Superbike-WM Superbike-WM in Valencia/E

In seiner insgesamt elften Superbike-WM-Saison will Publikumsheld Noriyuki Haga endlich den Titel holen. Nach bisher eher holprigem Beginn dieser Mission kam der japanische Racing-Samurai in Valencia endlich aus dem Quark und siegte knapp, aber wichtig.

Foto: 2snap
Am Sonntagmittag nach dem ersten Superbike-WM-Rennen in Valencia konnte niemand von Ducati die im eigenen VIP-Zelt servierte, exzellente Pasta genießen. Die edlen Werksrenner hinkten, wie schon das ganze Wochenende und die vorhergehenden Rennen in Australien und Portugal den Erwartungen und sogar den hauseigenen Kundenmaschinen hinterher.

Dann aber platzte endlich der Knoten bei Nummer-eins-Ducatist Noriyuki Haga. Vom kaum standesgemäßen Startplatz elf, der Haga-san selbst aber nicht beunruhigte, sortierte er sich sofort an der Spitze des Feldes ein. Und dies setzte sich fort nach Rennabbruch und Neustart zu Beginn der vierten Runde wegen einer Kollision auf der Startgeraden zwischen Suzuki-Privatier Vittorio Iannuzzo und Kawasaki-Aushilfswerksfahrer Simon Andrews. Der höchst intensive und am Ende extrem knappe Dreikampf, der nach dem Re-Start zwischen Aprilia-Nummer-eins Max Biaggi, Ducati-Privatfahrer und Lokalheld Carlos Checa sowie eben Haga wütete, war leider für die rund 20000 Fans an der Strecke und teilweise auch für die Fahrer selbst kaum zu durchschauen. Denn anders als zum Beispiel in MotoGP-Rennen, bei denen nach Abbruch und Neustart das Ergebnis des Rennens bis dahin lediglich als Startaufstellung für den Neustart gewertet wird und die Hatz komplett neu beginnt, gilt in der Superbike-WM nach wie vor eine schwer vermittelbare Regel. Beide Rennteile werden addiert. Es gewinnt, wer am Ende die kürzteste Gesamtzeit aus beiden Teilen zu Buche stehen hat.

Dies führt zu besonders großer Unübersichtlichkeit, wenn wie in Valencia, die drei Helden Checa, Biaggi und Haga beim Abbruch noch sehr eng beieinander liegen, und sich dann ein Infight entwickelt, der auf der Strecke schon hochdramatisch anzusehen war, dessen eigentliche Brisanz aber nur die Boxencrews und das Pressezentrum vermittelt bekamen. Die jeweils aktuellen Aufrechnungen der Gesamtzeit nämlich produzierten weit mehr Überholmanöver als real auf der Strecke, aber eben leider nur virtuell im Computer.

Zum Glück rettete Nitro-Nori, der das Rennen auf der Strecke dominierte und als Erster über Ziellinie fuhr, ganze 25 Tausendstelsekunden Vorsprung gegen Carlos Checa. Der kam mit seiner privaten Althea-Ducati als Dritter hinter Biaggi ins Ziel, hatte aus den ersten drei Runden aber noch starke zwei Zehntel an Zeitguthaben.

So ging am Ende noch einmal alles gut. Das Publikum hatte den richtigen Sieger, Haga und Ducati endlich den verspäteten Startschuss in Richtung WM-Titel, und Teamchef Ernesto Marinelli musste auch nicht mehr wortreich betonen, wie groß doch die Werksunterstützung für die Ducati-Privatteams sei.

Von diesem Rechenexempel unbehelligt, fuhr Suzuki-Werksfahrer Leon Haslam auf Rang vier und verteidigte seine WM-Tabellenführung, auch weil er das erste Rennen souverän gewonnen hatte.

Das BMW-Werksteam feierte mit Rang vier von Troy Corser nach langer Führung im ersten Rennen das bisher beste WM-Resultat. Der australische Ex-Weltmeister musste sich im zweiten Rennen jedoch auf Rang zwölf noch hinter Teamkollege Ruben Xaus einreihen - wie so oft hatte der Grip gegen Rennende drastisch nachgelassen.

Und Max Neukirchner sucht weiterhin die Harmonie mit seiner Ten-Kate-Honda. Die Ränge 13 und 17 können dabei nicht als größere Fortschritte gewertet werden.

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