Daytona Speedweek in Florida/USA: Reportage (Archivversion) Heisser Reifen

Weil den Daytona-Organisatoren das Risiko von überhitzten Reifen nicht nur auf den knapp 200 PS starken Superbikes zu groß war, ließen sie die bisherige Version der für Motorradrennen genutzten Piste
einer Radikalkur unterziehen. Vollständig geopfert wurde der erste Ausflug in die so genannte Banking, in der Skizze rechts (gestrichelt) eingezeichnet. Doch selbst im ohnehin vergleichsweise langsam ausgelegten Innenfeld sollen die Pneus künftig geschont werden. Ab der neuen Rechts-Links-Schikane bis zur Abzweigung in das NASCAR-Oval kommen die Superbike-Racer nicht über den ersten Gang hinaus. Dennoch: Trotz der Schikane am Kurveneingang prangen bei den Boliden am Ende der Steilwand-Kurve gut 320 km/h auf dem Tacho. Die Umbaukosten von insgesamt 40 Millionen Euro wurden weniger vom eher lieblos und notdürftig wirkenden Streckenumbau verschlungen als von flankierenden Maßnahmen wie der neuen Boxenanlage, der Fan-Zone mit Bewirtschaftung
sowie der neu geschaffenen Untertunnelung zum Infield.
Auffällig: Während deutsche Rennstrecken für Um- oder Neubauten am Tropf der öffentlichen Gelder hängen (siehe Tabelle), müssen die amerikanischen
Streckenbetreiber die Investitionen selbst aufbringen. Wieder eingespielt wird das Geld im
Fall Daytona weniger durch die Speedweek, sondern überwiegend durch die NASCAR-Autorennen Daytona 500 und Pepsi 400. Zusammen kommen diese beiden Veranstaltungen auf gut und gerne 300000 Zuschauer.

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