Deutscher Zehner (Archivversion)

Am 15. Juli steigt die große Grand-Prix-Party am Sachsenring, bei der zehn angriffslustige deutsche Fahrer wie Stefan Bradl (17) und Sandro Cortese (11) kräftig für Stimmung sorgen wollen. MOTORRAD fragte nach ihren Erwartungen.

Alex Hofmann (27, Pramac-Ducati): »Ich werde definitiv alles geben« »Am Sachsenring kommt man sich vor, als ob der Motorradsport in Deutschland eine Riesenrolle spielen würde. Dort herrscht jedes Mal Ausnahmezustand, mit weit über 100000 enthusiastischen Fans auf den Rängen.
Und weil die Tribünen an vielen Punkten so hautnah an der Strecke stehen, springt der Funke der Begeisterung immer wieder auf dich als Fahrer über. Du siehst, hörst und spürst die Fans, und das ist einzigartig. Ich werde definitiv alles geben, vielleicht sogar noch ein oder zwei Prozent mehr als anderswo.«
Dirk Heidolf (30, Aprilia 250): »Nerven wie Drahtseile«
»Die Liebe zur Strecke ist ungebrochen, auch jetzt, wo sie leicht modifiziert und neu asphaltiert wurde. Den sprichwörtlichen Heimvorteil haben wir leider nicht, denn wir dürfen dort nicht trainieren. Aber die Euphorie und die Begeisterung sind riesig. Deshalb brenne ich drauf, nach Hause zu kommen. Besonderen Druck spüre ich beim Heimspiel nicht, was das betrifft, habe ich mittlerweile Nerven wie Drahtseile.«
Joshua Sommer (18, Honda 250): »Zielflagge sehen« »Mit einer vierjährigen Standard-Honda kann man keine Werksmaschinen besiegen. Einen klitzekleinen Joker haben wir aber, denn mein Team hat vor wenigen Wochen eine zweite Maschine des Jahrgangs 2006 gekauft, sodass wir mit zwei Motorrädern antreten können. Mein Ziel ist trotzdem einfach nur, keine Stürze zu bauen und im Rennen die Zielflagge zu sehen, einfach so viel wie möglich Erfahrung zu sammeln – fürs nächste Jahr, in dem ich, wenn alles klappt, in der 250er-WM antreten werde.«
Thomas Walther (30, Honda 250): »Ein Höhepunkt«
»Mein Dank an alle, die diesen Einsatz ermöglicht haben – beim Deutschland-Grand-Prix antreten zu können ist auch nach vielen Jahren internationalen Rennsports immer noch ein Höhepunkt. Als Privatfahrer bin ich Realist und sehe es als Erfolg, überhaupt mit den weltbesten Profis an den Start gehen zu können. Deshalb ist mein erstes Ziel die Qualifikation.«
Sandro Cortese (17, Aprilia 125): »Tolle, harte Kämpfe«
»Der Grand Prix am Sachsenring ist immer ein besonderes Erlebnis. Ich freue mich drauf, vor dem deutschen Publikum zu
fahren, das motiviert mich extra.
Mir gefällt auch die Strecke selbst, sie ist neu asphaltiert und sorgt mit ihrem speziellen Layout immer für harte Kämpfe. Wenn’s so läuft wie zuletzt, sind die Top Ten realistisch.«
Stefan Bradl (17, Aprilia 125): »Gute Leistungen bestätigen«
»Ich freue mich auf meinen Heim-Grand-Prix und bin sehr froh, dass ich dort eine Wild Card bekommen habe. Ich möchte allen Zuschauern zeigen, dass ich in dieses Feld gehöre und dass ich meine guten Leistungen in Barcelona und Assen bestätigen kann. Die Strecke liegt mir mit ihrem Bergauf, Bergab, und die Zuschauer sind sehr nah am Geschehen. Man spürt, was auf den Rängen los ist, und das spornt einen an.«
Georg Fröhlich (19, Honda 125): »Gehöre in die WM«
»Ich habe in der IDM keine echte Konkurrenz und in den Rennen jedes Mal um die zehn Sekunden Vorsprung. Auf dem Sachsenring will ich zeigen, dass ich in die Weltmeisterschaft gehöre. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr als Fixstarter unterkomme.«
Toni Wirsing (16, Honda 125): »Alleine weiterkommen«
»Mein Opa Rolf Uhlig vom ADAC hat mir viele Wege geebnet. Jetzt kann er mir nicht mehr helfen. Für die Zukunft und
natürlich ebenso beim Rennen auf dem Sachsenring will ich zeigen, dass ich auch alleine weiterkomme. Leider habe ich mir beim Herumtoben eine Knochenabsplitterung an einem Finger der rechten Hand zugezogen. Ich hoffe, dass mich das nicht mehr behindern wird.«
Patrick Unger (25, Aprilia 125): »Top Drei der Wild Cards«
»Ich gebe nicht auf und will unter die ersten drei der Wild-Card-Piloten fahren. Denn die Weltmeisterschaft ist und bleibt mein großes Ziel. Außerdem will ich mich zu Hause nicht blamieren.«
Sebastian Eckner (16, Aprilia 125): »Mein Ziel ist die Qualifikation«
»Zu Jahresbeginn war ich schon bei einem spanischen Team unter Vertrag, doch leider ist die Zusammenarbeit kurzfristig gescheitert. Jetzt kämpfe ich mich in der IDM nach oben und bin begeistert, dass ich die Chance erhalten habe, auf dem Sachsenring dabei zu sein. Mir ist bewusst, wie stark die Klasse ist – deshalb ist die Qualifikation fürs Rennen mein höchstes Ziel.“

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