Superbike-WM: Rennsport-Regeln 2011 Der kleine Unterschied

Seriennähe heißt das Reizthema in der Superbike-WM. So muss Weltmeister Aprilia für 2011 die umstrittene Stirnrad-Nockenwellensteuerung wieder auf das dem Straßenmodell entsprechende Kettensystem zurückbauen. Noch weiter gehende Tuningeinschränkungen stehen auch im Zusammenhang mit den neuen MotoGP-Regeln ab 2012.

Foto: 2snap

Mehr und mehr an Schärfe gewinnt die Auseinandersetzung um die Reglements der MotoGP-WM und der Superbike-WM. Kein Wunder: Der Unterschied zwischen der sündhaft teuren Königsklasse des Zweiradsports mit ihren 800-cm³-Rennprototypen und der im direkten Vergleich doch mit deutlich geringeren Budgets auskommenden Superbikes, der von Serienmotorrädern abstammenden Vierzylinder-1000ern und 1200er-Twins verwischt in der Praxis der Rundenzeiten auf den Rennstrecken immer mehr.

Vor allem vor dem Hintergrund der für 2012 geplanten, aber noch keineswegs vom Motoradsport-Weltverband FIM offiziell beschlossenen Erweiterung der MotoGP-Regeln auf seriennahe 1000-cm³-Motoren, die nur wenig oberhalb des Superbike-Niveaus einzustufen wären, drohen die beiden Serien, sich noch weiter anzunähern.

Es besteht also dringender Handlungsbedarf, um beide Weltmeisterschaften besser voneinander abzugrenzen und damit langfristig am Leben zu halten. In der beginnenden Saison 2011 allerdings gilt noch das bisherige Regelwerk für die Superbike-WM - in leicht verschärfter Form. So müssen nunmehr die Benzinpumpe, Ventilsitze, vor allem aber das Nockenwellenantriebs-System der Serie entsprechen. Letzteres hauptsächlich, um eine Regellücke zu stopfen, die im Vorjahr ausgerechnet vom späteren Weltmeister Aprilia entdeckt und ausgenutzt wurde.

Anzeige
Zeichnung: Archiv

Reglements 2011

Denn eine Umstellung von Steuerketten auf stirnradgetriebene Nockenwellen wäre bei eher geringen Vorteilen ganz erheblich ins Geld gegangen. Der grundsätzliche Reiz im Superbike-WM-Reglement, seit den Anfängen der Serie im Jahr 1988 immerwährender Quell für bisweilen herzerfrischende Streitereien der Ingenieure sowie der gesamten Szene, tritt 2011 leider etwas in den Hintergrund. Denn durch den Rückzug von Ducatis Werksteam, mit insgesamt 13 Fahrer-WM-Titeln im Übrigen mit Abstand die Nummer eins der Superbike-WM-Historie, verliert der Handikap-Ausgleich für Zweizylinder-Motoren gegenüber den Vierzylindern an Praxis-Relevanz. 200 cm³ mehr Hubraum im Gegengeschäft für einen 50-mm-Luftmengenbegrenzer und drei Kilogramm Mehrgewicht erscheinen dem neben Ducati einzigen Hersteller großvolumiger supersportlicher Twins, KTM, nicht attraktiv genug für einen Einstieg in die Superbike-WM. Die RC8-Modelle sind noch nicht einmal als Superbikes homologiert.

Die Klassen Supersport, Superstock 1000 und Superstock 600 unterliegen deutlich strengeren Regeln und könnten somit auch als Vorlagen für eventuell noch weiter gehende Seriennähe einer zukünftigen Superbike-WM taugen.

Anzeige

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote