6. und 7. September 2008 Hamburger Stadtpark-Revival

Foto: Schmieder
Begleitet von hanseatischem Flair und tausenden Zuschauern kommen am 6. und 7. September 2008 hunderte coole Typen mit klassischen Karren zum 7. Hamburger Stadtpark-Revival zusammen: Mitten in der Millionen-Metropole finden auf dem 1,7 Kilometer langen Rundkurs zwar keine echten Rennen statt, wohl aber sehr sehenswerte "Demoläufe und Gleichmäßigkeitsprüfungen" für Motorräder und Automobile bis Baujahr 1978.

Angegast wird so oder so, das lassen sich die Fahrer nicht nehmen!Historische Renn- und Straßenmotorräder ab Baujahr 1926 starten dabei in mehreren Klassen. Einige zehntausend Zuschauer werden zur größten Motorsportveranstaltung im Norden erwartet, welche ein großen Oldtimer- und Teilemarkt abrundet. Die Tageskarte kostet zehn Euro, eine Familienkarte für zwei Erwachsene und drei Kinder bis 15 Jahre 15 Euro. Hautnahes Feeling in den Fahrerlagern inklusive. Mehr Infos gibt’s auf der gut gemachten Homepage www.motorevival.de zu sehen.
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Sie sind noch nicht überzeugt? Hier noch ein Bericht aus Motorradfahrersicht vom September 2007:

Eine bewegte Geschichte haben sie durchlaufen, die Hamburger Stadtparkrennen: 1934 zum ersten mal ausgetragen, stieg die Streckenlänge bis 1939 auf 6542 Meter. Nach dem Krieg startete der Rennbetrieb "auf dem schnellsten Stadtkurs Europas" im Jahr 1947, und endete 1952 nach einem schweren Unfall endgültig. Endgültig? Nicht ganz. Denn 1999 ging das erste "Moto Revival" über die Bühne, damals noch auf einem 4,2 Kilometer langen Rundkurs. Seit 2004 geben klassische Automobile und Motorräder und Youngtimer bis Baujahr 1984 nun auf einer nur noch 1,7 Kilometer langen Strecke Gas.
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Doch es ist alles drin: Breite, lange Geraden bieten Gelegenheit zum Überholen, enge Ecken, knifflige Strohballen-Schikanen und spitzwinklige Kurven stellen das fahrerische Talent auf die Probe. Zuletzt am 8. und 9. September 2007 bei 150 Pkw-Piloten und 190 Motorrad-Fahrern und Fahrerinnen. Das besondere Hoch im Norden? Zehntausende Zuschauer ganz nah dran. Bei hanseatisch-relaxter Atmosphäre. Coole Großstadt-Szenegänger mischen sich auf ihren heiß gemachten 60er- und 70er-Jahre-Bikes unter liebenswerte Treiber patinabehafteten Altmetalls und penibelst auf Authentizität bedachten Oldie-Sammler. Viele fahren abends noch mit angebrachter Startnummer auf Achse heim.

"Hier kommen Leute aus den Löchern gekrochen, die sieht man sonst das ganze Jahr nicht!" So sagt es Egon Müller. Der mehrfache Speedway- und Langbahn-Weltmeister ist hier als waschechter Norddeutscher ein Lokalmatador. Und selbst wenn seine Speedway-Maschine hier auf Asphalt ein wenig deplaziert wirkt, der Hinterreifen um Traktion wimmert: Das Publikum hat seinen Spaß, liebt Egon und seine Darbietungen. Applaudiert aber höflich auch jedem anderem Teilnehmer.
Den Begriff "Rennen" darf man nicht zu wörtlich nehmen, der ist auf einem reinen Stadtkurs ohne Auslaufzonen hierzulande heutzutage kaum möglich. Daher zählt die Veranstaltung eben als reine Gleichmäßigkeitsprüfung. Heute zählen Flair und Vergnügen, nicht schnöde Rundenzeiten. Und nachdem am Samstag allzu heißspornige Youngtimer-Fahrer auf vier Rädern auf dem Dach gelandet sind, wird sogar ein Tempolimit von 60 km/h verhängt. Was die blau bekittelten Beamten der Hamburger Polizei mit Laserpistolen kontrollieren.

Unter den Motorrädern fahren sogar Typen aus den 20er- und 30er-Jahren mit. Aus der Epoche also, als das erste Stadtparkrennen startete. Seit 1999 sind Helmut Ruge auf seiner 250er-Triumph und Ronald Vooth auf seiner Norton Manx immer dabei gewesen. 1950 bzw. 1952 fuhren beide im Stadtpark um Punkte zur deutschen Meisterschaft. Geschichten, die das Leben schreibt gibt es reichlich. Da stolpert man über den 77jährigen Besucher, der 1952 auch schon das erste Hamburger Nachkriegsrennen miterlebt hat. Menschen mit Muße und Begeisterung für Motoren.

Zur Zeitreise bis hin zum authentischen VW-Bulli T1 lädt der "NSU-Renndienst" ein, es singt hier Dreizylinder-Säge neben Renn- und Supermaxen. Im Fahrerlager wird wie selbstverständlich mitten in einer Millionenstadt gezeltet und Benzin gesnackt. Und wenn's mal kurz zu Schauern beginnt? Pah, das kann wind- und wettergegerbte Nordlichter nicht stören. Dann holt man halt die Schirme raus. Sehr angenehm bei jedem Wetter: die eloquenten wie kompetenten Streckensprecher und die große Händler- wie Teilemeile rund um den Kurs.

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