Superbike-Saisonfinale 2010: Magny Cours Max Biaggi und Aprilia sind Weltmeister

Max Biaggi hatte beim Superbike-WM-Finale den Titel schon im Sack, hielt sein Aprilia-Werksteam in Sachen Vertragsverlängerung dennoch in der Warteschleife. Der Rest der Superbike-Welt ging schon am Tag danach mit den ersten Tests nahtlos in die Saison 2011 über.

Foto: 2snap

Der neue Weltmeister war krank beim Superbike-Saisonfinale in der tiefen zentralfranzösischen Provinz. Eine heftige Erkältung verdarb Max Biaggi in Magny-Cours den Spaß an der unbeschwerten Zugabe nach dem Titelgewinn eine Woche zuvor im heimischen Imola. Dennoch reichte die Motivation des 39-Jährigen für den vierten Rang im ersten Rennen sowie zum standesgemäßen Saisonausstieg mit einem Sieg. „Jetzt ist es aber auch gut“, erklärte er so freudestrahlend wie käsebleich „ich will nur noch nach Hause zu meiner Familie und meine Ruhe haben.“

Diesen Gefallen allerdings wollte ihm unter anderem sein Arbeitgeber nicht machen. Zum einen stand schon am Dienstag die Intermot-Messe in Köln an, wo man den Champion feiern und präsentieren wollte. Zum anderen ist ja der neue Vertrag für 2011 noch keineswegs unterschrieben, was wiederum zu der Kolportage führte, der alte Korsar Biaggi sei müde, mit der Rückkehr zum WM-Titel nach 13-jähriger Pause sei seine Mission erfüllt. Mit der zweiten Schwangerschaft seiner Frau würde das Familienleben in den Vordergrund und Max logischerweise zurücktreten.

„Nun, es gibt tatsächlich mehrere Gründe, warum ich den Vertrag von Aprilia für 2011 noch nicht unterschrieben habe“, erklärte der Weltmeister nachdenklich, „ein eventueller Rücktritt allerdings gehört nicht dazu.“ Am Dienstagspätnachmittag auf dem Aprilia-Messestand in Köln schrieb der Römer zwar eine ganze Menge Autogramme. Das entscheidende allerdings fehlte nach wie vor. Biaggis Hauptwidersacher, vor allem diejenigen natürlich, welche ihren Arbeitgeber wechseln werden, sparten sich die Intermot-Reise und zogen es vor, in Magny-Cours ohne weitere Umschweife direkt auf die WM-Saison 2011 loszugehen.

So erlebte Vizeweltmeister Leon Haslam schon zwei Tage nach eher durchwachse- nem Ende der Saison 2010 - zum letzten Mal auf der Suzuki wurde er Zweiter und Zehnter - seine Premiere auf der Werks-BMW S 1000 RR mit Rundenzeiten auf seinem bisherigen Suzuki-Niveau (1.39,2 Minuten). Da er seinen Cheftechniker Giacomo Guidotti von Alstare-Suzuki gleich mitgebracht hatte, geriet die Eingewöhnung in das weiß-blaue Team, das nach Abgang von Team-Manager Davide Tardozzi insgesamt vor einer größeren Restrukturierung steht, weniger abrupt.

Neben Haslam führten noch weitere Fahrer ihre neuen Maschinen aus. So soll mit Noriyuki Haga, einem Opfer der Schließung des Ducati-Werksteams, eine erfolgreiche Tradition von Aprilia aus alten 250er-Grand-Prix-Zeiten wieder belebt werden. Der Japaner wird im fusionierten DFX-Pata-Team mit dem gleichen Material ausgestattet wie die weltmeisterliche Werksmannschaft. Hagas bisheriger Kollege Michel Fabrizio stieg in Magny-Cours erstmals auf die Ex-Haslam Alstare-Suzuki und wird 2011 die Farben des Traditionsteams als Solist vertreten. Zu seinem ersten Auftritt als Superbiker überhaupt kam Supersport-Vizeweltmeister Eugene Laverty, der künftig auf der offiziellen Yamaha-Italia-R1 antreten wird.

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel