit nach oben oder unten gab es nicht.

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Im Test gab es vom mit Membran versehenen Normal-Endurostiefel bis hin zu neuartigen Verschlusssystemen und bisher im Motorradbereich noch kaum bekannten Sohlenkonstruktionen eine erfreulich große Bandbreite zu sehen. Auch wenn nicht jedes neue Konzept, wie etwa der Systemstiefel von Touratech, zu hundert Prozent überzeugen konnte – mutig ist es allemal, neue Wege zu betreten und den Horizont des Stiefelmarktes zu erweitern.

Es bleibt ein Unterschied, ob ein Motorradstiefel in Mailand oder Madagaskar funktionieren soll – wichtig also, seine Reiseziele zu kennen und für sich das beste Konzept herauszufiltern. Dabei sollten die detaillierten Produktbewertungen helfen, siehe dort. Schade allerdings, dass offenbar bei der Verarbeitung der Membranen häufig geschlampt wurde. Im MOTORRAD-Nässetest patzen die meisten Kandidaten, nur die Motorradstiefel von Büse, Daytona und Modeka hielten komplett dicht.

So testet MOTORRAD

Für die Bewertung von Passform und Tragekomfort der Motorradstiefel zählte nicht nur das Verhalten beim konventionellen Fahren auf Asphalt, also sitzend, sondern auch beim stehenden Fahren, wie üblich bei Geländeritten.

Darüber wurden auch Zu-Fuß-Einheiten sowie Schiebe-Einlagen auf losem Untergrund bewertet, denn auch neben oder abseits der Maschine sollten die Motorradstiefel bequem und trittfest funktionieren – wichtig auf kernigen Reisen.

Für die Sicherheitsprüfung ermittelten wir auf einem Fallprüfstand im Labor die Schlagdämpfungswerte der integrierten Schienbeinschützer, checkten den Abstreifschutz und untersuchten die Verwindungs- und Seitensteifigkeit jedes Motorradstiefels. Zudem beurteilten die Tester Verstärkungen, Protektoren, das Obermaterial sowie den gesamten Stiefelaufbau und die Schafthöhe.

Fast ein Drittel der Gesamtnote jedes Motorradstiefels nahm die Wertung für Wetterschutz und Klimatisierung ein, schließlich möchte man mit diesen Adventure-Boots bei jedem Wetter touren können. Um die Wasserdichtigkeit der Membranen zu überprüfen, mussten die Testmuster beim MOTORRAD-Nässetest eine Tauchprobe über zehn Minuten und einen Befülltest von mehreren Stunden überstehen.

Außerdem wurden die Motorradstiefel gewogen, vermessen sowie die Verarbeitung und Ausstattung protokolliert und bewertet.

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