Foto-Show: IDM-Finale in Hockenheim Showdown im Schatten

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Das Finale der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft, dieses Jahr schon mitten im September – da hatten sich die IDM-Gemeinde und viele Fans zur Abwechslung auf ein angenehmes Spätsommer-Wochenende eingestellt. Doch daraus wurde nichts: Wie in den vergangenen Jahren zeigte sich der Himmel über dem Motodrom in Hockenheim meist düster grau, ständig drohte Regen. Zwar konnten die Trainingsläufe am Samstag allesamt im Trockenen stattfinden, doch pünktlich, fünf Minuten vor dem Startt des ersten Superbike-Laufs, fing es an zu tröpfeln. Ein Regentraining musste eingeschoben und die Startaufstellung wiederholt werden – dann stoppte der Niederschlag. Durcheinander auf dem Startplatz, mit allen Sorten von Reifen wurde jongliert. Ganz besonders bei Yamaha-Fahrer Jörg Teuchert und Suzuki-Pilot Andy Meklau, denn zwischen den beiden Dunlop-Piloten ging es um nichts weniger als die Meisterschaftsentscheidung.

Foto-Show: IDM-Finale in Hockenheim

Sie entschieden sich für Regengummis, und Meklau, wohl wissend, dass derartig unklare Verhältnisse Konkurrent Teuchert wie auf den Leib geschneidert sind, wollte sich erst einmal zurückhalten, beobachten, wie der IDM-Leader mit der abtrocknenden Piste fertig wird. Viel Gelegenheit hatte er dazu nicht, denn schon in der ersten Runde klappte plötzlich sein Vorderrad ein, Meklau schlitterte von der Bahn. Doch weil Teuchert so kurz vor dem Titelgewinn kein unnötiges Risiko eingehen wollte, ließ er sich im Mittelfeld auf Platz elf durchs Ziel treiben. Damit gab er Meklau für denn allerletzten Lauf am Nachmittag noch eine winzige Chance.

Die wollte der Österreicher nutzen. Gleich nach dem Start setzte er sich zusammen mit Teuchert an die Spitze, doch das finale Duell der beiden fiel aus: So, wie Meklau zuvor Teucherts Stärke bei unklaren Verhältnissen erkannt hatte, sah Teuchert nun, dass Meklau zu Allem entschlossen in das große Finale gestartet war. Sein Sieg stand nie in Frage – Teucherts Gewinn der Meisterschaft, wozu Platz sechs im Rennen reichte, auch nicht.

Auch bei den 125ern stand der Meister des Jahres 2006 vor dem Endlauf noch nicht fest. Aber es war klar, dass KTM-Junior Robin Lässer aus Isny schon einen kapitalen Bock hätte schießen müssen, um den Titel noch an den Schweizer Dominique Aegerter zu verschenken. Wie Teuchert bei den Superbikes hielt sich Lässer in der kleinen Klasse zurück, für ihn war der fünfte Rang genug, um den Gesamtsieg einzufahren. Dafür durfte Georg Fröhlich nach einer schwierigen Saison nochmals den obersten Platz auf dem Siegertreppchen genießen.

Bei den Supersportlern stand Arne Tode vor einer besonderen Aufgabe: Den Titel hatte er längst in der Tasche, sieben der acht Meisterscjaftsläufe beendete er mit Maximalpunktzahl. Aber nicht immer als Sieger, denn er musste sich sowohl beim Saisonauftakt in Hockenheim als auch auf dem Nürburgring Gaststartern geschlagen geben, die keine IDM-Punkte erhielten. Diesen Makel wollte Tode zum Saisonende beseitigen, zumal mit dem Holländer Arie Vos ausgerechnte der Mann angereist war, der ihn zu Saisonbeginn in Hockenheim besiegt hatte.

Im Qualifikationstraining setzte Arne Tode eine deutliche Marke, war fast eine Sekunde schneller als Vos und holte sich die Pole Position. Kaum jemnad, der dagegen gewettet hätte, dass Tode sich auch beim letzten der acht Meisterschaftsläufe die volle Punktzahl sichern und nebenbei Arie Vos hinter sich einsortieren würde. Doch beim Start fabrizierte er ein spektakuläres Wheelie, fiel weit zurück und kam direkt zurück an die Box. »Die Mechaniker hatten mir eine neue, für mich ungewohnte Kupplung eingebaut, die schon in der ersten Runde kaputt ging«, berichtete er höchst verägert. Arie Vos hatte freie Fahrt zum Sieg – und Tode jetzt erst recht noch eine Rechnung offen.

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Lesen Sie den Rennbericht vom Hockenheimring in der nächsten Ausgabe von MOTORRAD (ab dem 29. September im Handel.)

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