125er: 2007er-Aprilia (Archivversion) Blick in die Zukunft

Weil er den 125er-WM-Titel schon gewonnen hat, durfte Alvaro Bautista in Portugal das 2007er-Modell der Aprilia fahren.

Beim achten Saisonsieg von Alvaro Bautista war weniger die Überlegenheit des Fahrers als vielmehr die seiner Maschine bemerkenswert: Ein ganz besonderer Drehschiebermotor, einst für Derbi entwickelt, dann für Gilera gebaut und schließlich jetzt, für Aprilia, erstmals
in einem Grand Prix eingesetzt, gab eine fulminante Premiere. »Das Aggregat wird besser beatmet und besser geschmiert. Wir gewinnen drei PS – und zwar nicht
an reiner Spitzenleistung, sondern über das gesamte nutzbare Drehzahlband hinweg«, frohlockt Aprilia-Chefingenieur Gigi
Dall’Igna, der die Entwicklung gern für sich und Aprilia beansprucht. In Wirklichkeit stammt sie von Jan Thiel, dem legendären holländischen Konstrukteur, der
seit den späten 60er Jahren mit Jamathi, Piovaticci, Bultaco, Minarelli und Garelli Erfolge feierte, dann von Jan Witteveen
zu Aprilia geholt wurde und dort für die Zylinderentwicklung zuständig war. Als Aprilia Ende 2004 von Piaggio geschluckt wurde und die Rennsportaktivitäten für
die Piaggio-Gruppe neu strukturiert
wurden, verwirklichte Thiel seine Vision
von einem Einzylinder, bei dem der Einlass nicht mehr an der Seite, sondern wie
bei einem Membranmotor mittig hinter dem Zylinder auf dem Motorgehäuse
sitzt. Der Drehschieber wird über einen
Winkeltrieb bewegt. »Der Erfolg bestätigt
meine Überzeugung, dass ein Motor streng symmetrisch aufgebaut sein muss.
Die typischen starken Vibrationen der Aprilia sind verschwunden«, kommentierte KTM-Konstrukteur Harald Bartol. fk

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