Alex Hofmann (Archivversion) Kolumne

Mein 15. Platz beim Malaysia-Grand-Prix war hart erkämpft. Ich hatte einen schlechten Start und brauchte wegen unseres notorischen Traktionsmangels lange, um an den langsameren Piloten vor mir vorbei-
zukommen. Als ich erst einmal Ellison überholt hatte und meinen eigenen Rhythmus fahren konnte, lief’s besser. In der Folge fuhr ich genauso schnell wie Makoto Tamada vor mir. Allerdings war er für einen Angriff zu weit entfernt.
Insgesamt also wieder kein leichtes Wochenende, was auch damit
zusammenhängt, dass ich in diesem Jahr viermal von Reifenmarke zu Reifenmarke, von Dunlop zu Bridgestone und wieder zurück, gewechselt habe. Jedes Mal musste ich mich neu eingewöhnen. Mein Hauptaugenmerk für die letzten Rennen der Saison liegt denn auch darauf, mir eine gute Ausgangsposition fürs nächste Jahr zu schaffen. Ich bin sehr nahe dran, mit meinem Teamchef Luis d’Antin alles fix zu machen, und die Reifenfrage mit Bridgestone ist ebenfalls so gut wie gelöst. Jetzt geht’s darum, im Winter gut zu arbeiten, Vertrauen aufzubauen und das Limit zu finden, so dass wir mit einem konkurrenzfähigen Paket voll angreifen können. Ich hatte ja schon Anfang 2005 bei Kawasaki ein gutes Gefühl, erlitt dann aber Ver-
letzungen, und danach begann ein zweijähriger sportlicher Überlebenskampf in der MotoGP-Klasse. Deshalb freue ich mich darauf, wenn in den nächsten Wochen Ruhe und eine gewisse Planungssicherheit einkehren.
Dass wir konkurrenzfähig sein werden, daran habe ich wenig Zweifel: Die Tests von Loris Capirossi in Brünn, bei denen er mit der neuen 800er
weniger als eine halbe Sekunde auf den Rundenrekord verlor, zeigen, wie gut das neue Motorrad funktioniert. Und sie bestätigen das Resultat meiner eigenen Tests in Mugello, wo auch ich mit diesem Motorrad nur knapp eine Sekunde über dem Rekord geblieben bin. Meine Priorität ist deshalb ganz klar, dieses Motorrad zu kriegen und bei Ducati langfristig Fuß zu fassen. Nicht zuletzt, weil der Wahn um die Größe der Piloten und der Motorräder bei den anderen Herstellern
immer stärker grassiert: Auf die Ilmor-Maschine passen beispielsweise nur Piloten von maximal 1,66 Meter Größe, und wenn schon Gartenzwerge wie Garry McCoy Mühe haben, sich auf dem Sitz zusammenzufalten, würde ich mir mit den Knien die Ohren
zuhalten. Ebenso werden die Hondas
mit Fahrern wie Pedrosa gewiss nicht
größer. Deshalb habe ich mit Ducati
sicher das beste Paket.

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