Der tödliche Unfall von Fabrizio Meoni Augenzeugen berichten

Foto: Cunha/KTM
Zunächst herrschte Unklarheit über den Tod des KTM-Piloten Fabrizio Meoni bei der Dakar-Rallye. Weil die Veranstalter von einem Herzstillstand sprachen – was in 100 Prozent aller Fälle die Todesursache ist –, berichtete zum Beispiel der Videotext der ARD, Meoni habe einen Herzinfarkt erlitten. Das scheint jedoch mehr als unwahrscheinlich, zumal der 47-jährige Toskaner körperlich in Topform war.

Inzwischen gibt es Berichte der Fahrer, die zum Zeitpunkt des Unglücks mit Meoni unterwegs waren. "Wir waren nach dem Tankstopp in einer kleinen Gruppe weitergefahren", berichtete der französische Yamaha-Pilot David Fretigné im italienischen Fernsehen, "und wir waren kurzfristig von der Route abgekommen. Dann fand Cyril Desprès die Richtung wieder und fuhr davon, Meoni dicht hinter ihm, gefolgt von Coma und Esteve. Ich habe etwas gewartet, bis ihre Sandfontäne sich wieder gesenkt hatte, und bin dann losgefahren. Nach nur ein paar Hundert Metern sah ich, dass Coma bremste und Meoni reglos am Boden lag. Aus seinem Helm sickerte Blut, und ich habe sofort Hilfe herbeigerufen."

Die Notärzte landeten 20 Minuten später im Hubschrauber und versuchten noch eine dreiviertel Stunde lang, Meoni wiederzubeleben – erfolglos. Offenbar war er beim Sturz von einer kleinen Düne so unglücklich aufgekommen, dass er sich das Genick gebrochen hatte. Der zweimalige Dakar-Sieger war auf der Stelle tot.

"Vielleicht war er abgelenkt, weil er das Roadbook studierte", meinte Fretignè. "Oder das Motorrad war kurz nach dem Tankstopp so schwer, dass er einen kleinen Rutscher nicht kontrollieren konnte."

"Es sah aus wie einer der banalen Stürze, die bei der Dakar dauern passieren", sagte der spanische KTM-Pilot Isidre Esteve Pujol, direkter Augenzeuge des Geschehens. "Erst nach ein paar Sekunden war mir klar, dass es sich um einen schweren Unfall handelte. Aber wir Fahrer konnten überhaupt nichts tun, außer auf die Notärzte zu warten."

Die Leiche Meonis ist inzwischen in Italien eingetroffen. Möglicherweise ergibt eine Autopsie letzte Aufschlüsse über die Todesursache.

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