Test: Sportstiefel 2011 Vergleichstest: Motorrad-Sportstiefel bis 300 Euro

Auf der Rennstrecke gehören Motorradstiefel mit hohem Schaft und Zehenschleifer zur Pflichtausstattung. PS testete elf Sportstiefel bis 300 Euro auf ihre Qualitäten und stellte fest, dass der Preis tatsächlich eine Rolle spielt.

Foto: fact

bikerbeine leben gefährlich. Laut Statistik werden bei 78 Prozent aller Zweiradunfälle die unteren Extremitäten in Mitleidenschaft gezogen. Umso wichtiger ist es, als Sportfahrer einen ordentlichen Stiefel am Fuß zu haben. Er sollte den Fuß vor Verletzungen schützen, dazu erschwinglich und bequem sein. Wie gut erfüllen die beliebtesten Marken diese Ansprüche in der Realität? Wir wollten es wissen und testeten elf verschiedene Modelle bis 300 Euro auf aktuellen Superbikes auf der Rennstrecke.

Die Modelle von Berik und FLM sind neu auf dem Markt und standen zum Testzeitpunkt nur in Größe 42 zur Verfügung. Die beiden Tester bewerteten die Stiefel in folgenden Kriterien: Praxis Fahren, Praxis Gehen, Sicherheit, Handhabung und Verarbeitung.

Im Bereich Fahren beurteilten sie den Halt der Sohle auf der Raste, die Bewegungsfreiheit, die Bequemlichkeit und einige weitere praxisrelevante Aspekte. Beispielsweise passt ein Schuh mit dickem Vorderfuß schlecht unter den Schalthebel, eine zu harte Sohle verwässert das Gefühl für die Fußbremse. Erfreulicherweise gab es in den letzten beiden Bereichen keine Probleme. Allerdings störte beim Held ein Plastikgelenk, das sich am Fersenschutz der Rastenanlage einhakt. Ansonsten resultieren die Abzüge aus den Bereichen Bewegungsfreiheit und Bequemlichkeit.

Auch beim Gehen war in erster Linie die Bequemlichkeit für die Punktevergabe ausschlaggebend. Diese Kategorie ist bei einem Sportstiefel weniger relevant als bei einem Tourenmodell und wurde entsprechend gering gewichtet. Zum Quietschen oder Knarren neigten im Praxistest nur vereinzelte Modelle, allerdings treten diese Probleme erfahrungsgemäß auch erst nach mehreren Wochen Tragezeit auf.

Wichtigstes Kriterium eines guten Sportstiefels ist seine Sicherheit. Diese Kategorie erhält deshalb mit 15 Punkten auch die stärkste Gewichtung. Dr. Christoph Scholl, seit über zwei Jahrzehnten international als Rennarzt tätig, erläutert, worauf es ankommt: "Am häufigsten sind Unterschenkelverletzungen und so genannte Pronationsverletzungen im Sprunggelenksbereich. Dabei reißen durch Umbiegen des Fußes nach innen die Bänder am Knochen aus und müssen operiert werden. Ein verstärkter Außenfußbereich kann dieses Einknicken verhindern und ist deshalb bei einem Sportstiefel besonders wichtig." Ferse und Knöchel sollten ebenfalls verstärkt sein, um Verletzungen durch die Fußraste zu vermeiden.

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Foto: fact

Auch die Schafthöhe spielt eine Rolle: Um Sprunggelenksverletzungen zu vermeiden, sollte der Stiefelschaft etwa 30 cm hoch sein. Die Testkandidaten liegen mit Werten zwischen 28 cm (Held) und 32 cm (SIDI) hier weitgehend im grünen Bereich und schützen das Pilotenbein zuverlässig.

Da Motorradfahrer nach einem Sturz in der Regel auf der Außenseite der Stiefel rutschen, sollten die Reißverschlüsse auf der Innenseite angebracht sein. Hinten angebrachte Reißverschlüsse wie beim Modell von Dainese sind zwar praktisch, aber ebenfalls nicht ganz sicher: Sie können nach einem Sturz aufgehen.
Ein weiteres Sicherheitskriterium betrifft das Stiefelmaterial: Synthetisches Lorica ist aufgrund seiner Robustheit und seiner wasserabweisenden Eigenschaften sehr beliebt. Die Mikrofaser schleift sich aber deutlich schneller durch als Leder.

Insgesamt liegt das Sicherheitsniveau der Testkandidaten erfreulich hoch: Fersen und Knöchel sind bei fast allen Modellen durch dicke Kunststoffapplikationen zuverlässig geschützt. Allerdings besteht bei Gelenken am Innenknöchel wie beim Modell von Held die Gefahr, dass sich die Stiefel beim Sturz an der Raste einhaken. Zehenspitzen und Schienbein sind bei allen getesteten Stiefeln gut geschützt.

Bei der Handhabung unterscheiden sich die Testkandidaten stark. Zu diesem Kriterium gehören das An- und Ausziehen sowie das Wechseln der Schleifer. Vorbildlich gibt sich hier das Modell von XPD: den Stiefeln liegt bei der Lieferung ein Innensechskantschlüssel für die Schrauben am Zehenschleifer bei. Die Schleifer von Alpinestars sind dagegen nur gesteckt und lassen sich nur mit großem Kraftaufwand entfernen und mit noch größerem Kraftaufwand wieder anbringen. Beim Modell von SIDI stört der zwiebelähnliche Einstieg. Mehrere Schichten steifes, scharfkantiges Plastik und Lorica müssen übereinander gelegt werden, was im Test zu wüsten Flüchen und verkratzten Handrücken führte.

Bei der Verarbeitung sind ebenfalls deutliche Unterschiede sichtbar. Besonders edel kommen die Modelle von Dainese und Arlen Ness daher. Ihre fein gearbeiteten Nähte, die sauberen Klebestellen und die hochwertige Anmutung hinterlassen einen sehr guten Eindruck.

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Auf der Kehrseite der Medaille finden sich die Modelle von Gaerne und Firefox. Am Gaerne stören vor allem die billig wirkenden Schrauben, am Firefox die kantigen, schlecht gearbeiteten Plastikteile und die billige Sohle.

Alles in allem entsprachen die Testergebnissen den Erwartungen an einen Sportstiefel: Das Sicherheitsniveau ist hoch, beim Fahren gibt es wenig Probleme, beim Gehen sind die Stiefel bisweilen ziemlich unbequem. Das Testergebnis legt nahe, dass der Preis eines Stiefels eine Rolle spielt: Mit dem Arlen Ness und dem Dainese liegen zwei teure Stiefel vorn, während der günstige Firefox ganz hinten landet. Wer hauptsächlich auf der Rennstrecke fährt, sollte deshalb mindestens 300 Euro in die Stiefel investieren.

Alpinestars S-MX Plus

Foto: mps-Fotostudio

Anbieter: Alpinestars S.P.A., 31011 Asolo(I), Tel. 00 39/0423/52 95 71, www.alpinestars.com
Preis: 279,95 Euro
Größen: 36 bis 48
Außenmaterial: Lorica, Leder
Protektoren/Verstärkung*: F,S,K,Z
Gewicht: 1025 g (Größe 43)

Fazit: Alpinestars S-MX Plus besticht durch seine Bequemlichkeit. Der Innenschuh ist sehr komfortabel und liegt satt am Fuß an, was dem Schuh gute Bewertungen beim Fahren und gehen einbringt. In Sachen Sicherheit schneidet der S-MX ebenfalls gut ab. Der hohe Schaft und die großflächig verstärkten Außenfuß- und Knöchelbereiche schützen vor Verletzungen. Allerdings liegt der Reißverschluss außen und das Außenmaterial besteht aus wenig abriebfestem Lorica. Bei der Handhabung gibt es Abzüge für die schwer zu wechselnden Zehenschleifer.

*F=Ferse, S=Schienbein, K=Knöchel, Z=Zehen

Bewertungskriterien:

 max. Punkte erreichte Punkte
Praxis Fahren: 10 9
Praxis Gehen: 5 4
Sicherheit: 15 11
Handhabung: 5 3
Verarbeitung: 5 4

PS-Testsieger: Arlen Ness Pro Shift

Foto: mps-Fotostudio

Anbieter: Held GmbH, 87545 Burgberg-Erzflößle, Tel. 0 83 21/66 46-0, www.held.de
Preis: 299 Euro
Größen: 38 bis 47
Außenmaterial: Rindleder
Protektoren/Verstärkung*: F,S,K,Z
Gewicht: 970 g (Größe 43)

Fazit: Der Testsieger kommt von Arlen Ness.Der Pro Shift besteht aus hochwertigen Materialien und ist sehr gut verarbeitet. Beim Gehen fühlt sich der Schuh leicht und komfortabel an. Dafür sorgen Stretcheinlagen im Wildlederbereich. Gleiches gilt fürs Fahren, allerdings stört hier die Plastikverstärkung am rechten Vorderfuß etwas die Bewegungsfreiheit. Der hohe Schaft und die teilweise unterm Leder versteckten Knöchelschützer des Rindlederstiefels sorgen für hohe Sicherheit, allerdings dürfte der Außenfuß noch großflächiger verstärkt sein.

*F=Ferse, S=Schienbein, K=Knöchel, Z=Zehen

Bewertungskriterien:


 max. Punkte
 erreichte Punkte
Praxis Fahren:
 10
 8
Praxis Gehen:
 5
 4
Sicherheit:
 15
 11
Handhabung:
 5
 4
Verarbeitung:
 5
 5

Berik GP-X Pro

Foto: mps-Fotostudio

Anbieter: Held GmbH, 87545 Burgberg-Erzflößle, Tel. 0 83 21/66 46-0, www.held.de
Preis: 199,95 Euro
Größen: 37 bis 47
Außenmaterial: Rindleder
Protektoren/Verstärkung*: F,S,K,Z
Gewicht: 890 g (Größe 42)

Fazit: Der für den Test nur als Muster in Größe 42 erhältliche Berik ähnelt stark dem Stiefel von Arlen Ness. Die Zehenschleifer mit den versenkten Schrauben sind identisch. Beim Fahren ist der Stiefel bequem, beim Gehen drückt er am inneren Knöchel. Die Verarbeitungsqualität geht in Ordnung, reicht aber nicht ganz an den ­Arlen Ness heran. Ferse und Außenknöchel sind gut geschützt, Innenknöchel und Außenfuß dürften etwas massiver ver­stärkt sein. Auch der Schaft dürfte etwas höher sein. Im Innenfutter kann der Träger Namen und Blutgruppe eintragen.

*F=Ferse, S=Schienbein, K=Knöchel, Z=Zehen

Bewertungskriterien:


 max. Punkte
 erreichte Punkte
Praxis Fahren:
 10
 9
Praxis Gehen:
 5
 3
Sicherheit:
 15
 10
Handhabung:
 5
 4
Verarbeitung:
 5
 4

Dainese Torque Pro Out

Foto: mps-Fotostudio

Anbieter: Dainese, 80807 München, Tel. 0 89/720 187-0, www.dainese.com
Preis: 289 Euro
Größen: 39 bis 47
Außenmaterial: Lorica
Protektoren/Verstärkung*: F,S,K,Z
Gewicht: 950 g (Größe 43)

Fazit: Auf dem zweiten Platz landet der Stiefel von Dainese. Der Torque Pro (das out steht für die Version, die über der Kombi getragen wird) ist dank weichem Innenschuh sowohl beim Fahren als auch beim Gehen bequem. Allerdings dauert das Anziehen durch den Innenschuh etwas länger, was leichte Abzüge bei der Hand­habung bringt. Die Verarbeitungsqualität ist sehr hoch, hier gibt es volle Punktzahl. Der Fuß ist im Dainese gut geschützt, kleinere Abzüge gibt es für das Lorica-Außenmaterial und den hinten angebrachten Reißverschluss.

*F=Ferse, S=Schienbein, K=Knöchel, Z=Zehen

Bewertungskriterien:


 max. Punkte
 erreichte Punkte
Praxis Fahren:
 10
 9
Praxis Gehen:
 5
 4
Sicherheit:
 15
 10
Handhabung:
 5
 3
Verarbeitung:
 5
 5

Firefox Racing

Foto: mps-Fotostudio

Anbieter: Polo Expressversand, 41363 Jüchen, Tel. 02165/84 40 200, www.polo-motorrad.de
Preis: 169,95 Euro
Größen: 38 bis 47
Außenmaterial: Leder
Protektoren/Verstärkung*: F,S,K,Z
Gewicht: 1025 g (Größe 43)

Fazit: Der Firefox Racing ist der günstigste Stiefel im Testfeld. Leider merkt man ihm das in vielen Bereichen an. Beim Gehen drückt das Plastik­gelenk in die Achillesferse, beim Fahren fühlt sich der Vorderfuß sehr eng an, und die Sohle rutscht. Letztere ist wie der Rest des Stiefels zudem recht billig verarbeitet. Der Reißverschluss wird nicht sauber abgedeckt und kann das Motorrad verkratzen. In Sachen Sicherheit sieht es besser aus: Außenfuß und ­Knöchel sind gut geschützt, das Außenmaterial besteht aus Leder. Allerdings dürfte der Schaft noch höher sein.

*F=Ferse, S=Schienbein, K=Knöchel, Z=Zehen

Bewertungskriterien:


 max. Punkte
 erreichte Punkte
Praxis Fahren:
 10
 6
Praxis Gehen:
 5
 3
Sicherheit:
 15
 10
Handhabung:
 5
 4
Verarbeitung:
 5
 2

FLM GP

Foto: mps-Fotostudio

Anbieter: Polo Expressversand, 41363 Jüchen, Tel. 0 21 65/8 44 02 00, www.polo-motorrad.de
Preis: 199,95 Euro
Größen: 40 bis 47
Außenmaterial: Microfaser
Protektoren/Verstärkung*: F,S,K,Z
Gewicht: 815 g (Größe 42)

Fazit: Wie der Berik war auch der FLM zum Testzeitpunkt nur als Muster in Größe 42 erhältlich. Mit 815 Gramm ist der GP extrem leicht. Eine Besonderheit sind die gekletteten Schleifer oben am Schaft. Beim Fahren fühlt sich der FLM gut an, dürfte aber noch etwas straffer sitzen, beim Gehen knarzt er schnell und drückt zudem leicht am Innenfuß. Das Außenmaterial, der niedrige Schaft und der relativ ungeschützte Außenfußbereich bringen Abzüge in der Kategorie Sicherheit. Knöchel und Ferse sind aber gut geschützt. Verarbeitung und Handhabung gehen in Ordnung.

*F=Ferse, S=Schienbein, K=Knöchel, Z=Zehen

Bewertungskriterien:


 max. Punkte
 erreichte Punkte
Praxis Fahren:
 10
 8
Praxis Gehen:
 5
 3
Sicherheit:
 15
 9
Handhabung:
 5
 4
Verarbeitung:
 5
 4

Gaerne G-RW

Foto: mps-Fotostudio

Anbieter: Heino Büse MX Import GmbH, 52159 Roetgen, Tel. 0 24 71/1 26 90, www.buese.com
Preis: 209,95 Euro
Größen: 40 bis 46
Außenmaterial: Lorica
Protektoren/Verstärkung*: F,S,K,Z
Gewicht: 975 g (Größe 43)

Fazit: Der G-RW von Gaerne landet im Mittelfeld. Beim Fahren ist der Schuh bequem, hat festen Halt auf der Raste, dürfte aber im Fersenbereich noch satter sitzen. Beim Gehen knacken die Stiefel bisweilen und drücken leicht am Innenfuß. Schafthöhe und Außenfußschutz gehen in Ordnung, kleine Abzüge gibt es für das Lorica-Außenmaterial und die Plastikgelenke, die sich unter Umständen einhaken können. An Letzteren stören auch die extrem billig wirkenden Schrauben. Überhaupt wirkt der Schuh nicht sehr wertig verarbeitet. Die Handhabung ist ok.

*F=Ferse, S=Schienbein, K=Knöchel, Z=Zehen

Bewertungskriterien:


 max. Punkte
 erreichte Punkte
Praxis Fahren:
 10
 8
Praxis Gehen:
 5
 3
Sicherheit:
 15
 10
Handhabung:
 5
 4
Verarbeitung:
 5
 2

Held Thunder Sport

Foto: mps-Fotostudio

Anbieter: Held GmbH, 87545 Burgberg-Erzflößle, Tel. 0 83 21/66 46-0, www.held.de
Preis: 179,95 Euro
Größen: 39 bis 46
Außenmaterial: Rindleder
Protektoren/Verstärkung*: F,S,K,Z
Gewicht: 940 g (Größe 43)

Fazit: Wie beim Gaerne kosten auch beim Held Thunder Sport die Plastikgelenke Punkte. Sie ­stehen sehr weit ab und können sich beim Fahren oder nach einem Sturz einhaken. Beim Gehen ist der Stiefel sehr bequem. Die Verarbeitung ist gut, die billig wirkenden Schrauben und eine unschöne Naht im Reißverschlussbereich geben kleine Abzüge. Die Schafthöhe des Lederstiefels fällt recht niedrig aus. Knöchel, Ferse und Zehenspitzen sind aber gut geschützt. Die Kunststoff-Zehenschleifer sind leicht austauschbar und mit versenkten Schrauben versehen.

*F=Ferse, S=Schienbein, K=Knöchel, Z=Zehen

Bewertungskriterien:


 max. Punkte
 erreichte Punkte
Praxis Fahren:
 10
 7
Praxis Gehen:
 5
 4
Sicherheit:
 15
 10
Handhabung:
 5
 4
Verarbeitung:
 5
 3

Sidi ST Racing Boot

Foto: mps-Fotostudio

Anbieter: Detlev Louis Motorradvertriebs GmbH, 21035 Hamburg, Tel. 040/73 41 93 60, www.louis.de
Preis: 299,95 Euro
Größen: 41 bis 47
Außenmaterial: Lorica, Nylon
Protektoren/Verstärkung*: F,S,K,Z
Gewicht: 1116 g (Größe 43)

Fazit: Der SIDI ST Racing Boot kommt optisch ­auffällig daher. Die rote Belüftungsklappe am ­Außenfuß sticht sofort ins Auge und funktioniert gut. Allerdings ist der SIDI aufgrund seiner vielen Kunststoff-Applikationen mit 1116 Gramm auch der schwerste Schuh im Testfeld. In Verbindung mit dem sehr hohen Schaft und einer Druckstelle im oberen Außenfußbereich ist der ST dadurch beim Gehen recht unbequem. Dafür punktet er im Bereich Sicherheit. Hier sind der hohe Schaft und die zahlreichen Plastikteie, die Ferse, Knöchel und Außenfuß schützen, von Vorteil.

*F=Ferse, S=Schienbein, K=Knöchel, Z=Zehen

Bewertungskriterien:


 max. Punkte
 erreichte Punkte
Praxis Fahren:
 10
 8
Praxis Gehen:
 5
 2
Sicherheit:
 15
 12
Handhabung:
 5
 3
Verarbeitung:
 5
 4

Vanucci RV3 Sympatex

Foto: mps-Fotostudio

Anbieter: Detlev Louis Motorradvertriebs GmbH, 21035 Hamburg, Tel. 040/73 41 93 60, www.louis.de
Preis: 229,95 Euro
Größen: 38 bis 47
Außenmaterial: Rindleder
Protektoren/Verstärkung*: F,S,K,Z
Gewicht: 900 g (Größe 43)

Fazit: Vanuccis RV3 Sympatex hinterlässt einen zwispältigen Eindruck. Der mit 900 Gramm sehr leichte Rindleder-Stiefel ist problemlos in der Handhabung und zudem wertig verarbeitet. Lediglich der Magnesium-Schleifer hinterließ im Test einen schlechten Eindruck: Er schleift im Schraubenbereich und brach bei der ersten Testfahrt. Beim Fahren und Gehen schneidet der hinten zwischen den Plastikgelenken verlaufende Riemen ins Bein. ­Außerdem quietscht der Stiefel. Die Schafthöhe ist gut, der Außenfuß­bereich dürfte besser verstärkt sein.

*F=Ferse, S=Schienbein, K=Knöchel, Z=Zehen

Bewertungskriterien:


 max. Punkte
 erreichte Punkte
Praxis Fahren:
 10
 7
Praxis Gehen:
 5
 2
Sicherheit:
 15
 10
Handhabung:
 5
 4
Verarbeitung:
 5
 4

XPD XP7 WRS

Foto: mps-Fotostudio

Anbieter: Spidi Fashion Store, 50259 Pulheim-Brauweiler, Tel. 02234/60 13 511, www.spidi-fashion.de
Preis: 289,90 Euro
Größen: 38 bis 48
Außenmaterial: Lorica
Protektoren/Verstärkung*: F,S,K,Z
Gewicht: 830 g (Größe 43)

Fazit: Noch leichter als der Vanucci ist der XPD XO7 WRS. Als einziger Stiefel liegt dem XPD ein Innensechskant-Schlüssel bei. Sehr gut! Praktisch ist auch der ungewöhnliche Klettriemen-Verschluss zum Öffnen des Stiefels. Die Sohlenform kostet dagegen Punkte. Vorn ist der Schuh extrem eng, was sowohl beim Gehen als auch beim Fahren nach kurzer Zeit die Zehen einschlafen lässt. Auch bei der Sicherheit gibt es Abzüge: Innenknöchel und Außenfuß sind kaum verstärkt, das Außenmaterial besteht aus wenig abriebfestem Lorica. Die Schafthöhe geht in Ordnung.

*F=Ferse, S=Schienbein, K=Knöchel, Z=Zehen

Bewertungskriterien:


 max. Punkte
 erreichte Punkte
Praxis Fahren:
 10
 7
Praxis Gehen:
 5
 3
Sicherheit:
 15
 9
Handhabung:
 5
 5
Verarbeitung:
 5
 4

Fazit

 

Bewertung max. Punkte Alpinestars Arlen Ness Berik Dainese Firefox
Praxis Fahren  10 9 8 9 9 6
Praxis Gehen 5 4 4 3 4 3
Sicherheit 15 11 11 10 10 10
Handhabung  5 3 4 4 3 4
Verarbeitung 5 4 5 4 5 2
Gesamtpunkte 40 31 32 30 31 25
Platzierung 2. 1. 4. 2. 11.

 

Bewertung max. Punkte FLM Gaerne Held Sidi Vanucci XPD
Praxis Fahren  10 8 8 7 8 7 7
Praxis Gehen 5 3 3 4 2 2 3
Sicherheit 15 9 10 10 12 10 9
Handhabung  5 4 4 4 3 4 5
Verarbeitung 5 4 2 3 4 4 4
Gesamtpunkte 40 28 27 28 29 27 28
Platzierung 6. 9. 6. 5. 9. 6.
Foto: Lang

Kaufberatung Stiefel

Beim Kauf eines Sportstiefels gibt es mehrere Punkte zu beachten: Vor allem muss der Stiefel passen - logisch. Die Größen fallen bei den einzelnen Herstellern sehr unterschiedlich aus, deshalb unbedingt vor dem Kauf anprobieren! Der Stiefel sollte sauber am Fuß anliegen, beim Gehen und in Fahrhaltung aber weder schlappen noch drücken oder das Blut abschnüren. Erfahrungsgemäß sitzen Modelle mit Innenschuh immer besser als ohne.

Fersen, Knöchel, Zehenspitzen, Außenfuß und Schienbein müssen bei einem Sportstiefel verstärkt sein. Praktisch sind Schleifer im Fersenbereich, die sich nach einer Asphaltprobe austauschen lassen.

Außerdem wichtig: die Verarbeitung. Wenige, gut vernähte Einzelteile sind immer Modellen mit vielen Einzelflicken vorzuziehen. Je mehr Nähte ein Stiefel hat, desto größer die Gefahr, dass eine davon unter Belastung reißt. Diese Gefahr besteht auch beim Reißverschluss. Dieser ist oft das schwächste Glied eines Stiefels und sollte daher möglichst massiv sein.

Auch eine gute, massive Sohle ist wichtig. Billigsohlen reißen bei einem Sturz gern ab. Die Innensohle sollte sich entnehmen lassen, falls dies nicht möglich ist, macht aus hygienischer Sicht eine Einlegesohle Sinn. Schnelle Zeitgenossen sollten auch unbedingt darauf achten, dass die Schrauben der Zehenschleifer nicht im Schleifbereich liegen.

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