Capirossi gewinnt Rechtsstreit mit Aprilia Wer zuletzt lacht ...

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Späte Genugtuung für Loris Capirossi: Fast sechs Jahre nach seiner fristlosen Entlassung bei Aprilia gewann der Rennfahrer aus Imola jetzt seinen Rechtsstreit gegen den Hersteller aus dem Veneto. Das zuständige Gericht ihn Venedig sprach ihm eine satte Entschädigung von 1,5 Millionen Euro zu.

Aprilia hatte Capirossi am Ende der Saison gefeuert, obwohl dieser gerade den 250er-Titel für den Hersteller geholt hatte und zudem über einen laufenden Vertrag bis Ende 1999 verfügte. Der Grund für den Rausschmiss lag im letzten Rennen der Saison, denn "Capirex" hatte damals in der letzten Runde des GP Argentinien seinen Teamkollegen und Titelrivalen Tetsuya Harada bei einem Überholmanöver zu Boden befördert. Beide schieden aus, der WM-Titel ging an Capirossi. Aprilia witterte – wie viele Rennsport-Fans – hinter der Kollision böse Absicht und entließ den Piloten im Dezember wegen "unsportlichen und unkorrekten Verhaltens, das dem Image von Aprilia geschadet hat.” Der empörte Capirossi wanderte daraufhin zu Honda ab und verklagte Aprilia auf Auszahlung seines mit damals rund 2,5 Millionen Mark dotierten Vertrags. Und der Richter gab ihm nun Recht: Es handele sich seiner Erkenntnis nach um einen "ganz normalen Rennunfall", weshalb Aprilia nun 1,5 Millionen Euro für den jetzigen Ducati-Piloten berappen muss.

Unklar bleibt zunächst allerdings, wer bei dem ins Trudeln geratenen Hersteller Aprilia für die Summe gerade steht: Ex-Boss Ivano Beggio, Rennsport-Chef Jan Witteveen, die derzeitigen Übergangs-Chefs oder gar der neue Eigner Piaggio?

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