CAN-Bus (Archivversion) Was steckt dahinter

CAN-Bus (Controller Area Network) ist ein Kommunikationssystem, über das elektronische und elektronisch gesteuerte mechanische Baugruppen eines Fahrzeugs Informationen austauschen können. Entwickelt wurde er vom Stuttgarter Kfz-Elektronikexperten Bosch zwischen 1983 und 1987 zusammen mit dem Computerchip-Pro-duzenten Intel, um die angesichts der drastisch anwachsenden Zahl elektronischer Kfz-Komponenten zu immer komplexeren Geflechten wuchernden Kabelbäume in den Griff zu bekommen. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein einfaches Computernetzwerk, dessen Rückgrat eine simple, dreiadrige verdrillte Leitung ist, über die so unterschiedliche Komponenten wie Temperatur- und Drehzahlsensoren, Scheinwerfer, Blinker, Motor-elektronik, die bordeigene Unterhaltungselektronik oder die Zentralverriegelung Daten senden und empfangen können. Bei Rennmaschinen wie der Werks-Yamaha eines Valentino Rossi, die auf Komfortausstattung wie den Regensensor zur automatischen Aktivierung des Scheibenwischers verzichten können, wird der CAN-Bus hauptsächlich zur Übertragung aller nur denkbaren Sensor-daten verwendet, aus denen der Zentralrechner für die Motorsteuerung situationsabhängig Zündzeitpunkte und Einspritzintervalle errechnet oder aufgrund derer er sich für die Auswahl eines bestimmten Kennfelds entscheidet, in dem diese Werte hinterlegt sind. Weil die von den Sensoren auf den CAN-Bus geschickten Signale jedoch von allen angeschlossenen Systemen gleichzeitig empfangen und ausgewertet werden können, bedient sich auch die Instrumentenkonsole aus dieser Quelle, die den Piloten beispielsweise über Drehzahl und Kühlwassertemperatur informiert. Damit ist der CAN-Bus ein Eldorado für die Datensammler vom Fernsehen – auch wenn sie derzeit nur auf einen Bruchteil der zur Verfügung stehenden Informationsflut zugreifen dürfen.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote