125er-Rennen Estoril/Portugal (Archivversion) Noch befriedigend

Platz acht im 125er-Rennen von Estoril für Stefan Bradl – das entspricht den offiziellen Erwartungen seines Kiefer-Grizzly-Teams. Dennoch war der junge Bayer enttäuscht.

Die „3–4“ ist eine blöde Schulnote – wie soll sich jemand mit so einer Beurteilung fühlen? Einerseits war die Leistung eher schwach, andererseits gerade noch so gut, dass niemand ernsthaft meckern kann. Ziemlich genau so, als hätte er gerade eine derart blutleere Zensur kassiert, saß Stefan Bradl nach dem 125er-Grand-Prix von Estoril, an der Peripherie von Portugals Hauptstadt Lissabon gelegen, in seiner Box. „Natürlich ist ein achter Platz ein Ergebnis, das noch im Rahmen ist“, resümierte er ohne größere Erregung, „aber ich hatte schon mehr vor.“

Tatsächlich zeigte die Formkurve des 18-Jährigen das ganze Rennwochenende über nach oben, wenn auch nach harzigem Start. Am Freitag brachten ihn ein Sturz sowie die Wetterkapriolen mit nassen und trockenen Phasen durcheinander. Vom 22. Rang nach dem Freitags-Zeittraining schaffte es Stefan dennoch auf Startplatz sieben in die zweite Reihe, mit besten Aussichten auf ein Spitzenergebnis im Rennen.

Danach sah es in den ersten Runden auch tatsächlich aus. Bis auf den vierten Platz kämpfte sich Bradl auf der Kiefer-Grizzly-Aprilia vor, dann war Schluss. Bradl: „Ich konnte speziell im ersten Streckenabschnitt nicht mithalten und musste den Kontakt zu Steve Bonsey und Daniel Webb abreißen lassen.“ Die wurden Vierter und Fünfter. Bradl weiter: „Platz acht ist halbwegs in Ordnung, doch der Rückstand von 17 Sekunden auf den Sieger, das ist zu viel.“

Das Gute an dieser „3–4“ ist offensichtlich: Stefan Bradl gehört nicht zu den Zeigenossen, die mit solchen Noten zufrieden sind.

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