250er-GP-Projekt von KTM Premiere in England

Foto: KTM
Die Premiere der neuen KTM 250 wurde vom Assen-Grand-Prix auf den Lauf in England im Juli verschoben. „Nach dem Sturz von Mika Kallio in Mugello hatte ich viel Arbeit. Ich habe neue Teile hierher nach Barcelona gebracht, die eigentlich erst für später vorgesehen waren. Doch es geht um die Weltmeisterschaft – die 125er-Klasse hat im Moment eindeutig Vorrang“, erklärte KTM-Konstrukteur Harald Bartol, der seit Neuestem auch das KTM-MotoGP-Projekt dirigiert. Dafür verriet er schon einmal Details der neuen Maschine, mit welcher der Australier Anthony West in die zweite Saisonhälfte starten soll. Anders als bei Honda oder Aprilia wird die KTM nicht von einem V-Motor, sondern einem Parallel-Twin mit nur einer Kurbelwelle angetrieben, der überlegene Leistungs- und Beschleunigungswerte ermöglichen soll. „Bei einem V-Motor sind die Leistungsteile nie symmetrisch. Im Prinzip hast du zwei separate Motoren, mit unterschiedlichen Ansaugtrakten, mit einem Auspuff oben und einem zweiten unten sowie mit unterschiedlichen thermischen Verhältnissen an beiden Zylindern. Bei einem Parallel-Twin sind dagegen sämtliche Teile symmetrisch – mit allen Vorteilen bei der Abstimmung“, sagt Bartol.

Von der Gussform her sind die Zylinder des 125er- und des 250er-Modells gleich, was im Sinne des Baukastenprinzips Kosten spart. Bei der Feinbearbeitung unterscheiden sich die Zylinder jedoch im Detail – die 125er ist mehr auf Spitzenleistung, die 250er mehr auf Durchzug ausgelegt. Wie die 125er verfügt auch die 250er über die von Bartol entwickelte elektronische Benzineinspritzung, die parallel zum Vergaser arbeitet und eine besonders präzise Feinabstimmung des Motors ermöglicht. Über die Höchstleistung schweigt sich Bartol noch aus. „Ausreichend“, gibt sich der Österreicher im vornehmen Jargon eines Rolls-Royce-Verkäufers zurückhaltend, „so ganz genau kenne ich die Werte noch gar nicht.“Anders als das eigenwillige Motorenkonzept entspricht das Chassis dem Klassenstandard und ist wie jenes der 125er umfassend einstellbar, beim Lenkkopfwinkel und Gabelversatz ebenso wie bei Schwingendrehpunkt und Radstand. Obwohl der Einsatz von Materialien wie Kohlefaser oder Titan derzeit noch auf ein Minimum beschränkt ist, liegt das Motorrad jetzt schon am Gewichtslimit von 95 Kilogramm – trotz der besonders mächtig wirkenden Bananenschwinge fürs Hinterrad. „Die ist so groß, um die viele Leistung im Zaum zu halten“, grinst Bartol.

Themenseiten

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote